40 Die Frauen Gewohntes Bild: Schalkes Frauen mit Routinier Mandy Islacker (2.v.l.) freuen sich über ein Tor. Schaulaufen der Bald-Meisterinnen Die Schalker Fußballerinnen stehen vor dem Aufstieg in die Regionalliga für die Nationalmannschaft.Jule Dallmann hat nicht nur den Aufstieg im Visier, sondern ein ganz besonderes Ziel: „Wir wollen alle Meisterschaftsspiele gewinnen“, sagt sie. „Das wäre eine perfekte Saison. Aber ich weiß auch, wie schwer so etwas ist.“ Im Grunde haben die Schalkerinnen nicht 15, sondern erst 13 Partien gewonnen. Zweimal kamen sie kampflos zu drei Punkten: gegen Germania Hauenhorst und den SV Oesbern. Beide Mannschaften traten aus personellen Gründen nicht an. Es gibt aber auch Stimmen, die vermuten, dass beide Teams lieber eine 0:2-Niederlage am grünen Tisch in Kauf nahmen, als auf dem Spielfeld unter die Räder zu geraten. Das ist nämlich schon mehreren LigaKontrahenten passiert. FSV Gütersloh II (0:17), SC Borchen (0:10) und SV GW Amelsbüren (0:11) mussten sich den Schalkerinnen in ihren Heimspielen zweistellig geschlagen geben. Schafft Schalke den Aufstieg? Diese Frage stellen sich alle, die der Mannschaft von Trainer Miron Muslić die Daumen drücken. Beim Frauenteam der Königsblauen muss die Frage etwas anders formuliert werden. Dort heißt es: Wann wird der Aufstieg rechnerisch feststehen? Dass das von Stefan Colmsee trainierte Team aufsteigen und in der kommenden Saison in der Regionalliga spielen wird, daran zweifelt ernsthaft niemand. Nach 15 von 26 Spieltagen grüßt der Vizemeister des Vorjahres mit 45 Punkten und 104:7 Toren souverän von der Spitze, zehn Punkte vor Borussia Dortmund II und drei weitere vor dem Tabellendritten Arminia Bielefeld II. Nichts anderes als der Aufstieg war vor Beginn der Saison das erklärte Ziel der Schalkerinnen, nachdem sie in der Vorsaison im Zweikampf um den Titel dem BVB knapp unterlegen gewesen waren. Der Kader wurde im Sommer mit insgesamt 15 neuen Spielerinnen verstärkt; fünf von ihnen waren zuletzt für den VfR Warbeyen am Ball. Mit dem in Kleve beheimateten Klub sind sie Meister in der Regionalliga geworden und in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Vier weitere Spielerinnen kickten zuletzt beim Zweitligisten VfL Bochum und drei beim Zweitliga-Absteiger FSV Gütersloh, zudem wechselte Laura Radke aus der 2. Bundesliga von Borussia Mönchengladbach zurück nach Gelsenkirchen. Der prominenteste Zugang kam allerdings vom VfB Stuttgart aus der Regionalliga Süd: Mandy Islacker. Die inzwischen 37-Jährige war in ihrer Glanzzeit deutsche Nationalspielerin und zweimalige Torschützenkönigin der Bundesliga. Als die Enkelin der Essener Fußball-Legende Franz „Penny“ Islacker im Sommer 2025 ins Ruhrgebiet zurückkehrte, war sie zunächst nur für administrative Aufgaben vorgesehen. Boris Liebing, der Verantwortliche für den Frauenfußball auf Schalke, brauchte jedoch nicht lange, um sie davon zu überzeugen, dass sie auch auf dem Spielfeld immer noch eine große Hilfe sein kann. Im bisherigen Saisonverlauf hat sie das eindrucksvoll unter Beweis gestellt: 30 Treffer im ersten Halbjahr gingen auf ihr Konto. Das 100. Saisontor erzielte allerdings nicht sie, sondern Jule Dallmann beim 6:0-Sieg gegen den VfL Billerbeck. Sie gehört ebenso wie ihre Zwillingsschwester Pauline zu den Zugängen aus Warbeyen. Gemeinsam eifern sie ihrer älteren Schwester Linda nach. Linda Dallmann spielt für den Deutschen Meister FC Bayern München und In der Meisterschaft geht es für die Schalker Frauen nach einer Pause von insgesamt 98 Tagen erst am 15. März beim SV Thülen weiter. Es dürfte der Beginn des Schaulaufens der künftigen Meisterinnen sein. Ihr voraussichtlich letztes Spiel in der Verbandsliga tragen sie dann am 31. Mai daheim gegen den SVKT 07 Minden aus. Der Aufstieg in die Regionalliga sollte also nur noch eine Formsache und eine Frage der Zeit sein. Doch die Schalkerinnen haben ein weiteres Ziel vor Augen: Sie wollen erstmals seit dem Wiederaufleben der Abteilung vor fast sechs Jahren den Westfalenpokal gewinnen. Den wohl härtesten Brocken haben sie bereits in der zweiten Runde aus dem Weg geräumt: Reviernachbar und Regionalligist Borussia Dortmund. Schalke gewann die Partie mit 2:1. Im Viertelfinale am 1. März bekommt der FC Schalke es im Heimspiel gegen den SSV Rhade erneut mit einem Regionalligisten zu tun. Thorsten Tillmann/FFS
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