August 2026 | Ein EXTRA der FUNKE Mediengruppe Thüringen | Ausgabe Nordostthüringen Anzeigensonderverö entlichung und 700 Jahre Stadtrecht Fes woche vom 6. bis 13. September 2026 Highlights der Fes woche Wissenswertes & Historisches Kurioses & Bewegendes
Impressum Redaktion: Redaktion Sonderthemen, Titelfoto: Andreas Abendroth Anzeigen und Vertrieb: FUNKE Medien Thüringen GmbH Juri Gagarin-Ring 86-88, 99084 Erfurt, 0361 / 2274, E-Mail: geschaeftsfuehrung-thueringen@funkemedien.de Geschäftsführung: Simone Kasik, Christoph Rüth, Michael Tallai Verantwortlich für Anzeigen: Patrick Smol Anzeigenpreisliste unter https://funkemediasales.de/mediadaten, Service-Telefon Anzeigenaufnahme: 0361 / 2275651, E-Mail: kundendialoganzeigen-thueringen@funkemedien.de Erfüllungsort und Gerichtsstand für das Mahnverfahren ist Erfurt. Anzeigen und Beilagen politischen Aussage-Inhaltes stellen allein die Meinung der dort erkennbaren Auftraggeber dar. Im September feiert Rudolstadt doppelt: 1250 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung und 700 Jahre nach der ältesten erhaltenen Stadtrechtsurkunde. Dieses Magazin will neugierig auf die Stadt an der Saale machen und auf die Jubiläumswoche einstimmen. Angefangen hat alles mit einem Geschenk. 776 taucht der Ort als „Rudolfestat“ auf, als Schenkung Karls des Großen an das Kloster Hersfeld. 550 Jahre später, 1326, entsteht die älteste Urkunde mit den Stadtstatuten, die bis heute erhalten ist. Zwei Daten, zwei Jubiläen, eine Woche Programm. Dazwischen liegen Grafen, Brände und Bauherren: Orlamünde, Schwarzburg, die Zerstörung durch ein Erfurter Heer 1345, der Aufstieg zur Residenz. Und über allem thront die Heidecksburg. Auch Friedrich Schiller kam gern nach Rudolstadt – hier lernte er Charlotte von Lengefeld kennen, und am 7. September 1788 traf er Johann Wolfgang von Goethe erstmals persönlich. Lange blieb Rudolstadt eine Ackerbürgerstadt. Nur das Porzellan aus Volkstedt ging schon seit Mitte des 18. Jahrhunderts in die Welt. Die Industrie kam spät: 1874 hielt der erste Zug. Danach entstand die Firma Richter, die Arzneimittel und Spielzeug herstellte – darunter die Anker-Steinbaukästen. 1922 wurde Rudolstadt Kreisstadt, 1935 baute man in Schwarza ein Werk für synthetische Fasern. Nach 1945 entwickelte sich Rudolstadt-Schwarza zu einem Zentrum der chemischen Industrie in der DDR. Aber Rudolstadt kann auch gefeiert. Rudolstadt nennt sich zurecht „Stadt der Tanzfeste“, spielt Theater und richtet seit mehr als 300 Jahren das Vogelschießen aus. Mit unserem Magazin rund um die Jubiläumsfeierlichkeiten möchten wir Sie neugierig machen, auf die Stadt, auf die Geschichte, die Kultur, auf die Menschen. Zahlreiche Firmen und Gewerbetreibende haben zum Erscheinen beigetragen. Viel Vergnügen beim Lesen. Ihre Redaktion Sonderthemen Foto: Andreas Abendroth Ein Geschenk Karls des Großen – Die Stadt unter der Heidecksburg wird 1250 2
3 Der Blick auf die Stadt und weit hinunter ins Saaletal ist einmalig. Besucher kommen oft ins Schwärmen, vor allem dann, wenn der Eindruck neu für sie ist. Viele Rudolstädter kennen und schätzen den Marienturm als Wanderziel seit eh und je. Dass dieser Berg ein besonders schöner Ort ist, wusste auch der Erbauer. Am 16. August, wurde nun das 140. Jubiläum des Marienturms mit einem Festgottesdienst, einer Festrede des Vereinsvorsitzenden, Turmführungen und alter Handwerkskunst gefeiert. Von seiner Mutter erbte Carl Becker, Cumbacher Brauereibesitzer, das Waldgrundstück auf den Cumbacher Galeriebergen oberhalb Rudolstadts. Dort stand damals eine Berghütte, die er mit seiner Familie häufig aufsuchte. Die Stelle, wo sich heute der Marienturm erhebt, war sein Lieblingsplatz. Becker beschrieb ihn wegen der unbeschreiblich schönen Aussicht auf das Saaletal, Rudolstadt, dem Luisenturm und auf die Leuchtenburg als „Bildergalerie“. Im Jahr 1886 ließ Carl Becker den Aussichtsturm errichten und benannte ihn nach seiner Frau. Nach nur einem halben Jahr Bauzeit konnte die Einweihung gefeiert werden. Am Tag der Eröffnung sollen die Rudolstädter zu Tausenden in Begleitung der städtischen Musikkapelle hinaufgeströmt sein. Nach Beckers Tod (1906) ging der Marienturm in den Besitz der Stadt über. Dem Vermächtnis Beckers war zu entnehmen, dass der Turm ständig der Öffentlichkeit erhalten bleiben