26 Christina Rühl-Hamers CRH statt CR7 Ex-Bundesliga-Spielerin Christina Rühl-Hamers sorgt sich auf Schalke um die Finanzen Schalke „kaputtsparen“ würde. Sie konterte: „Mein Verständnis von Sparen ist eigentlich: Man hat Geld und entscheidet sich, dieses Geld nicht auszugeben, sondern zu sparen. Aber dafür müsste ich erstmal Geld haben, das ich dann sparen kann. Ich habe aber ja gar kein Geld, weil ich ja schon im Dispo bin bei der Bank.“ Christina Rühl-Hamers, die am 23. Juli 1976 in Haltern am See zur Welt kam, ist nicht nur eine Finanzexpertin, sondern kennt sich auch im Kerngeschäft des FC Schalke aus: im Fußball. Sie kickte früher selbst, war Junioren-Nationalspielerin und stieg mit der SG Hillen im Jahr 1995 in die FrauenBundesliga auf. Aufgrund einer Verletzung musste sie ihre Karriere vorzeitig beenden. Nach ihrer sportlichen Karriere begann die berufliche Laufbahn. Sie ist Diplom-Kauffrau, Steuerberaterin und ausgebildete Wirtschaftsprüferin. Im Jahr 2003 begann sie als Einsteigerin bei der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft RSM HemDer FC Schalke 04 hat keinen Cristiano Ronaldo, keinen CR7, aber er hat eine CRH: Christina Rühl-Hamers. Die heute 48-Jährige übernahm im Oktober 2020 einen Vorstandsposten bei den Königsblauen. Sie ist seitdem für die Ressorts Finanzen, Personal und Recht zuständig und gehört als dienstältestes Mitglied neben Frank Baumann und Matthias Tillmann dem dreiköpfigen Vorstand des Traditionsklubs an. Christina Rühl-Hamers ist somit die erste Frau, die im Vorstand eines deutschen Fußball-Erstligisten das Finanzressort verantwortete. In Diensten des FC Schalke ist sie schon länger. 2010 wurde sie Direktorin für Finanzen und Personal, damals noch unter Peter Peters. Als sie zehn Jahre später dessen Nachfolge im Vorstand antrat, übernahm sie einen Job, um den sie niemand beneidete. Der ruhmreiche Klub aus Gelsenkirchen befand sich auf dem absteigenden Ast. Nach Jahren der Misswirtschaft häuften sich die Verbindlichkeiten rund um das Berger Feld. Hinzu kamen die Unsicherheiten in der Anfangsphase der Corona-Pandemie und eine Mannschaft, die in der Bundesliga nicht mehr konkurrenzfähig war und am Ende der Saison ohne die lautstarke Unterstützung in den Heimspielen sang- und klanglos absteigen musste. In dieser Phase tiefgreifender wirtschaftlicher Turbulenzen übernahm Christina Rühl-Hamers die zentrale Rolle beim finanziellen Wiederaufbau des Klubs. Sie gilt, was die notwendige Konsolidierung betrifft, als zentrale Figur beim FC Schalke. Rühl-Hamers hat den Verein durch finanziell extrem schwierige Zeiten geführt, durch Zeiten, die geprägt waren von hohen Verbindlichkeiten von zeitweise rund 238 Millionen Euro. Sie gilt als „große Konstante“ im Vorstand und wurde vom Aufsichtsrat mehrmals in ihrem Amt bestätigt, womit zum Ausdruck gebracht wurde, dass man mit ihrer Arbeit zufrieden ist. Trotzdem sah sich Christina RühlHamers hin und wieder mit dem Vorwurf konfrontiert, dass sie melrath und arbeitete insgesamt 13 Jahre in verschiedenen Führungspositionen für Mazars und Warth & Klein. Im Jahr 2010 folgte Christina Rühl-Hamers dem Ruf des FC Schalke 04. Ihre Fachlichkeit ist inzwischen auch auf höherer Ebene gefragt. Seit 2019 ist sie Mitglied in der Kommission Finanzen der Deutschen Fußball Liga (DFL), und seit 2022 gehört sie dem Lizenzierungsausschuss der DFL an. Ihr Wirken ist geprägt von strikter Konsolidierung, klarer Kommunikation und hoher fachlicher Präzision. Unter ihrer Verantwortung gelang es dem Verein, die teils existenzbedrohenden Verbindlichkeiten zu reduzieren und eine nachhaltigere Finanzstruktur aufzubauen. Innerhalb des Vorstands gilt sie als stabilisierende Kraft, die auch in sportlich schwierigen Zeiten Kontinuität gewährleistet. Den FC Schalke finanziell wieder auf Kurs zu bringen, liegt Christina Rühl-Hamers sehr am Herzen. Aber ihr ist natürlich auch der sportliche Erfolg wichtig. „Es geht nicht nur um die Rückkehr, sondern um die dauerhafte Etablierung in der Bundesliga“, betont sie. „Und da hat sich die Wettbewerbssituation sehr verändert. Es gibt nicht mehr ein oberes Drittel, ein Mittelfeld und ein unteres Drittel. Stattdessen spielt eine kleine Gruppe um das internationale Geschäft. Und dann folgt gefühlt der Rest. Die Budgets sind sehr unterschiedlich.“ Aber mit dieser Problematik in der deutschen Eliteliga braucht sich Schalke im Moment noch nicht konkret auseinanderzusetzen. Zunächst sind Trainer Miron Muslić und sein Team am Zuge. Sie sind gefordert, drei Jahre nach dem Abstieg die sportliche Rückkehr in die Bundesliga zu schaffen. Ralf Rottmann/FFS Schalkes Finanzvorstand Christina Rühl-Hamers.
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