Chistiane – die kühle Krimidame S ie gehört zu dem illustren Kreis deutscher Schauspieler, die im französischen Kino genauso gefragt sind wie für englische, italienische oder australische Serien. „Der Grund ist, dass ich ganz gute Sprachkenntnisse habe“, meint die 1945 geborene Christiane Krüger bescheiden. „Natürlich zählt die internationale Erfahrung auch etwas.“ In der hübschen kanadischen Jugendserie „Anne auf Green Gables“ ist Hardy Krügers schöne blonde Tochter als Frau des Pfarrers und Bürgermeisters dabei. Aber gleich nach Abschluss der Dreharbeiten bei Toronto eilte sie heim an den Starnberger See: „Mein Sohn Timmi braucht mich. Er kommt im Frühjahr schon aufs Gymnasium.“ Um mehr Zeit für den neuneinhalbjährigen Blondschopf aus ihrer geschiedenen Ehe mit dem Maler und Fotografen (und Udo-Jürgens-Bruder) Manfred Bockelmann zu haben, arbeitet die 40-Jährige inzwischen fast genauso gern hinter wie vor der Kamera. Für den Sender Sat.1 moderiert sie die Show „Extrablatt“. „Ich mache Reportagen und 30-Minuten-Porträts von Prominenten wie Andy Warhol, Helmut Schmidt, Yves Montand, Maria Schell, Burt Reynolds“, verrät sie. „Dafür habe ich sogar Kamera, Schnitt und Bildtechnik gelernt.“ Als Kollegin fällt es Christiane Krüger leicht, die Stars für ihre Sendung zu gewinnen. Nur die mangelnde Resonanz – „zu wenig Kabelkunden“ – frustriert sie etwas. Deutsche Regisseure besetzen sie gern als kühle blonde Krimidame, im Ausland darf sie Frauen in allen Schattierungen spielen. Gerade hat sie in Malaika – die Grafikerin Als Kind in der „Sandwich- Position“ ist das Leben oft nicht einfach. Die 1967 geborene Malaika Krüger hat versucht, zwischen ihrer 22 Jahre älteren Halbschwester Christiane und ihrem ein Jahr jüngeren Bruder ihren eigenen Weg zu finden. Wie Hardy junior wurde sie in Lugano (Schweiz) geboren. Mit ihm, beider Vater und beider Mutter Francesca Marazzi, wuchs sie auf Krügers Farm in Tansania auf. Als Mädchen war sie mit dem Bruder öfter am Filmset, besuchte mit ihm auch nach der Trennung der Eltern Hardy senior in den USA. Der Schauspielerberuf wie ihren Vater und ihre beiden Geschwister reizte Malaika jedoch nicht. Stattdessen folgte sie eher der künstlerischen Linie ihrer Mutter, einer Malerin: Malaika absolvierte eine Ausbildung an der Deutschen Meisterschule für Mode in München. Mit Partner Meinhard Griesser betrieb sie in Schwabing einige Jahre das nach einem bayerischen Fabelwesen benannte Designbüro „Die Wolperdinger“, inklusive eines angrenzenden Cafés. Dort machten sie alles selbst, kochten Cappuccino, backten Mandelkuchen, putzten. Weil das Entwerfen von Broschüren ob der Gastronomie-Arbeit doch etwas zu kurz kam, hat sich die Schweizerin inzwischen in der Metropolregion München auf die Tätigkeit als Grafikerin und Location-Scout konzentriert, illustriert und kreiert auch Logos – „bezahlbar“, wie Malaika meint. Als „Docu-Groupie“ begleitet sie zudem Hochzeiten, Events und Drehs. Und zu ihrer Halbschwester Christiane am Starnberger See ist es auch nicht so weit. (str) DIE KINDER Menschlich gesehen: Christiane, Malaika und Hardy junior – die beiden Töchter und der Sohn des Schauspielers Paris einen anspruchsvollen Fernsehfilm abgedreht. Zusammen mit ihrem französischen Lebensgefährten Pierre Jolivet betätigt sie sich auch als Produzentin. (wo) Erschienen im Hamburger Abendblatt am 15. November 1986 Hardy junior – Vater und Sohn Wie der Vater, so der Sohn? Ja und nein. Hardy Krüger jr. (geb. 1968) ist ein smarter Typ, ganz so, wie man ihn in den 90ern in der ARD-Surfer-Serie „Gegen den Wind“ oder ein Jahrzehnt später im „Forsthaus Falkenau“ (ZDF) sah. Kommt das Gespräch auf seinen Vater, blockt der Junior – beider Verhältnis ist distanziert. Nicht nur, weil der Senior und Ex-Wahlhamburger Krüger seit Jahren mit seiner dritten Frau in Kalifornien lebt, der Sohn mit seiner dritten Frau Alice und Patchworkfamilie in Berlin. Wenn der in Lugano (Schweiz) geborene Krüger jr. an diesem Mittwoch in „Arthur & Claire“ nach fast einem halben Jahr Pause für den Neustart in der Komödie Winterhude mitverantwortlich zeichnet, folgt er indirekt seinem Vater: Der hatte in dem Privattheater 2016 sein Buch „Was das Leben sich erlaubt“ vorgestellt. Schauspieler und Schriftsteller („Der leise Ruf des Schmetterlings“) ist Krüger jr. auch. Dazu noch Fotograf und Maler sowie gelernter Koch. Zu viele davon verderben bekanntlich den Brei ... (str) Erschienen im Hamburger Abendblatt am 1. September 2020 33
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