solle. Das ganze Areal hat dann aber leider eine sehr wechselvolle Geschichte und einige Eigentümerwechsel durchlebt. Nicht immer stand der Aussichtsturm der Öffentlichkeit zur Verfügung. Ab 1961 bis 1990 war der Turm gesperrt, weil sich darin Funkanlagen und ein Fernsehumsetzer befanden. Heute kümmern sich die Mitglieder des Vereins Marienturmfreunde um den Erhalt und das Erbe des 18 Meter hohen Aussichtsturms. Dafür wurde in den vergangenen Jahren viel investiert. Vier Etagen können heute wieder besichtigt und genutzt werden. Seit einiger Zeit können hier sogar Hochzeiten stattfinden. Heike Enzian Foto: Andreas Abendroth Ein grandioser Aussichtspunkt Eine Location auf dem Land für Familienfeiern Familiengeführt. Kinderfreundlich. Einzigartig. Ob Geburtstag, Hochzeit, Firmenfest oder Jubiläum - bei uns finden Sie den ungestörten Rahmen für Ihre Feier. +49 (0)36744 - 204 172 +49 (0)174 - 31 31 013 www.landkulturhof-gluecksbringer.de info@landkulturhof-gluecksbringer.de Fam. Hartwig Kirchremda 5 07407 Rudolstadt VIELSEITIGE RÄUMLICHKEITEN FLEXIBLE BESTUHLUNG ÜBERNACHTEN AM HOF INDIVIDUELLE ANGEBOTE RAUM FÜR GÄSTE 20-100
4 Kirchen sind längst nicht mehr nur Orte des Gottesdienstes. Heute dienen sie als kulturelle Zentren und soziale Treffpunkte und prägen als historische Wahrzeichen die Identität von Städten und Dörfern. Als Baudenkmäler bewahren sie das historische Gedächtnis eines Ortes. Mit ihrer charakteristischen Architektur und den weithin sichtbaren Kirchtürmen sind sie zudem markante Orientierungspunkte und prägen vielerorts das Ortsbild. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist die Stadtkirche St. Andreas in Rudolstadt. Sie erhebt sich auf einer leichten Anhöhe und prägt als ehemalige Residenzkirche das historische Stadtbild am Rand der Altstadt. Bei dem Gotteshaus handelt es sich um eine dreischiffige spätgotische Hallenkirche. Sie entstand in den Jahren 1463 bis 1475 durch den Umbau einer bereits aus dem 12. Jahrhundert stammenden Kirche. Bis heute ist die Stadtkirche ein lebendiger Ort der evangelischen Gemeinde. Gottesdienste, Kirchenmusik und kulturelle Veranstaltungen prägen das Gemeindeleben. Gleichzeitig ist die Kirche ein interessanter musealer Ort. Ihre prächtige Ausstattung umfasst unter anderem den Altar, den Fürstenstand, die Kanzel, die Emporenanlage mit der berühmten Ladegastorgel sowie die Fürstengruft, in der ein Teil der Familie der Grafen von Schwarzburg-Rudolstadt seine letzte Ruhe fand. Seit 1574 war Rudolstadt Residenzstadt und gleichzeitig Verwaltungssitz eines Kleinstaates. Die 1605 errichtete Fürstengruft befindet sich in einem der ältesten Teile der Stadtkirche. Die 1499 gegossene Osanna-Glocke hängt im oberen Glockenturm. Ihre Inschrift soll Friedrich Schiller nach einer Turmbesteigung im Jahr 1788 zu einem seiner bekanntesten Gedichte, dem „Lied von der Glocke“, inspiriert haben. Beim Betreten der Kirche fällt dem Besucher sofort der prunkvolle, dreigeschossige und verglaste Fürstenstand ins Auge. Die herrschaftliche Loge diente der fürstlichen Familie als eigener Sitzplatz. Ihre Frontseite ist vom Boden Stadtkirche St. Andreas – Herzstück und Wahrzeichen Rudolstadts Foto: Andreas Abendroth Veranstaltungen „Jubiläum 1250 Jahre Rudolstadt – 700 Jahre Stadtrecht“ Samstag, 12.09.2026, 19 Uhr Konzert TreCantus Franns von Promnitz und Jana Karin Adam, Orgeln Sonntag, 13.09.2026, 17 Uhr Ökumenischer Fest-Gottesdienst zur Festwoche Evangelischer und katholischer Posaunenchor KMD Frank Bettenhausen, Leitung und Orgel 13. Dezember 2026, 18 Uhr Oratorienchor Rudolstadt und Solisten, begleitet von den Thüringer Symphonikern Saalfeld-Rudolstadt Werke: des Rudolstädter Hofkapellmeisters Philipp Heinrich Erlebach „Siehe, ich verkündige euch große Freude“ und Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium I-III, KMD Katja Bettenhausen
