Standort38 #152

Impuls Tool Time Vor fast 200 Jahren ging die Britin Ada Lovelace davon aus, dass Computer eines Tages Musik komponieren könnten. Die Tochter Lord Byrons gilt als erste Person, die eine Software schrieb – und hat mit ihren Vermutungen über die Potenziale von Rechenmaschinen Recht behalten. Eine kurze Reise durch die Zeit … STANDORT38 12 August 2025 ▶ Von Gesa Lormis 1837 Der Cambridge-Professor Charles Babbage entwickelt das Konzept für eine Analytical Engine, für die Ada Lovelace 1843 eine Anleitung zur Berechnung von Bernoulli-Zahlen schreibt. Ihr Plan gilt als erste Software der Welt. Zu Babbages Lebzeiten konnte kein funktionsfähiges Gerät gebaut werden. | 1912 Der spanische Mathematiker Torres y Quevedo präsentiert einen Schachautomaten, der ein einfaches Endspiel – der weiße König und Turm setzten den schwarzen König Matt – bewältigt. Er war überzeugt, dass Automaten sich auf verändernde Situationen einlassen, Handlungen entsprechend anpassen und den Menschen alle Arbeit abnehmen könnten. | 1940er In Berlin-Kreuzberg stellt Konrad Zuse mit dem Z3 einen funktionsfähigen Computer – damals als elektrische Rechenmaschine bezeichnet – vor. Die Ein- und Ausgabe von Daten ist auf Zahlen beschränkt. Acht Jahre später kommt der erste Selbstbau-Computer – Simon – in den USA auf den Markt. 1950er Der Computer-Markt nimmt Fahrt auf. Der Siemens 2002 von 1959 gilt als einer der ersten in Serie gefertigten TransistorenComputer. Mit der Illiac Suite (String Quartet No. 4) veröffentlicht Lejaren Hiller eine Computer gestützte Komposition. Das Dartmouth Summer Research Project on Artificial Intelligence von 1956 gilt als Geburtsstunde des Forschungsfelds KI. | 1960er Hewlett-Packard (HP) wirbt im Magazin Science mit dem Begriff Personal Computer: „9100A puts answers just a touch away“, Antworten sind nur einen Klick entfernt. Technisch kopierte das System Ideen von Konkurrent Olivetti – HP wurde zu Strafzahlungen verurteilt. Während sich die meisten Hersteller auf Datentechniken für große Unternehmen konzentrieren, geht Heinz Nixdorf in Deutschland einen anderen Weg: Seine Rechner sind für KMU erschwinglich. Zwischen US-Universitäten entsteht der Vorläufer des Internets, die Welt erlebt ihre erste KI-Euphorie. | 1970er Intel beginnt mit der Serienproduktion von Mikroprozessoren, während Xerox einen Computer mit grafischer Benutzeroberfläche entwickelt. Damit bekommt auch die Maus – eigentlich schon 1968 erfunden – einen Einsatzzweck. Sowohl vom Preis, als auch von den Abmessungen werden Computer langsam für Privatpersonen interessant. 1980er Das Jahrzehnt der Heimcomputer: Epson bringt mit dem HX-20 einen batteriebetriebenen, tragbaren „Laptop“ raus, Microsoft arbeitet an einer grafischen Benutzeroberfläche – Windows 1. Programme wie Excel, Word und, in der Musikwelt, Finale revolutionieren ganze Arbeitsbereiche. | 1990er Musik wird immer digitaler. Ein vom Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltung sowie der Universität Erlangen entwickeltes Verfahren zur Kompression von Audiodateien erhält offiziell die Bezeichnung MP3. Der Schachweltmeister Garri Kasparow tritt mehrfach gegen den IBM-Computer Deep Blue an, seine Niederlage 1997 gilt als Meilenstein der KI-Entwicklung. | 2000er Wikipedia, Youtube, Skype und Facebook vernetzten Menschen auf eine neue Art und Weise. Musik wird massenhaft auf Datenportalen getauscht. Handys, wie das iPhone von Apple, entwickeln sich vom Kommunikationsgerät zum multifunktionalen Alleskönner – samt Medienwiedergabe und -aufzeichnung.

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