te sie dort die „Mutter der Massai“. Sie blieb auch nach dem Ersten Weltkrieg und dem Ende der deutschen Kolonialherrschaft auf ihrer Farm im damaligen Tanganjika und wurde Britin. Margarete Trappe starb 1957. Ihr Sohn Rolf verpachtete 1961 die Farm an Paramount Pictures für die Dreharbeiten zu Howard Hawks’ Film „Hatari!“ Womit wir wieder bei Hardy Krüger wären … Einen hübscheren Platz hätte Hardy Krüger kaum finden können. Bei klarem Himmel beleuchtet die Morgensonne den 4500 Meter hohen Kraterrand des Mount Meru, und die Abendsonne bringt das schneebedeckte Plateau des Kilimandscharo zum Leuchten. Girafrikanischen Savanne, sondern auch das Flair der 60er-Jahre. „Als ich zum ersten Mal den Ort besuchte, dachte ich: Das ist es“, erinnert sich Jörg Gabriel. „Die Giraffen vor dem Hintergrund des Kilimandscharo, das war wunderschön.“ Damals hatte Jörg Gabriel schon eine ganze Menge von Afrika gesehen. Als Sohn eines Diplomaten hatte er im Kongo, in Uganda, Äthiopien und Kenia gelebt. Schon als 16-Jähriger hatte er mit seinem ersten Motorrad den rauen Norden Kenias erkundet. Die Kombination aus Filmnostalgie und paradiesischer Natur schien Jörg Gabriel und seiner Frau Marlies ein Glückstreffer zu sein, sie pachteten das Gelände. Marlies, eine deutschstämmige, strohblonde Namibierin, hatte zuvor Innenarchitektur studiert und exklusive Safarireisen vermarktet. Beides kam ihr beim Aufbau der Hatari Lodge zugute. Hardy Krüger hat auf seinem Hof am Fuße des Kilimandscharo längst nicht so viel Zeit verbracht, wie es in seinem Buch „Meine Farm in Afrika“ anklingt. Zwar wurde sein Sohn Hardy junior dort geboren, doch bald darauf brach die Ehe auseinander. Der Schauspieler war fast unablässig für Dreharbeiten unterwegs. 1974 schließlich musste Hardy Krüger seine Farm aufgeben. Die schlechte wirtschaftliche Lage und der Anfang der 70er-Jahre voranschreitende Sozialismus im Land zwangen ihn dazu. Wer übrigens auf seiner Fotosafari per Jeep oder Kanu auf den nahen Momella-Seen den Ruf „Hatari“ vernimmt, bekommt es nicht mit Filmfans zu tun. Sondern eher mit angriffslustigen Elefanten oder Flusspferden: Das Wort heißt auf Kiswahili „Achtung, Gefahr“. Als Besucher kann man verstehen, warum Hardy Krüger in seinem Buch „Meine Farm in Afrika“ begeistert schrieb: „Die Seen. Die Hügel. Der Kilimandscharo. Der Mount Meru. Die Tiere. Momella ist ein Juwel. Es gibt in Ostafrika nichts Schöneres.“ Basierend auf Berichten aus dem Hamburger Abendblatt und der „Berliner Morgenpost“ vom 21.8.1970, 12.4.2008, 12.8.2006 Mit Schreibmaschine in Afrika: Hardy Krüger auf seiner Momella Lodge, wo er sein erstes Buch mit dem Titel „Eine Farm in Afrika“ schrieb. Foto: picture alliance Tierfänger Sean Mercer (John Wayne, v. l.), Kurt Müller (Hardy Krüger) und Pockets (Red Buttons) in „Hatari!“ Foto: picture alliance fen schlingen ihre lila Zungen um die Triebe der Dornakazien, Büffel mit nach oben eingerollten Hörnern trotten gemächlich zum Wasserloch, und eine Großfamilie Warzenschweine trabt mit hochgereckten Schwänzchen in den Busch. Die Landschaft hat sich seit den Dreharbeiten kaum geändert, an den Grenzen der Krügerschen Farm beginnt heute der Arusha Nationalpark. Dort, wo einst der Film gedreht wurde und Hardy Krüger lebte, setzt ein junges deutsch-namibisches Paar seit 2004 mit einem der originellsten Safarihotels in Ostafrika die Arbeit Hardy Krügers fort. Die Hatari-Lodge vermittelt ihren Gästen nicht nur die wilde Schönheit der af51
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