Berliner Morgenpost Club | Hardy Krüger

„Wer seine Neugier nicht verliert, bleibt länger jung“ Hardy Krüger reiste in den letzten 30 Jahren, begleitet von der Kamera, quer durch die Kontinente. Bereits in den frühen 60er-Jahren trieb es ihn in die Ferne: Von 1961 bis 1973 war er Besitzer des eleganten und luxuriösen Farm-Hotels Momella Game Lodge in Tansania. Das Hamburger Abendblatt hat den Schauspieler und Autor anlässlich seiner Lesung am Ernst-Deutsch-Theater getroffen. Hamburger Abendblatt: Gerade ist das erste Buch Ihrer Frau („Der Hai, der Hummer und ich“, Lübbe Verlag, 24,90 Euro; Anm. der Red.) erschienen. Es beschreibt zum Teil dieselben Reisen, von denen auch Sie in Ihren Büchern erzählen. Macht Ihre Frau Ihnen jetzt Konkurrenz? Hardy Krüger: Im Gegenteil. Anitas Erzählungen stellen eine Ergänzung zu 2003 las Hardy Krüger aus seinem Buch „Wanderjahre“ im Ernst-Deutsch-Theater – und betonte, dass er noch immer Herausforderungen sucht TEXT: KATRIN PFEIFER meinen Arbeiten dar. So hat sie mich beispielsweise mit ihren Gedanken über Japan, Rangun, die Osterinsel, über Illinois oder die Tuamotu-Inseln überrascht – alles Gegenden, die wir zwar zusammen bereist haben, aber über die ich selbst nie geschrieben habe. Sie haben schon im vergangenen Jahr im Ernst-Deutsch-Theater gelesen. Haben Sie eine besondere Beziehung zu diesem Haus? Ja. Es werden dort viele Erinnerungen an meine Freunde Wolfgang Borchert und Fiete Schütter, der ja auch Mitbegründer dieses Theaters war, wach. Wir haben in den 50er-Jahren, als das Theater noch „Brücke“ hieß, zusammen auf der Bühne gestanden. Außerdem habe ich in diesem Haus das letzte Mal Theater gespielt. Sie werden am Sonntag aus Ihrem Buch „Wanderjahre“ lesen. Darin erzählen Sie von den unterschiedlichsten Menschen, die im Laufe Ihres Lebens Ihren Weg gekreuzt haben, wie beispielsweise John Wayne, Stanley Kubrick oder Helmut Schmidt. Das Thema „Frauen“ wird darin allerdings völlig ausgeklammert. Mit Absicht. Natürlich haben Frauen in meinem Leben eine große Rolle gespielt. Aber ich möchte weder Memoiren schreiben noch private Geschichten breittreten. Es gibt Leute, die damit heutzutage sehr viel Geld machen. Zu denen gehöre ich nicht. Sie sind nie davor zurückgeschreckt, Ihre politischen Ansichten auch in der Öffentlichkeit zu vertreten. Sie haben den Angriff auf den Irak hart verurteilt und ihn sogar mit dem deutschen Angriffskrieg von 1939 verglichen. Zu dieser Aussage stehe ich nach wie vor. Im Weißen Haus sitzen zurzeit die falschen Leute. Aber die USA verändern sich dadurch nur vordergründig, nicht in ihrem Kern. Die Amerikaner werden diese Regierung genauso überwinden, wie sie McCarthy‘s wütende Angriffe auf liberale Künstler in Hollywood oder den Gesetzesbrecher Nixon überwunden haben. Bush und Rumsfeld werden bald der Geschichte angehören. Denn glauben Sie mir: Die Opposition ist stärker, als in Europa oft angenommen wird. Ihr neues Buch – so wird gemunkelt – wird von Begegnungen mit Tieren handeln. Ja, von meinen ganz persönlichen Erlebnissen mit wilden Tieren. Denn wenn man, wie meine Frau und ich, mal mitten im Busch, mal mitten im Wald lebt, trifft man irgendwann auf Löwen vor 64

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