1250 Jahre Rudolstadt

8 „Im Augenblick sind große Teile des Residenzschlosses Heidecksburg eingerüstet, sodass der Eindruck entsteht, alles sei eine große Baustelle und vielleicht sogar geschlossen. Aber dem ist ganz und gar nicht so“, versichert Kathrin Stern, verantwortlich für Museumspädagogik und Öffentlichkeitsarbeit im Thüringer Landesmuseum Heidecksburg. Auf das Jubiläum 1250 Jahre Rudolstadt angesprochen, verweist sie auf die spannende Sonderausstellung „Stadtgeschichte – Gesammelt – Bewahrt“, die sich mit der Geschichte der Städtischen Altertumssammlung auseinandersetzt. In Rudolstadt wurde auf Betreiben von Bürgern und der Stadtverwaltung 1908 eine museale Sammlung aufgebaut, die durch die Unterstützung der Bevölkerung schnell anwuchs. Nach mehrfachem Standortwechsel gelangte die Ausstellung 1919 auf die Heidecksburg und bildet seitdem einen wichtigen Baustein für das heutige Museum. Baulich bedingt gebe es seit mehreren Jahren leider keine Dauerausstellung mehr und die Altertumssammlung, als von der Bürgerschaft getragene städtische Institution, sei heute kaum noch bekannt. Die jetzige Sonderausstellung will dies ändern. Die bewegte Geschichte der Heidecksburg, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht, ist eng verknüpft mit der Geschichte der Stadt Rudolstadt. Und natürlich arbeitet das Landesmuseum auch im Jubiläumsjahr eng mit der Stadt Rudolstadt zusammen. So ist das Museum auch Teil des am 12. September 2026 stattfindenden Kulturmarathons – mit (in Anlehnung an 1250 Jahre Stadtgeschichte) 12 Stunden und 50 Minuten Programm über die ganze Stadt verteilt. Fragt man Kathrin Stern, warum man das Residenzschloss Heidecksburg unbedingt besuchen sollte und warum sich auch eine weite Anreise lohnt, dann sprudelt es nur so aus ihr heraus: „Die Heidecksburg, das ehemalige Residenzschloss der Grafen und Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt, zählt zu den prachtvollsten Barockschlössern des 18. Jahrhunderts in Thüringen. Das Schloss beherbergt die prunkvollen historischen Wohnräume und Sammlungen der Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt“, fängt sie an aufzuzählen. Und was einige außerhalb von Rudolstadt vielleicht nicht wissen: „Das älteste Naturhistorische Museum Thüringens befindet sich auf der Heidecksburg. Von Fürst Friedrich Karl 1757 gegründet, wurde es im Dezember 2025 überarbeitet und digital erweitert mit zahlreichen interaktiven Elementen für Familien und Naturinteressierte wiedereröffnet“, macht Kathrin Stern neugierig. Das ist aber noch nicht alles: „Die ständige Ausstellung ‚Rococo en miniature – Die Schlösser der gepriesenen Insel‘ ist eines der absoluten Highlights auf Schloss Heidecksburg und gilt mit seinen Miniaturen im Maßstab 1:50 als weltweit einzigartig.“ Daniel Dreckmann Fotos: Andreas Abendroth Eingerüstete Schönheit

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