Schloss Moyland Auch von oben betrachtet eine Augenweide: das Schloss mit Park und Kräutergarten. Klein: Die Bronzeplastik „Der Friede“ von Hans Reicher. SCHLOSS MOYLAND, BEUYS UND DER SKULPTURENPARK Anno 1307 wurde der befestigte Hof erstmals urkundlich erwähnt. Damaliger Inhaber: der Geistliche Jakob van den Eger, der die eingangs erwähnten „Werknemers“ an den Niederrhein geholt hatte. 1339 verzeichneten die Annalen zum ersten Mal eine Burg Moyland, die nun der Ritter Roland von Hagedorn sein Eigen nannte. Im späten 17. Jahrhundert wurde Moyland zum Barockschloss umgebaut. Ab 1854 bekam es dann unter Nikolaus Johann von Steengracht ein neues Design im neugotischen Stil. Den Zweiten Weltkrieg überstand das Schloss weitgehend intakt – selbst Winston Churchill war bei einem Besuch im März 1945 beeindruckt. Doch ein paar Wochen später war wenig übrig von der Herrlichkeit. Das Schloss wurde von Besatzungssoldaten geplündert und verwüstet, ein Großbrand 1956 und der Zahn der Zeit gaben dem Prunkstück (vorerst) den Rest. Ab 1987 wurde der Schutt entfernt, Sicherungsmaßnahmen begannen. Bis 1997 wurde Moyland restauriert. Die äußere Gestalt ähnelt heute stark dem neugotischen Vorbild aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Innen wurde das Gebäude für die Präsentation der bedeutenden Kunstsammlung von Hans und Franz-Joseph van der Grinten komplett umgestaltet. Mit rund 6.000 Arbeiten besitzt die Stiftung Schloss Moyland die größte Joseph-Beuys-Sammlung der Welt. Zum 100. Geburtstag des bedeutenden Künstlers (19211986) läuft dort bis voraussichtlich August die große Ausstellung „Joseph Beuys und die Schamanen“. Nach der Restaurierung wurde ebenfalls 1997 der Skulpturenpark eröffnet, der in seiner heutigen Form dem Schlosspark des späten 19. Jahrhunderts nachempfunden ist. Fotos: Blossey/Grieger
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