8 Die Lage in der Liga Mit Fortuna Düsseldorf und Preußen Münster stecken zwei West-Klubs mittendrin im Abstiegskampf Klein gegen Groß Es gibt kein Mittelfeld. Die einen Teams hoffen, die anderen müssen bangen tett 168 Bundesliga-Jahre auf dem Buckel, davon alleine 54 der FC Schalke 04. Im Grunde gibt es in der 2. Bundesliga auch in dieser Saison kein echtes Tabellenmittelfeld. Es gilt die Faustformel: Wer nicht zu den Aufstiegsaspiranten gehört, muss um den Klassenerhalt bangen. Auch der VfL Bochum, der nach einem schwachen Saisonstart vor allem dank des neuen Trainers Uwe Rösler die Kurve gekriegt hat, darf sich noch nicht allzu sicher fühlen. Allerdings müsste an der Castroper Straße an den restlichen zwölf Spieltagen eine Menge in die verkehrte Richtung laufen, wenn ein Jahr nach dem Abstieg aus der Bundesliga auch der Abstieg aus der 2. Bundesliga folgen sollte. Auch der Karlsruher SC und der 1. FC Nürnberg dürften sich über Trotz des letztjährigen Aufstiegs des 1. FC Köln und des Hamburger SV ist die 2. Fußball-Bundesliga auch in dieser Saison reich an Traditionsvereinen mit klangvollen Namen und großen Arenen. Man denke an den FC Schalke 04, an Hannover 96, an Hertha BSC, an den 1. FC Kaiserslautern und an Fortuna Düsseldorf. Aber auch diesmal versuchen die vermeintlich Kleinen, den Großen, also den Schwergewichten der Liga, die Suppe zu versalzen. Nach 22 von 34 Spieltagen ist das Rennen um die beiden direkten Aufstiegsplätze und um Rang drei, der zur Teilnahme an den Relegationsspielen gegen den Drittletzten der Bundesliga berechtigt, völlig offen. Mit Ausnahme der Düsseldorfer dürfen sich alle Klubs mit den großen Stadien berechtigte Hoffnungen auf den Sprung in die Eliteklasse machen. Aber nicht nur sie: Neben Schalke, Hannover, Hertha und Kaiserslautern mischen auch Darmstadt 98, der SC Paderborn und die SV Elversberg in den Top Sieben mit. Vor allem das Abschneiden der Elversberger findet zu Recht große Anerkennung. Die Saarländer, die in der vergangenen Saison in der Relegation denkbar knapp am 1. FC Heidenheim gescheitert sind, sind auch diesmal wieder oben mit dabei, obwohl sie im vergangenen Sommer mehrere Leistungsträger und ihren Erfolgstrainer Horst Steffen abgeben mussten. Die Elversberger sind im Übrigen der einzige aktuell in der 2. Bundesliga spielende Klub, der bisher noch nie erstklassig war. Darmstadt und Paderborn können hingegen auf eine Vergangenheit in der Bundesliga zurückblicken, wenn auch nicht auf eine besonders lange. Für die Lilien aus Darmstadt wäre ein Aufstieg in diesem Jahr der fünfte nach 1978, 1981, 2015 und 2023. Nur nach dem Aufstieg 2015 sind die Hessen nicht sofort, sondern erst im zweiten Jahr wieder abgestiegen. Paderborn hat zweimal den BundesligaAufstieg geschafft, 2014 und 2019, musste aber jeweils sofort wieder runter. Ob ein Aufstieg von Darmstadt, Paderborn und Elversberg gut für die Bundesliga und deren internationale Vermarktung wäre, danach fragt der Fußball nicht. Es zählt, wer am Ende der Saison die meisten Punkte auf dem Konto hat. Aber natürlich würden sich die Fußballfreunde aus nah und fern mehr darüber freuen, wenn Schalke, Hannover, Hertha oder Kaiserslautern ins Oberhaus zurückkehren würden. Zusammen hat dieses traditionsreiche Quarkurz oder lang aus der bedrohlichen Zone verabschieden können. Für Holstein Kiel, das in der vergangenen Saison gemeinsam mit den Bochumern die Bundesliga verlassen musste und danach einen personellen Umbruch vollzogen hat, sieht die Situation hingegen kritischer aus. Die Nordlichter leisten sich immer mal wieder unliebsame Überraschungen wie zum Beispiel die 1:2-Heimniederlage gegen das Schlusslicht Greuther Fürth Ende Januar. Die Kieler wären nicht der erste Klub, der von der Bundesliga in die 3. Liga durchgereicht würde. Aber es gibt noch mindestens sieben weitere Kandidaten für die zwei direkten Abstiegsplätze und für den drittletzten Rang, der ein Nachsitzen in der Relegation gegen den Tabellendritten der 3. Liga zur Folge hat. Zur allgemeinen Überraschung gehört auch Fortuna Düsseldorf zu diesen Kandidaten. Die Landeshauptstädter wurden vor der Saison zu den Aufstiegsaspiranten gezählt, gerieten allerdings beginnend mit der 1:5-Pleite zum Auftakt beim Aufsteiger Arminia Bielefeld in eine Abwärtsspirale. Die Bielefelder, die nach zwei Spieltagen von der Tabellenspitze grüßten, sind inzwischen ebenfalls im Überlebenskampf angekommen. Mit Preußen Münster, Bundesliga-Gründungsmitglied von 1963, steckt noch ein weiterer West-Klub im Abstiegskampf. Fast schon traditionell mischt auch Eintracht Braunschweig unten mit. In den vergangenen drei Jahren kamen die Niedersachsen zweimal auf Rang 15 und einmal auf Rang 16 ins Ziel. Diese Platzierungen sind auch das Minimalziel für die beiden Ost-Klubs 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden sowie für Greuther Fürth. Marius Becker/dpa
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