5 bis zur Decke mit einem Stammbaum der Familie des Grafen Albrecht VII. von Schwarzburg-Rudolstadt gestaltet. Auf der Empore im westlichen Teil der Stadtkirche befindet sich die „Königin der Instrumente“ – die berühmte Ladegastorgel. Sie wurde 1882 von Friedrich Ladegast in das historische Gehäuse der Orgel aus dem Jahr 1636 eingebaut. Nach mehreren Umbauten und Anpassungen wurde das Instrument von 2003 bis 2005 nach modernen denkmalpflegerischen Gesichtspunkten restauriert. Dabei konnte auch die originale Disposition des Instruments wiederhergestellt werden. Am 11. September 2005 wurde die Orgel durch KMD Frank Bettenhausen im Rahmen eines Festgottesdienstes wieder eingeweiht. Heute erklingt die „Königin“ nicht nur während der Gottesdienste. Auch bei den Rudolstädter Orgeltagen, Konzerten und Orgeleinspielungen für Musikproduktionen kann man ihrem besonderen Klang lauschen. Zahlreiche international renommierte Organisten kommen nach Rudolstadt, um einmal auf diesem außergewöhnlichen Instrument zu spielen. Zum Abschluss lohnt sich ein Blick nach oben in das spätgotische Kreuzrippengewölbe. Von den Schlusssteinen scheinen Engel herabzuschweben. Im Gewölbe des Mittelschiffs sind sie mit Musikinstrumenten ausgestattet, im Chorraum mit den Leidenswerkzeugen Christi und in den Seitenschiffen mit Palmzweigen. So verbindet sich auch im Gewölbe die kunstvolle Gestaltung mit der religiösen und musikalischen Bedeutung der Stadtkirche. Andreas Abendroth Foto: Rira Erlebnishäuser
6 1250.rudolstadt.de 6.9. 10:00 / Lutherkirche / Eröffnungsgottesdienst der Festwoche 15:00 / Theatervorplatz / Theaterfest zur Spielzeiteröffnung 19:30 / Schiller-Theater / Festakt in Rudolfestat (öffentliche Veranstaltung) 7.9. 16:00 / Güntherbrunnen / Ausstellung zum Stadtjubiläum 8.9. 19:00 / Löwensaal / Denis Schecks Bestsellerbibel – Schätze und Schund aus 20 Jahren (Lesung) 9.9. 20:00 / Schillergarten / Rudolstadt im Film: Mutter und Kind (DE 1924), Stummfilm mit Klavierbegleitung 10.9. 17:00 / Heidecksburg / Schloss und Stadt. Zum Bauen auf der Heidecksburg 19:30 / Bauernhäuser / Konzert mit dem Chor des Gymnasiums Fridericianum 11.9. 19:00 / Schillergarten / Blue Swing Steam – Gipsy-Swing 12.9. 09:30 / verschiedene Orte / 12h50' Kulturmarathon 13:00 / Cineplex / Großes Kinofest: Filme für alle. Kino für alle. 16:00 / Rathausportal / Schillernde Geheimnisse – Stadtspaziergang mit dem Liebesbriefboten 19:00 / Stadtkirche / TreCantus: Zu den Wurzeln (Konzert) 19:30 / Bauernhäuser / Charm of Finches: Melodischer Indie-Folk aus Australien (Konzert) 13.9. 10:00 / verschiedene Orte / Tag des offenen Denkmals 10:00 / Schillerhaus / Renate Feyl: Das sanfte Joch der Vortrefflichkeit (Literarische Matinee) 15:00 / Bauernhäuser / Open-Air-Konzert der Kreismusikschule Rudolstadt 17:00 / Stadtkirche / Ökumenischer Festgottesdienst
7 Die Rudolstädter Heimathefte erscheinen in diesem Jahr im 72. Jahrgang und gelten als die älteste noch bestehende Publikationsreihe ihrer Art in Thüringen. Seit ihrer ersten Ausgabe im Jahr 1955 dokumentieren ehrenamtliche und fachkundige Autoren im Zweimonatsrhythmus Geschichte, Kultur und Natur der Region. Ein Redaktionskollegium, das für die inhaltliche Gestaltung der Hefte gemeinsam Verantwortung trägt. Seit der Gebietsreform von 1994 liegt der Fokus auf dem gesamten Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Mehr als Heimatkunde Die Heimathefte sind dabei weit mehr als eine Sammlung unterschiedlichster regionaler Themen. In ihrer über sieben Jahrzehnte währenden Geschichte haben sie Entwicklungen, Ereignisse und Veränderungen ihrer Zeit festgehalten und sind damit zugleich zu einem wichtigen zeitgeschichtlichen Gedächtnis der Region geworden. Sie bewahren nicht nur Wissen über die Vergangenheit, sondern spiegeln auch, wie sich Landschaft, Gesellschaft, Kultur und das Leben der Menschen im Landkreis verändert haben. Ergänzt wird die reguläre Reihe durch Sonderhefte, die sich besonderen historischen, kulturellen oder regionalen Themen widmen. Ab dem Jahr 1992 kann man die Schriftenreihe noch nahezu komplett zu erwerben, ältere Hefte sind nur noch vereinzelt erhältlich. Mehr Informationen rund um die Rudolstädter Heimathefte gibt es beim Landratsamt unter Telefon: 03671/ 823 210. str Foto-Collage: Andreas Abendroth Die Rudolstädter Heimathefte – das Gedächtnis der Region www.hi-bauprojekt.de HI Bauprojekt JOBs Architektur • Tragwerksplanung • Verkehrsanlagen und Tiefbau Ingenieurbauwerke • Technische Gebäudeausrüstung • Laborplanung Erschließungsplanung TEAG-Campus, Erfurt Generalplanung Neubau Fertigungsgebäude, Rudolstadt Planung Sanierung Löwensaal, Rudolstadt VERSTEHEN • LÖSEN • PLANEN Das ist unsere Leidenschaft. Vielleicht auch Deine? Werde Teil unseres Teams. In Jena oder Rudolstadt.
