ADD-ON | Schalke 04

6 Die aktuelle Situation Nikola Katic und seine Schalker haben sich nach dem Sieg in Kiel wieder an die Tabellenspitze geschoben. Den Aufstieg im Visier Der FC Schalke 04 geht als Tabellenführer in die restlichen zwölf Spieltage bilität verloren. Die Balance wiederzufinden, ist entscheidend.“ Der ehemalige Bundesliga-Spieler Felix Kroos hatte bereits in der Winterpause gewisse Zweifel an einem souveränen Schalker Durchmarsch geäußert. „Wenn wir die Hinrunde nüchtern bewerten, haben sie in ihrer Punkteausbeute überperformt“, stellte er fest. Völlig falsch lag er damit wohl nicht. Von acht Heimspielen in der Hinrunde gewann Schalke sieben, allerdings stets nur mit einem Tor Unterschied. Einige dieser Partien hätten ebenso gut unentschieden enden können, wie es dann in den ersten beiden Heimspielen nach der Winterpause gegen den 1. FC Kaiserslautern (2:2 nach 0:2-Rückstande) und Dynamo Dresden (2:2 nach 2:0-Vorsprung) geschah. Vor den letzten zwölf Spielen der vergangenen Spielzeit lag der FC Schalke 04 in der 2. Fußball-Bundesliga mit 27 Punkten aus 22 Spielen an elfter Stelle der Tabelle. Danach ging es bis zum Saisonende weiter bergab. Nach dem letzten Spieltag musste sich der traditionsreiche Klub mit lediglich 38 Punkten und Rang 14 begnügen. So schlecht schnitt er in seiner langen Vereinsgeschichte nie ab. Im Vergleich zu den Zahlen des Vorjahres stellt sich die aktuelle Situation der Königsblauen deutlich freundlicher dar. Nach dem 2:1-Arbeitssieg bei Holstein Kiel am Karnevalssonntag grüßen sie mit 43 Punkten als Tabellenführer. Sie haben den Aufstieg in die Bundesliga im Visier. Aber es geht eng zu. SV Darmstadt 98 (42 Punkte), der SV Elversberg 07 und Hannover 96 (beide 41 Punkte) und der SC Paderborn 07 (40 Punkte) befinden sich als ärgste Verfolger in Schlagdistanz. Obwohl man 16 Zähler mehr auf dem Konto hat als vor einem Jahr zur gleichen Zeit, rumorte es zuletzt rund um den Schalker Markt. Grund dafür war der schwache Start in die Rückrunde. Rechnet man die 1:2-Niederlage in Braunschweig unmittelbar vor der Winterpause hinzu, blieb Schalke bis zum Auftritt in Kiel fünf Spiele in Serie ohne Sieg. Nach 16 Spieltagen hatte man noch mindestens vier Punkte Vorsprung auf die Verfolger. Zwischenzeitlich musste man den Platz an der Sonne für eine Woche an die Darmstädter abgeben. Auf Schalke hat man trotz allem das Wort „Krise“ vermieden. „Uns war klar, dass es auch mal nicht so gut laufen kann, auch wenn sich niemand eine solche Phase wünscht“, sagte Torhüter Loris Karius. „Trotzdem glaube ich an die Jungs und bin sicher, dass wir gemeinsam wieder an die Grenze und darüber hinaus gehen können.“ Auch Trainer Miron Muslić geriet nicht in Panik. „Die aktuelle Phase ist eine Herausforderung, aber davon haben wir in den vergangenen Monaten einige bewältigt“, erklärte er nach der 0:2-Niederlage beim VfL Bochum. „Ich bin mir sicher: Wir schlagen zurück!“ Sportvorstand Frank Baumann, der jahrelang in Bremen tätig war und die hanseatische Gelassenheit verinnerlicht hat, plädiert ebenfalls für Ruhe. Vor dem Kiel-Spiel betonte er: „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir schnell den Turnaround schaffen. Wichtig ist nicht, im Winter in einer Top-Phase zu sein. Die Crunchtime kommt noch.“ Vom Kader her dürfte Schalke nach der Winterpause nicht schwächer geworden sein. Die Zugänge Edin Džeko, Dejan Ljubičić, Adil Aouchiche und Moussa Ndiaye bringen grundsätzlich die Qualität mit, die Mannschaft, insbesondere in der Offensive, auf ein höheres Niveau zu heben. Trotz der Herbstmeisterschaft hatte Schalke nach 17 Spieltagen lediglich 22 Treffer erzielt, der niedrigste Wert aller Teams aus den Top Ten. Die Defensive hingegen war ein Prunkstück. Loris Karius musste in der Hinrunde nur zehn Gegentore hinnehmen. Absoluter Ligabestwert. Doch nach dem 0:0 zum Rückrundenauftakt bei Hertha BSC begann die Schalker Stabilität zu bröckeln, die Null stand an den vergangenen vier Spieltagen, an denen insgesamt sieben Gegentreffer hinzukamen, nicht mehr. „Wir sind offensiv besser geworden, was uns immer vorgeworfen wurde“, sagt Frank Baumann. „Aber wir haben die defensive StaSelim Sudheimer /Getty Die Verantwortlichen und Fans des FC Schalke 04 wären gut beraten, den Weg, den der Verein Ende Juni des vergangenen Jahres eingeschlagen hat, konsequent und in Ruhe fortzuführen. Das sieht im Übrigen auch Felix Kroos so. Trotz aller Skepsis findet er anerkennende Worte für den siebenmaligen Deutschen Meister: „Gerade nach den vergangenen Jahren hat man nicht mehr damit gerechnet, dass bei Schalke so ein Umschwung möglich ist“, sagt der jüngere Bruder von Toni Kroos. „Wie die Saison ausgeht, sei dahingestellt. Aber mittlerweile ist wieder der FC Schalke 04 zu erkennen.“

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