Impuls FOTOS Claudia Krahne, Sascha Hummel STANDORT38 27 August 2025 sprechende Kompetenz besitzen. Seit Februar 2025 müssen Unternehmen ihre Mitarbeitenden laut Artikel 4 des AI Acts zum Thema KI schulen. „Es würde auch niemand seine Mitarbeitenden vor ein frisch eingeführtes SAP-System setzten und sagen ‚Macht mal‘“, erläutert Sascha Hummel, warum er die Schulungspflicht positiv empfindet. „Es bedarf bei jeder Technologie einer intensiven Auseinandersetzung mit den Chancen, den Risiken und Besonderheiten – so auch bei Künstlicher Intelligenz.“ Diese Aufgabe hat er, der sich selbst gern als Technik-Nerd bezeichnet, aufgegriffen. Mit seiner Hummel Consulting & Invest GmbH bietet er Workshops an, in denen Teilnehmende lernen sollen, KI als Chance zu verstehen und dem Thema aufgeschlossen zu begegnen. Schließlich neigen Menschen schon immer dazu, alle sich bietenden Werkzeuge zu nutzen. Und die besten Ergebnisse gebe es eben, wenn man weiß, welche Möglichkeiten sich bieten. Die Gefahr liegt laut Hummel in der Anwendung ohne Basiswissen. „Wenn, zum Beispiel heimlich, datenschutzrelevante Unterlagen hochgeladen oder Bewerbungsunterlagen durch den Bot bewertet werden – einfach, weil es jemand mal ausprobieren möchte“, gibt er zu bedenken. Da gelte es das richtige Angebot für sein Unternehmen und seine Mitarbeitenden zu finden. Was wiederum momentan gar nicht einfach ist, da es noch keinen festgelegten Rahmen gibt, welchen Umfang KI-Schulungen haben müssen, wie diese dokumentiert werden sollen und ob Folgeschulungen notwendig sind. Entsprechend groß und unübersichtlich ist das Fortbildungsangebot auf dem Markt. Die Zukunft gehört den Wissenden Für ihn steht jedoch fest: Wer das Potenzial von Künstlicher Intelligenz nutzen möchte, muss sich intensiv damit auseinandersetzen. Denn in nahezu jeder Branche werden sich in den kommenden drei bis fünf Jahren Jobprofile grundlegend verändern. Einige Jobs werden wegfallen, dafür andere neu entstehen. Als Beispiel nennt er die Softwareentwicklung: „Der reine Software-Entwickler, der einen Code runtergeschrieben hat, wird zunehmend durch KI ersetzt. Dagegen sind Software-Architekten, die mathematisch und analytisch fit sind und das Gesamtkonstrukt verstehen, gefragt.“ Einige Aufgaben im physischen Bereich, etwa im Handwerk, können zwar nicht ersetzt, aber durch KI effizienter gestaltet werden. Für KI-generierte Inhalte wie Texte und Bilder, die zur Information der Öffentlichkeit dienen, gilt seit Anfang August eine Transparenzpflicht (Artikel 50). Das betrifft beispielsweise die Arbeitsbereiche Journalismus und Marketing sowie den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Es muss ersichtlich sein, wenn diese mit Hilfe einer Künstlichen Intelligenz Inhalte erstellt haben. Verstöße dagegen können, so ist es im AI Act festgehalten, je nach Schweregrad mit Bußgeldern bis zu 15 Millionen Euro oder bis zu drei Prozent des Jahresumsatzes geahndet werden. Umgang mit KI-Anwendungen will gelernt sein Es lässt sich festhalten: Richtig angewendet, könnten intelligente Systeme Mitarbeitende von repetitiven und standardisierten Verpflichtungen befreien. Ihre Arbeitskraft und Kreativität wären wieder frei für wichtige Aufgaben. So können Stellenanzeigen oder Kundenanschreiben innerhalb von Minuten statt Stunden erstellt sein oder aufwändige Marktrecherchen in einer halben Stunde statt in mehreren Monaten vonstattengehen. Auch Bernhard Rohleder, Geschäftsführer des Digitalverbands Bitkom, sieht in KI explizit eine Chance für den öffentlichen Dienst und Verwaltungen, die leistungsfähiger werden könnten. Sich wiederholende Aufgaben könnten automatisiert, Beratung, die auf Informationen aus Datenbanken zurückgreift, könnte vereinfacht werden. Gleichzeitig fehlt bereits jetzt viel Personal. Im AI Act ist dem Öffentlichen Dienst, verglichen mit kommerziellen Unternehmen, ein größerer Handlungsspielraum eingeräumt worden. Letztendlich, so Hummel, seien KIAnwendungen Werkzeuge – und den Umgang mit solchen könne man erlernen. „Die Tatsache, dass Systeme mit Künstlicher Intelligenz – wie jedes Werkzeug – als Waffe eingesetzt, also auch missbraucht werden können, sollte uns nicht davon abhalten, sie zu unserem Vorteil einzusetzen“, so sein Fazit. ▶ KI wird die Arbeitswelt revolutionieren, da ist sich Sascha Hummel sicher und unterstützt Unternehmen dabei, die Potentiale der Technologie in den jeweiligen Unternehmen zu heben. „Die Tatsache, dass Systeme mit Künstlicher Intelligenz – wie jedes Werkzeug – als Waffe eingesetzt, also auch missbraucht werden können, sollte uns nicht davon abhalten, sie zu unserem Vorteil einzusetzen."
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