ADD-ON | Schalke 04

15 Die Winter-Transfers Neuzugang Edin Dzeko avancierte direkt zum Publikumsliebling. Fünf Neue für Schalke Müller, Džeko, Ljubičić, Aouchiche und Ndiaye sollen im Endspurt eine Hilfe sein Millionen Euro in die USA wechseln und hatte bereits seinen Medizincheck in England absolviert. Aber dann hieß es aus den Staaten: Kommando zurück. Der US-Klub wollte kurz vor Abschluss nur noch eine Leihe, keinen Kauf. Als Grund nannten die Verantwortlichen angebliche Auffälligkeiten beim Medizincheck. Am Ende platzte der Wechsel. Sylla wird wohl bis zum Sommer bleiben. Baumann ärgerte sich über das Vorgehen des New York City FC. „Wir sind irritiert“, betont er. „Einen nicht bestandenen Medizincheck vorzuschieben und damit eine Klausel im Vertrag zu aktivieren, ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar. Denn Moussa Sylla ist gesund und fit“, ergänzt er. „Moussa ist ein Top-Stürmer, er wird in der 2. Bundesliga noch einige Tore für uns schießen, davon bin ich überzeugt.“ Somit blieb es nach Ablauf des Deadline Days am 2. Februar bei drei Abgängen. Neben Justin Heekeren, dessen Vertrag zum 30. Juni 2026 ohnehin ausgelaufen wäre Der FC Schalke 04 hat im Winter fünf neue Spieler für den Endspurt in der 2. Fußball-Bundesliga verpflichtet, drei der bisherigen Akteure haben den Verein verlassen. Das ist für eine Transferperiode im Winter nicht gerade wenig. Von den fünf Neuen stehen drei nur bis zum Saisonende unter Vertrag. Kevin Müller vom 1. FC Heidenheim sowie Moussa Ndiaye vom RSC Anderlecht wurden ohne Kaufoption ausgeliehen, und der Vertrag von Edin Džeko, zuletzt beim AC Florenz, läuft nur bis zum 30. Juni 2026. Außerdem könnte der von Dinamo Zagreb gekommene Dejan Ljubičić den Verein nach dieser Spielzeit wieder verlassen. Falls der FC Schalke 04 nicht aufsteigen sollte, greift eine entsprechende Ausstiegsklausel. Adil Aouchiche, der vom AFC Sunderland an den FC Aberdeen ausgeliehen war, wurde hingegen fest verpflichtet, unabhängig von der Ligazugehörigkeit. Die Laufzeit seines Vertrages endet im Juni 2027. Sehr tief in die Tasche brauchten die Schalker nicht zu greifen, um diese Zugänge zu finanzieren. Nur für Dejan Ljubičić wurde eine Ablöse fällig. Die Königsblauen überwiesen für den Österreicher 750.000 Euro nach Kroatien. „Finanziell sprach einiges dafür, das so zu machen“, erklärt Frank Baumann, der als Vorstandsmitglied für den sportlichen Bereich zuständig ist. Der erste Grund, warum die Neuverpflichtungen möglich waren, mag makaber klingen: die Verletztenlage. Nach sechs Wochen Verletzung übernimmt die Berufsgenossenschaft die Lohnfortzahlung, ein Mechanismus, der die Personalkosten spürbar reduziert. „So tragisch die Ausfälle sportlich sind: Sie haben uns einiges an Gehalt eingespart“, sagt Frank Baumann mit Blick auf die Langzeitausfälle von Bryan Lasme, Tomas Kalas und Henning Matriciani, allesamt Spieler aus dem oberen Gehaltssegment. Der zweite Faktor liegt in der wirtschaftlichen Entwicklung des Klubs. Im Sponsoring „liegen wir über Plan“, sagt Baumann, und auch im Merchandising habe man „schon vor der Verpflichtung von Edin Džeko einen klaren Aufwärtstrend“ verzeichnet. Zudem verschaffte die Anleihe, die 90 Millionen Euro einbrachte, zusätzlichen Handlungsspielraum. Sie habe „geholfen, dass ein bisschen mehr möglich war, als es im November absehbar war“. Im Grunde hat der FC Schalke 04 sogar noch einen sechsten Winterzugang: Moussa Sylla. Er war ja eigentlich schon weg. Die Königsblauen waren sich mit dem MLS Klub New York City FC einig, es war alles klar. Der Stürmer, der in der Hinrunde nur vier Treffer für den Herbstmeister erzielte, sollte für eine Ablöse von rund sechs und der jetzt für den RSC Anderlecht in Belgien das Tor hütet, sind auch Ibrahima Cissé und Mauro Zalazar keine Schalker mehr. Zalazar wird zur nächsten Saison voraussichtlich nach Gelsenkirchen zurückkehren. Der 20-Jährige wurde bis Juni an Sporting Braga ausgeliehen und trifft dort auf seinen sechs Jahre älteren Bruder Rodrigo Zalazar. Rodrigo, einer der Schalker Aufstiegshelden von 2022, spielt bereits seit zweieinhalb Jahren im Norden Portugals. Ibrahima Cissé spielt seit diesem Jahr in der Schweiz für den FC Aarau. Der malische Nationalspieler konnte sich in dreieinhalb Jahren auf Schalke nie durchsetzen. „Unter dem Strich kann man ein positives Fazit ziehen“, sagt Frank Baumann. „Finanziell sind wir in den Budgetvorgaben geblieben, obwohl wir mehr gemacht haben als eigentlich gedacht. Wir haben keinen Spieler verloren, der in der Hinrunde eine gewisse Relevanz hatte. Aber wir haben fünf Spieler gewonnen, die uns teilweise in der Spitze, teilweise in der Breite verbessern.“ Rolf Vennenbernd/dpa

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