FOTOS Darius Simka/regios24 STANDORT38 38 August 2025 gewinnen. „In die Digitalisierung der Bildung ist in den letzten Jahren sehr viel Geld geflossen“, sagt Mitgründer und Geschäftsführer Jörg Ludwig, das Marktvolumen habe sich verzehnfacht. Waren Schulleitungen und Lehrer früher schon zufrieden, wenn sie Messages und E-Mails mit Kollegen und Schüler:innen austauschen und Dateien ablegen konnten, hätten Schulträger heute eine Wunschliste mit hundert Anforderungen, erzählt Ludwig. „Und diese wollen wir unter Einbindung von Partnerfirmen abdecken.“ Um die Schule als Ganzes in den Blick nehmen und möglichst viele Services aus einer Hand anbieten zu können, wuchs das Unternehmen und versammelte vor allem in den letzten zwölf Monaten einige kleinere Firmen unter dem Dach der IServ Gruppe. „Es muss alles vor Ort funktionieren“, betont Ludwig, „und einfach bedienbar sein. Daher macht es Sinn, wenn alles aufeinander abgestimmt ist.“ Das Ziel: Lehrer:innen Bürokratie ersparen Inzwischen bieten die Braunschweiger rund 55 Module an. Das reicht vom digitalen Klassenbuch mit allen erdenklichen Features über die Einbindung von Eltern bei Themen wie Kalender, Elternbriefe oder Klassengeld bis hin zur Schulbuchausleihe. Ziel dieser Anwendungen sei es, dem Lehrpersonal Zeit zu sparen. „Lehrer sind alle überarbeitet, Kinder werden betreuungsintensiver, aber auch die bürokratischen Aufgaben nehmen zu“, gibt Ludwig zu Bedenken. Und der Sinn von Digitalisierung sollte sein, Probleme zu lösen. Der Geschäftsführer geht davon aus, dass in spätestens fünf Jahren jedem Schulkind ein mobiles Arbeitsgerät wie Tablet oder Notebook zur Verfügung steht. Das momentane Investitionsumfeld gebe Grund zur Hoffnung, aber ausruhen sollte man sich darauf nicht: „Bei Themen wie Digitalisierung kann man Jahre verlieren, wenn es zu kompliziert gedacht wird“, mahnt Ludwig. Hier an Tempo zu verlieren, könne man sich angesichts der immer kürzer werdenden Entwicklungs- und Innovationszyklen nicht leisten. Unausweichlich, so sieht man es bei IServ, wird auch die Künstliche Intelligenz im Schulalltag Einzug halten. „Im täglichen Tun mit der digitalen Welt sind wir im Zeitalter der KI angekommen“, stellt Jörg Ludwig fest. Und das betreffe weit mehr als nur den Bildungssektor: „Meine persönliche Meinung ist, dass KI unsere gesamte Gesellschaft in den nächsten zehn Jahren oder früher komplett auf den Kopf stellen wird.“ Ob damit auch Unterrichtsmodelle auf den Kopf gestellt werden? Die KI als Unterstützung, die etwa bei der Einzelbetreuung von Schülern eingesetzt wird, das kann Ludwig sich vorstellen. Auch als Hilfe für die Unterrichtsplanung. Aber als Ersatz für den Menschen? ▶ In den letzten zwei Jahren ist die IServ Gruppe stark angewachsen und kann mit den Partnern inzwischen rund 55 Module zur Arbeitserleichterung anbieten. ▶ Unterstützung kommt nicht nur von der Karotte. „Bei uns steht der Mensch im Zentrum des Unternehmens“, versichert der Geschäftsführer. ▶ Trotz Künstlicher Intelligenz bleiben Post-Its oft das analoge Mittel der Wahl beim Brainstorming.
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