Berliner Morgenpost Club | Hardy Krüger

„Ich bin ein Todfeind der Nazis geworden“ Hardy Krüger 2013 Mit 13 Jahren kam Hardy Krüger dann zur Adolf-Hitler-Schule auf der Ordensburg im bayerischen Sonthofen: Er sollte zu einer Führungspersönlichkeit im NS-Regime geformt werden. Als „dieser österreichische Verbrecher“, so nannte Krüger den NS-Diktator, drei Jahre später eine ganze Division von 16-Jährigen aufstellen ließ, ging es auch für Hardy Krüger ums bloße Überleben. Hardy Krüger schilderte die Auseinandersetzung mit einem flämischen SS-Offizier. „Da war ich schneller als er. Deshalb hab ich überlebt und er nicht“, sagte Hardy Krüger. Es war das erste und einzige Mal, dass er einen Menschen tötete. „Er hatte schon einen Freund von mir erschossen, und ich wäre der Nächste gewesen ...“ Als Hardy Krüger später den Befehl bekam, als Sonthofener den amerikanischen Spähtrupp „aufzureiben“, schoss er nicht. „Das waren alles Schwarze, die wussten nicht, dass ich meine Leute im Unterholz hatte. Ich hab ein schwarzes Gesicht nach dem anderen gesehen vor meiner Maschinenpistole in acht Metern Entfernung – und da ist mir Jesse Owens eingefallen! Ich konnte einfach den Finger nicht krumm kriegen, und keiner hat geschossen.“ Vor das Kriegsgericht kam Krüger mit viel Glück nicht. „Wenn ich rede, über diese Zeit an der Front als 16-Jähriger, dann ist das, als würde ich über einen ganz anderen re24

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