8 „Im Augenblick sind große Teile des Residenzschlosses Heidecksburg eingerüstet, sodass der Eindruck entsteht, alles sei eine große Baustelle und vielleicht sogar geschlossen. Aber dem ist ganz und gar nicht so“, versichert Kathrin Stern, verantwortlich für Museumspädagogik und Öffentlichkeitsarbeit im Thüringer Landesmuseum Heidecksburg. Auf das Jubiläum 1250 Jahre Rudolstadt angesprochen, verweist sie auf die spannende Sonderausstellung „Stadtgeschichte – Gesammelt – Bewahrt“, die sich mit der Geschichte der Städtischen Altertumssammlung auseinandersetzt. In Rudolstadt wurde auf Betreiben von Bürgern und der Stadtverwaltung 1908 eine museale Sammlung aufgebaut, die durch die Unterstützung der Bevölkerung schnell anwuchs. Nach mehrfachem Standortwechsel gelangte die Ausstellung 1919 auf die Heidecksburg und bildet seitdem einen wichtigen Baustein für das heutige Museum. Baulich bedingt gebe es seit mehreren Jahren leider keine Dauerausstellung mehr und die Altertumssammlung, als von der Bürgerschaft getragene städtische Institution, sei heute kaum noch bekannt. Die jetzige Sonderausstellung will dies ändern. Die bewegte Geschichte der Heidecksburg, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht, ist eng verknüpft mit der Geschichte der Stadt Rudolstadt. Und natürlich arbeitet das Landesmuseum auch im Jubiläumsjahr eng mit der Stadt Rudolstadt zusammen. So ist das Museum auch Teil des am 12. September 2026 stattfindenden Kulturmarathons – mit (in Anlehnung an 1250 Jahre Stadtgeschichte) 12 Stunden und 50 Minuten Programm über die ganze Stadt verteilt. Fragt man Kathrin Stern, warum man das Residenzschloss Heidecksburg unbedingt besuchen sollte und warum sich auch eine weite Anreise lohnt, dann sprudelt es nur so aus ihr heraus: „Die Heidecksburg, das ehemalige Residenzschloss der Grafen und Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt, zählt zu den prachtvollsten Barockschlössern des 18. Jahrhunderts in Thüringen. Das Schloss beherbergt die prunkvollen historischen Wohnräume und Sammlungen der Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt“, fängt sie an aufzuzählen. Und was einige außerhalb von Rudolstadt vielleicht nicht wissen: „Das älteste Naturhistorische Museum Thüringens befindet sich auf der Heidecksburg. Von Fürst Friedrich Karl 1757 gegründet, wurde es im Dezember 2025 überarbeitet und digital erweitert mit zahlreichen interaktiven Elementen für Familien und Naturinteressierte wiedereröffnet“, macht Kathrin Stern neugierig. Das ist aber noch nicht alles: „Die ständige Ausstellung ‚Rococo en miniature – Die Schlösser der gepriesenen Insel‘ ist eines der absoluten Highlights auf Schloss Heidecksburg und gilt mit seinen Miniaturen im Maßstab 1:50 als weltweit einzigartig.“ Daniel Dreckmann Fotos: Andreas Abendroth Eingerüstete Schönheit
9 Ehrenamt und Bürgerengagement sind unverzichtbar. Viele Menschen engagieren sich freiwillig in Vereinen, Blaulichtorganisationen und sozialen Einrichtungen und stärken damit das Miteinander und den Zusammenhalt in unserer Region. Ein eindrucksvolles Beispiel für dieses heimatverbundene Engagement sind die Thüringer Bauernhäuser – das älteste Freilichtmuseum Deutschlands. Ohne den Einsatz engagierter Rudolstädter Bürgerinnen und Bürger sowie die Unterstützung der Marie-Richter-Stiftung würde es diesen besonderen Ort heute nicht geben. In den Jahren 1914 und 1915 wurden das Unterhaseler und das Birkenheider Haus an ihren ursprünglichen Standorten abgetragen und in Rudolstadt wiederaufgebaut. Auf diese Weise konnten die historischen Gebäude vor dem Abriss bewahrt und für kommende Generationen erhalten werden. Heute begeistert die Hofanlage im Heinrich-Heine-Park mit ihren schmucken Fachwerkhäusern und dem liebevoll angelegten Bauerngarten. Besucherinnen und Besucher können hier in eine vergangene Lebenswelt eintauchen und bäuerliches Mobiliar, Haus- und Arbeitsgeräte sowie Erzeugnisse der textilen Volkskunst entdecken, die in der Umgebung Rudolstadts gesammelt wurden. Seit 2006 wird das Freilichtmuseum von der Stadt Rudolstadt betrieben. Das historische Inventar gehört zum Bestand des Thüringer Landesmuseums Heidecksburg. Doch die Thüringer Bauernhäuser sind weit mehr als ein Museum: Sie sind ein lebendiger Ort der Begegnung und ein beliebter Veranstaltungsort für Führungen, Konzerte, Sommertheater und Angebote für Kinder. Während der Museumssaison lädt zudem das Museumscafé dazu ein, regionale