Das andere Deutschland mit einem jungen, unverbrauchten Gesicht. Auch dafür stand Hardy Krüger nach Ende der barbarischen Nazi-Diktatur. Seine blauen Augen – einst hatten sie etwas Lausbubenhaftes, immer etwas Warmes, nie etwas Kaltes, selten etwas Bedrohliches. Dazu diese sonore Stimme, die mit dem Alter immer wärmer zu werden schien. Sie ist für immer verstummt. Einen Tag nach seinem Tod, dem 19. Januar 2022, gab seine Hamburger Agentur Käfferlein & Köhne bekannt, dass der Schauspieler und Schriftsteller plötzlich und unerwartet im Alter von 93 Jahren in Palm Springs im US-Bundesstaat Kalifornien gestorben war. In seiner zweiten Wahlheimat nach der Freien und Hansestadt Hamburg. Bleiben werden von Eberhard August Franz Ewald, wie der 1928 im Berliner Stadtteil Wedding geborene Krüger mit Vornamen eigentlich hieß, nicht nur seine etwa 75 Filme und seine zahlreichen Bücher, bleiben wird auch sein Engagement als Bürger. Seit Jahren unterstützte er die Amadeu Antonio Stiftung; mit Exit Deutschland gründete er die Initiative „Gemeinsam gegen rechte Gewalt“. Als ihm der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) 2009 das Bundesverdienstkreuz verlieh, brachte Barbara Kisseler, damals Leiterin der Hardy Krüger schaffte es aus Berlin-Wedding nach Hollywood. Er zeigte den deutschen Fernsehzuschauern die Welt und engagierte sich gegen Rechtsextremismus. Am 19. Januar 2022 starb er mit 93 Jahren TEXT: STEFAN RECKZIEGEL LETZTE REISE DES WELTENBUMMLERS 19
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