Berliner Morgenpost Club | Hardy Krüger

Das Projekt gegen rechts Der Schauspieler Hardy Krüger hat am Montagvormittag sein neues Projekt gegen Rechtsextremismus im Bürgermeistersaal des Hamburger Rathauses vorgestellt. Unter dem vorläufigen Titel „Weg in die Zukunft“, will Krüger auf die Gefahr von rechts aufmerksam machen. Unterstützt wird er von Regisseur Hark Bohm und dem ehemaligen WDR-Journalisten Klaus Bednarz. Zum Pressegespräch hatte Kultursenatorin Barbara Kisseler geladen. „Das Thema Rechtsextremismus ist leider aktueller denn je“, betonte sie in ihrer Begrüßungsrede. Sie lobte Krüger, der als Kind zur Nazi-Elite gehörte und als Jugendlicher radikal mit ihr brach, fü r sein Engagement. „Ich habe festgestellt, dass die Angst vor Neonazis in unserem Volk von Jahr zu Jahr größer wird“, sagte der fast 85-Jährige bezüglich der Aktualität seines Anliegens. „Es ist besonders wichtig, Kinder und Jugendliche vor dem rechten Milieu zu schützen.“ Alternativen zum Kameradschaftsabend wollen Krüger und seine Mitstreiter in Form von Sport- und Bildungsangeboten schaffen. Sie knüpfen damit bewusst an bestehende Projekte wie „Exit“ an. Bisher mangelt es jedoch an finanzkräftiger Unterstützung. Daher wollen Bohm und Bednarz bei der Sponsorensuche helfen. 84-Jährige, ganz Gentleman. „Das hat aber zu nichts geführt.“ Wer konnte mehr vertragen, Connery oder Wayne? „Sean trinkt mit Gusto, der Duke hat gesoffen.“ Sehnsucht nach der Kamera? „Ja, wenn‘s was Gutes ist.“ George Bernard Shaw hat einmal geschrieben, dass alte Menschen deswegen gefährlich seien, weil sie keine Angst mehr vor der Zukunft hätten. „Herrlich! Aber ich halte mich nicht für gefährlich. Seit ich den Krieg überlebt habe, hatte ich vor der Zukunft nie Angst. Und ich sag jetzt mal was, von dem ich weiß, dass es missfällt: Ich hab gewusst, dass ich Karriere mache. Ich hab auch gewusst, dass ich eines Tages gedruckt werde.“ Wer ihn in der Verfilmung seines kinoüberreifen Lebens spielen soll? „Ist mir wurscht, er muss nur gut sein“, brummelt Krüger in seinen Ernest-Hemingway-Bart, dass die Lachfalten um seine hollywoodblauen Augen tänzeln. „Wird so schnell ja hoffentlich noch nicht passieren.“ Erschienen im Hamburger Abendblatt, am 9. April 2013 45

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