Spezialitäten in besonderer historischer Atmosphäre zu genießen. Die Thüringer Bauernhäuser zeigen damit eindrucksvoll, was entstehen und erhalten werden kann, wenn Menschen Verantwortung für ihre Heimat übernehmen und sich gemeinsam für ihre Region engagieren. Andreas Abendroth Foto: Andreas Abendroth Hier wird Geschichte lebendig Jetzt informieren – solange freie Plätze verfügbar sind Wer sich für dieses moderne Wohnkonzept interessiert und Wert auf Selbstständigkeit, Sicherheit und Gemeinschaft legt, hat aktuell noch die Möglichkeit, einen der freien Plätze zu erhalten. Kontakt & Beratung AWO Häusliche Pflege E-Mail: sozialstation@awo-rudolstadt.de Telefon: (03672) 34 58 80 Selbstbestimmt wohnen, Gemeinschaft erleben: Ambulant betreute Senioren-Wohngemeinschaft in Volkstedt-West Ein Zuhause, das Selbstständigkeit, Geborgenheit und Gemeinschaft miteinander verbindet: Die ambulant betreute SeniorenWohngemeinschaft der AWO Rudolstadt im Stadtteil Volkstedt-West bietet älteren Menschen eine moderne und lebenswerte Alternative zum klassischen Pflegeheim. Viele ältere Menschen wünschen sich, ihr Leben so lange wie möglich selbstbestimmt zu gestalten, gleichzeitig aber die Sicherheit zu haben, im Alltag nicht auf sich allein gestellt zu sein. Genau dieses Bedürfnis greift das Wohnkonzept der AWO Rudolstadt auf. Die Bewohnerinnen und Bewohner genießen die Privatsphäre ihrer eigenen vier Wände und profitieren im Alltag benötigen und dennoch möglichst eigenständig leben möchten. Ein qualifiziertes Team der AWO Rudolstadt ist täglich vor Ort, begleitet den Alltag, unterstützt bei organisatorischen Fragen und gestaltet gemeinsame Aktivitäten. Bei Bedarf können pflegerische Leistungen flexibel und professionell durch die AWO Häusliche Pflege übernommen werden. Auch die medizinische und therapeutische Versorgung ist optimal sichergestellt. Direkt im Gebäude befindet sich das AWO Gesundheitszentrum mit Angeboten wie Ergotherapie und Fußpflege. Ergänzend steht die AWO Physiotherapie zur Verfügung und bietet bei Bedarf auch Hausbesuche direkt in der Wohngemeinschaft an. zugleich von einer Gemeinschaft, die Begegnungen ermöglicht und gegenseitige Unterstützung fördert. Die Wohngemeinschaft umfasst elf frisch modernisierte Wohneinheiten, die für den Erstbezug bereitstehen. Jede rund 33 m² große Einheit verfügt über ein eigenes Zimmer, ein barrierefreies Badezimmer mit ebenerdiger Dusche sowie einen privaten Balkon. Da die Zimmer unmöbliert übergeben werden, können sie ganz nach den eigenen Vorstellungen eingerichtet werden. Ergänzt wird der private Wohnbereich durch großzügige Gemeinschaftsflächen. Herzstück der Wohngemeinschaft sind zwei hochwertig ausgestattete Gemeinschaftsräume. Die integrierte Küche lädt zum gemeinsamen Kochen, Backen oder zu geselligen Stunden in angenehmer Atmosphäre ein. Das Angebot richtet sich an Seniorinnen und Senioren ab Pflegegrad 2, die Unterstützung
Der Rudolstädter Archivar Frank Esche ist das literarische Aushängeschild Rudolstadts, wenn es um die Aufarbeitung von historischen Fallakten rund um „Wahre Mordfälle“ geht. Viele Jahre arbeitet er als Diplomarchivar im Thüringischen Staatsarchiv Rudolstadt. Er hat bis heute 101 Fälle bearbeitet, neu aufgerollt und diese auf 1250 Buchseiten seiner Thüringer Mord-Pitavals veröffentlicht. Bei seinen Präsentationen und Lesungen laufen den Gästen gewöhnlich kalte Schauer über den Rücken – denn die Gräueltaten werden nicht beschönigt. Im mittlerweile vierten Sachbuch hat Esche 27 spektakuläre Kapitalverbrechen zusammengetragen. Tatorte: die ehemaligen Bezirke Erfurt, Gera und Suhl. Seine Grundlage sind keine Legenden oder literarische Ausschmückungen, sondern Originalakten aus Archiven. „Das sind keine Romane“, betont Esche. „Das sind exakt rekonstruierte Fälle.