Berliner Morgenpost Club | Hardy Krüger

1971: Hardy Krüger mit seiner zweiten Frau Francesca und den Kindern Malaika (l.) und Hardy jr. 1953: Hardy Krüger wird von seiner ersten Frau Renate Densow auf dem Flughafen begrüßt. Hardy Krügers Eltern waren glühende Nationalsozialisten: Auguste Meier und Max Krüger. 1981: Hardy Krüger mit seiner dritten Frau Anita bei einem Spaziergang an der Außenalster. Berliner Senatskanzlei, zwei Jahre später dann Hamburger Kultursenatorin, den Künstler auf die Idee, mit der Initiative mehrmals pro Jahr in Rathäuser zu gehen und deren Arbeit vorzustellen. Und nicht nur dort. Ein Entdecker, ein neugieriger Menschenfreund war der spätere Kosmopolit Zeit seines Lebens. In den frühen 50er-Jahren hierzulande ein Teenager-Idol und Jungstar, avancierte Krüger zu einem der wenigen internationalen Filmstars der 50er- und 60er-Jahre aus Deutschland. Das seichte deutsche Nachkriegskino hatte Krüger einfach nicht mehr gereizt. Nach ersten vergeblichen Anläufen in Frankreich und einem halben Jahr in London feierte er seinen internationalen Durchbruch als deutscher Fliegeroffizier Franz von Werra im britischen Kriegsfilm „Einer kam durch“ (1957). In der Abenteuerkomödie „Hatari!“ streifte Krüger dann mit John Wayne durch Ostafrika; 1965 drehte er mit einem weiteren US-Star, James Stewart, das Abenteuerdrama „Der Flug des Phönix“, in dem Krüger als deutscher Flugzeugkonstrukteur nach einer Notlandung in der Sahara ein Beinahewrack wieder flottkriegt. In den Kriegs- und Söldnerfilmen „Die Brücke von Arnheim“ und „Die Wildgänse kommen“ spielte der Deutsche in den 70ern mit Stars wie Sean Connery und Anthony Hopkins sowie Richard Burton und Roger Moore. In den 1980ern jedoch zog sich Krüger mehr und mehr aus dem Schauspielgeschäft zurück und arbeitete stattdessen als Schriftsteller und moderierender Filmemacher. Im Fernsehen schuf er als „Weltenbummler“ mit der gleichnamigen ARD-Reihe in 35 Folgen einen Klassiker der Reisereportage. „Ich wollte immer fliegen, und ich wollte immer schreiben“, erzählte Hardy Krüger einmal. Seinen Segelflugschein hatte er schon mit 13 erworben, mit dem Schreiben als 14-Jähriger begonnen. „Aber gedruckt worden bin ich erst, als ich 40 war.“ Genauer sogar erst mit über 40. Seine Eindrücke und ungewöhnlichen Erlebnisse beim Aufbau seiner Hatari-Lodge in Tansania, der Kulisse zum gleichnamigen Film, schilderte er 1970 anschaulich, auch mal ironisch in seinem Erstlingswerk „Eine Farm in Afrika“. Mit diesem Buch hatte er – inspiriert von der Tierwelt und der Landschaft – schon während der Dreharbeiten zu „Hatari!“ angefangen. Dennoch, so richtig glücklich wurde er dort in den 60er- und 70er-Jahren mit seiner zweiten Ehefrau Francesca Marazzi, einer italienischen Malerin, und den gemeinsamen beiden Kindern Malaika und Hardy jr. nicht. Als Autor wurde Krüger sen. mit den Jahren hernach immer politischer – ein Mann, der sich um die Demokratie speziell in Deutschland viele Gedanken machte. 20

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