Berliner Morgenpost Club | Hardy Krüger

hebt, dann kommen wir euch helfen.“ Ich habe dann im Radio gehört, wie sie gesagt haben: „Nun kommt doch endlich und helft uns, wir gehen hier unter.“ Ich habe das nie vergessen. Als ich dieses Crescendo brauchte in dem Buch, habe ich wahrscheinlich aus dem Unterbewusstsein heraus Budapest genommen. Planen Sie nun Ihr nächstes Buch ? Bisher musste ich die Serie „Weltenbummler“ erst einmal zum Erfolg führen. Nun planen wir schon die nächsten drei Jahre, und nun ist auch wieder Zeit für ein Buch. Es wird ein „Weltenbummler-Buch“, also kein Roman, sondern ein Buch über Menschen in anderen Ländern, angelehnt an die „Weltenbummler-Serie“ ... Das Buch zur Serie also. Nein, die Geschichten sind auf das Buch zugeschnitten. Es werden zum Teil auch ganz andere Geschichten drinstehen von Menschen, die mich besonders beeindruckt haben. Abschließend eine ganz andere Frage. Sie haben zwar eine noble Hamburger Adresse, leben aber vorwiegend in Kalifornien. Wie beurteilen Sie aus dieser Distanz die jüngste Entwicklung in Deutschland? Mich hat das damals emotional umgeworfen, als die Leute nach Budapest gegangen sind und in der DDR auf die Straße und als dann die Mauer umgefallen ist. Ich freue mich nach wie vor auf meine sehr persönliche Weise, dass ich das noch erleben darf, um wie Opa zu sprechen. Damit haben Sie – wie eigentlich alle – nicht gerechnet ... Ja, dass es noch einmal eine Wiedervereinigung, noch dazu eine friedliche, geben würde, hätte ich nie gedacht. Ich weiß auch, dass wir weiterhin Schwierigkeiten haben werden. Dass wir aber zusammenwachsen wollen, wie Willy Brandt es formuliert hat, ist ganz klar. Und was immer es auch kostet an Mühe und Schweiß und Ärger – das werden wir schon gemeinsam machen. Erschienen im Hamburger Abendblatt am 22. Dezember 1990. 1990: Hardy Krüger signiert sein Buch „Frühstück mit Theodore“ Foto: Gerald Gisbert/action press 59

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