“ Die Bandbreite ist verstörend: Raubmorde, Doppelmorde, Sexualverbrechen. Taten, die früher schlicht als „erschreckliche Übeltaten“ bezeichnet wurden – und die heute noch erschüttern. Doch Frank Esche geht es um mehr als Nervenkitzel. Seine Arbeit ist auch ein Blick in die deutsche Geschichte. Die Fälle reichen von der Zeit der Weimarer Republik über die NS-Diktatur bis in die DDR. Sie erzählen von Justizsystemen, die über Leben und Tod entschieden – und von Todesurteilen, die heute kaum vorstellbar sind. Was die Fälle so beklemmend macht: Ihre Motive sind zeitlos. Die Taten und die Motive der Mörderinnen und Mörder sind wie ein Spiegel ins heute und jetzt. Hass, Rache, Liebe, Eifersucht. Aber auch Existenzängste, sozialer Abstieg, Verzweiflung. Die Täter stammen aus allen Schichten. „Vom angesehenen Bürger bis zum angeblichen Taugenichts ist alles dabei“, sagt Esche. Oft sind es keine Fremden, sondern Menschen aus dem engsten Umfeld: Ehepartner, Verwandte, Nachbarn. Und manchmal trifft es völlig Unbeteiligte. Die Tatmittel? So banal wie brutal: Pistolen, Äxte, Rasiermesser. Oder Gift, ein Seil und bloße Hände. Oftmals sind es Familiendramen, die sich im Vorfeld abspielen. Im Ergebnis kommt es dann zum „Doppelmord für eine Hochzeit“, „Die Ehefrau stand im Weg“ oder zum „Totschlag in einer völlig zerrütteten Ehe“. In anderen Kriminalfällen kommt es zum „Doppelmord in einer Rudolstädter Gaststätte“, wird eine „Weibliche Leiche im Wasser bei Trusetal“ entdeckt oder es geht um den „Schnürsenkelmord in Nohra“. Die Fälle im Mord-Pitaval sind nicht einfach die Wiedergabe der Akten, bei denen der Leser starke Nerven haben muss. Aufgezeigt wird, wie es zu den Mordumständen kam, wie die Ermittlungen und Prozesse verliefen, das Urteil ausfiel und es geht um das Schicksal der Mörder. Oftmals war der Prozess von der Tat, über die Ermittlungen, Forensik bis zum Urteil viel, viel kürzer als in der heutigen Zeit. Manchmal wurde einfach „kurzer Prozess“ gemacht „Ein besonderer Punkt sind immer die Hinrichtungen. Hier gab es auch manchmal Pannen. Beispielsweise hat das Fallbeil nicht die richtige Stelle getroffen…“. Darüber hinaus haben viele der geschilderten Fälle Rechts- und Kriminalgeschichte – weit über Deutschland hinaus – geschrieben. Was bleibt, ist die Erkenntnis: Diese Geschichten sind alt. Ihre Abgründe sind es nicht. Andreas Abendroth Foto: Andreas Abendroth Kalte Schauer aus den Archiven Spektakuläre Mordfälle von Frank Esche recherchiert 10
11 Die Rudolstädter Riviera zählt zu den beliebten und landschaftlich reizvollen Wanderwegen der Region. Ein schmaler Pfad führt unmittelbar zwischen den markanten Buntsandsteinfelsen und der Saale entlang am Mühlberg bei Rudolstadt-Volkstedt. Ein besonders lohnendes Ausflugsziel ist die Schillershöhe, ein geologisches Naturdenkmal oberhalb des Saaleufers. Im ersten Halbjahr 2026 wurde die Anlage aufwendig saniert. Dabei wurde die Aussichtsplattform wieder sicher nutzbar gemacht und zugleich weitere Gefahrenstellen im Umfeld beseitigt. Mit der Fertigstellung kann die Rudolstädter Riviera ihrem Ruf als landschaftliches Juwel gerecht werden, steht nun allen Wanderern als sicheres und attraktives Ziel zur Verfügung. Den Aussichtspunkt verdankt man Kammerrat August Karl Friedrich Werlich. Mit großem persönlichem Engagement ließ er die Gedenkstätte am Steilhang oberhalb der Saale errichten. Am 9. Mai 1830, dem 25. Todestag Friedrich Schillers, wurde sie feierlich eingeweiht. Von der Schillershöhe eröffnet sich ein schöner Blick über das Saaletal. Am Buntsandsteinfelsen befinden sich ein Nachguss der Schillerbüste von Johann Heinrich Dannecker sowie eine Tafel mit einem Auszug aus Schillers Gedicht „Der Spaziergang“. Andreas Abendroth Foto: Andreas Abendroth Reizvolle Rudolstädter Riviera Jetzt Informieren: E-Mail: tagespflege@awo-rudolstadt.de Telefon: (03672) 47 64 182 FREIE PLÄTZE IN UNSEREN TAGESPFLEGEN IN RUDOLSTADT UND SITZENDORF! AWO Rudolstadt: www.awo-rudolstadt.de Entdecken Sie unsere Bereiche für mehr Gesundheit, Mobilität und Wohlbefinden in jedem Alter. Alle Leistungen erhalten Sie bei uns auf Rezept oder als Privatleistung. Hausbesuche sind möglich. Wohltuende Massagen: Gönnen Sie sich eine Auszeit vom Alltag. Wir lösen Verspannungen und schenken neue Energie – zum Beispiel mit klassischen Teil- und Nackenmassagen, Fußreflexmassagen oder Lymphdrainage. Ganzheitliche Ergotherapie: Wir stärken Ihre Handlungsfähigkeit und Mobilität im Alltag. Unser Angebot reicht von der zertifizierten Handtherapie und Sturzprophylaxe über die Entwicklungsdiagnostik bei Kindern bis hin zu Hausbesuchen. Professionelle Fußpflege: Wir bieten Ihnen sowohl die kosmetische Fußpflege (z. B. Nagelschnitt & Pflege) als auch die medizinische Fußpflege/Podologie (z. B. Behandlung von Hornhaut, Hühneraugen oder eingewachsenen Nägeln). Erich-Correns-Ring 2 | 07407 Rudolstadt Tel.: 03672 82 98 816 | Mobil: 0173 34 66 594 gesundheitszentrum@awo-rudolstadt.de Gesundheitszentrum Jetzt Termin vereinbaren! Soziale Dienste Rudolstadt gGmbH Gesundheitszentrum Massage | Fußpflege | Ergotherapie
12 Seit 21. August dreht sich in Rudolstadt wieder alles um das Vogelschießen. Nur noch bis zum 30. August lockt das 304. Rudolstädter Vogelschießen Gäste aus nah und fern auf die Bleichwiese. Thüringens größtes Volksfest bietet nicht nur Fahrgeschäfte, Buden und kulinarische Genüsse, sondern auch ein Stück lebendige Geschichte. Die Wurzeln des Festes reichen mehr als 300 Jahre zurück. Am 28. August 1722 wurde das Vogelschießen erstmals gefeiert. Schützen, Gaukler und Musikanten unterhielten die Besucher, später kam das „fahrende Volk“ hinzu – die Vorläufer der heutigen Schaustellerfamilien. Schon damals gehörten gutes Essen, Tanzveranstaltungen und Feuerwerk zum Festvergnügen. Wie das Vogelschießen Theatergeschichte schrieb Für Rudolstadt hat das Vogelschießen eine Bedeutung, die weit über das eigentliche Volksfest hinausreicht. Es spielte eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Rudolstädter Theatertradition. Im Jahr 1792 ordnete Fürst Friedrich Karl von Schwarzburg-Rudolstadt den Bau eines Komödienhauses an. Während des Vogelschießens sollte es den Bürgern Bildung und Kultur bieten. Bereits ein Jahr später wurde das Theater eröffnet. Wie viel Rudolstadt zu dieser Zeit kulturell zu bieten hatte, zeigt auch ein Blick auf die prominenten Gäste des Festes. Johann Wolfgang von Goethe reiste mit seiner Weimarer Schauspieltruppe an, die damals zu den bedeutendsten Bühnenensembles Deutschlands zählte. Goethe selbst übernahm 1794 sowie von 1796 bis 1803 die Intendanz des Rudolstädter Theaters. Damit wurde die Stadt zu einem wichtigen Schauplatz der deutschen Theater- und Literaturgeschichte. Hier begegneten sich Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe am 7. September 1788 zum ersten Mal persönlich. Doch auch abseits der Bühne sollen die beiden Dichter das Volksfest genossen haben. Der Überlieferung zufolge schlenderte Goethe besonders gern über den Festplatz – mit einem Mädchen aus dem Volk an der einen und einer Bratwurst in der anderen Hand. Schiller wiederum war Mitglied der Rudolstädter Schützengilde. Die besondere gesellschaftliche Bedeutung des Festes fasste er 1788 in einem Satz zusammen: „Das Vogelschießen ist die einzige gesellschaftliche Anstalt im Jahr für den Hof und seine Stadtleute.“ Das Volksfest zieht um Im Laufe seiner Geschichte wechselte das Vogelschießen seinen Standort. Bis 1952 wurde auf dem Oberanger gefeiert, unmittelbar neben dem Theater. Seit 1953 findet das Fest auf der Bleichwiese statt. Dort entwickelte es sich zu einem der beliebtesten Volksfeste der ehemaligen DDR. Einen weiteren Entwicklungsschub brachte 1996 die Vergrößerung des Festplatzes. Seither sorgt die Mischung aus traditionsreichen Schaustellerbetrieben, modernen Fahrgeschäften und immer neuen Attraktionen für ein abwechslungsreiches Angebot. So ist das Rudolstädter Vogelschießen heute vieles zugleich: Volksfest und Familientradition, Jahrmarkt und Kulturgeschichte, Nostalgie und moderne Unterhaltung. Was 1722 mit Schützen, Gauklern und Musikanten begann, ist längst untrennbar mit Rudolstadt verbunden – und hat auch nach mehr als drei Jahrhunderten nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Andreas Abendroth Das Rudolstädter Vogelschießen in einer historischen Ansicht. Foto: Stadt Rudolstadt Mehr als Bier, Musik und Fahrgeschäfte Blick über das Rudolstädter Vogelschießen auf der Bleichwiese 2025. Foto: Andreas Abendroth
13 Grigoleit- Stein & Denkmal Wir gratulieren der Stadt Rudolstadt zu Ihrem doppelten Jubiläum: 1250 Jahre urkundliche Ersterwähnung und 700 Jahre Stadtrecht. Als regionales Unternehmen unterstützen wir mit unserer handwerklichen Arbeit die denkmalgerechte Instandsetzung von historischer Bausubstanz und die Erhaltung von Baudenkmalen. Zurzeit sind wir als Firma Grigoleit- Stein & Denkmal ein Teil des gesamten Handwerker-Teams auf dem barocken Residenzschloss Heidecksburg, welche an dem Mammutprojekt Restaurierung und Sanierung der Heidecksburg im Auftrag der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten mitwirken dürfen. Die Stiftung selbst hat hier ihren Sitz. Hoch über Rudolstadt restaurieren wir den Schlossturm im Übergang vom Süd- zum Westflügel. Die Arbeiten am Schlossturm umfassen u. a. die fachgerechte Reinigung der Oberflächen, Steinaustausch und an kleineren Stellen Steinergänzungen sowie die Erneuerung defekter Fugen – alles unter der obersten Prämisse zur Erhaltung der Originalsubstanz. Ziel ist es, die bauliche Substanz des Schlosses für die nächsten Jahrzehnte zu sichern. Die Historie und das Stadtbild von Rudolstadt prägen weitere zahlreiche Bauwerke, die es wert sind, aus dem Dornröschenschlaf geweckt zu werden. Ein Beispiel hierfür ist die Anker-Villa. Grigoleit- Stein & Denkmal - Steffen Grigoleit (Firmeninhaber) ist Meister im Steinmetz- & Steinbildhauerhandwerk sowie Restaurator im Handwerk. In seiner beruflichen Laufbahn hat er an der Restaurierung zahlreicher renommierter und spannender Projekten mitgewirkt, u. a. am Brandburger Tor in Berlin, am Schloss Weißenstein in Pommersfelden, an den Landungsbrücken in Hamburg und ebenfalls im Auftrag der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten an der Totalrekonstruktion der Greifenbank auf Schloss Altenstein. Zusammen mit seinem Team ist es ihm wichtig, neben der handwerklichen Exaktheit auch Kreativität und die individuellen Wünsche der Kunden in gleichem Maß zu berücksichtigen und umzusetzen. Zum Leistungsspektrum der Firma zählen die Restaurierung historischer Bauwerke, klassische Steinmetz-, Bildhauer- und Natursteinarbeiten. Eine persönliche Beratung zu Grabsteinen, Restaurierungen, Bildhauerarbeiten oder Sonderaufträgen hat einen hohen Stellenwert, um gemeinsam neue Herausforderungen und Aufträge anzugehen und neue Ideen zu entwickeln. Wir, die Firma Grigoleit- Stein & Denkmal freuen uns sehr, im Jubiläumsjahr der Stadt Rudolstadt zur Erhaltung eines besonders markanten wichtigen Bauwerkes von Abschnitten des Schlosses Heidecksburg und darüber hinaus zum Glanz des Stadtbildes Rudolstadt beizutragen. Meisterstück von Steffen Grigoleit: Barocke Dachgaube, angelehnt an Barockschloss Weißenstein Die Rudolstädter „Villa Ambiente“ in der Breitscheid-Straße wurde durch die Firma GrigoleitStein & Denkmal bereits aus dem Dornröschenschlaf geweckt und umfassend fachgerecht restauriert. vorher nachher
Wie interessant und aufregend die Geschichte Rudolstadts ist, wird auch beim Tag des offenen Denkmals am 13. September deutlich. Die Stadtverwaltung Rudolstadt verweist vor allem auf diese drei Bauwerke: Erste Deutsche Bismarck-Feuersäule: Am 1. April 1899 fertiggestellt, war sie tatsächlich die erste Bismarcksäule in Deutschland. „Der Turm ist offen und kann auf eigene Faust erkundet werden und über die neu eingebaute Treppe kann auf die Aussichtsplattform die fantastische Gegend um das Saaletal entdeckt werden“, erklärt Michael Wirkner, Pressesprecher der Stadt Rudolstadt. Pagenhäuser am Schlossaufgang: Die unmittelbar am Schlossberg erbaute Häusergruppe aus dem 16. Jahrhundert diente bis Ende des 18. Jahrhunderts als Wohnungen von Bediensteten des Rudolstädter Hofes. Hier erwarten die Gäste am Denkmaltag unter anderem Führungen, ein Spendenflohmarkt und ein Café. Rathaus/Ratskeller: Ein Kurzvortrag im Sitzungssaal des Rathauses um 11 Uhr nimmt Interessierte mit auf eine Reise durch die Geschichte des Gebäudes und seiner Nutzung. Anschließend öffnet der Ratskeller seine Tür für eine Besichtigung. Genutzt wird jetzt der, in der Vergangenheit als Gaststätte betriebene, Ratskeller als Probenstätte des etablierten theater-spiel-ladens. Das Rathaus gehört zu den prägenden Gebäuden der Innenstadt. Seine heutige Gestalt erhielt es im Jahr 1912, als das ursprünglich aus dem 17. Jahrhundert stammende, schlichte Amtsgebäude durch den markanten Turmanbau und einen Erker im Renaissancestil erweitert und architektonisch aufgewertet wurde. Weitere Tipps und Hinweise unter: www.rudolstadt.de Daniel Dreckmann Foto: Andreas Abendroth Eine Reise durch die Zeit 14 Wohlfühlen & Ganzheitlich gesund. Seit 2010 begleiten wir Menschen auf Ihren persönlichen Weg zu mehr Gesundheit, Beweglichkeit und Wohlbe nden – professionell, individuell und mit Blick auf den ganzen Menschen. Physiotherapie – Osteopathie – Shendo Shiatzu + Wellness + Sport Lernen Sie uns kennen! Große Allee 1 • 07407 Rudolstadt Tel.: 03672 – 829 62 81 www.physiobal.de
15 „Wir sind mit unseren 140 Jahren Firmengeschichte eines der ältesten Unternehmen in Rudolstadt“, sagt Ines Schroth, Betriebsleiterin der Ankerstein GmbH, auf das Stadtjubiläum angesprochen. „Und wir werden im Rahmen des Kulturmarathons am 12. September etwas präsentieren, was Außenstehende sonst nicht zu sehen bekommen: unseren Steinkeller. Das ist ein schöner alter Gewölbekeller, der uns als Lager dient und in dem wir einiges zeigen können. Schließlich haben wir 1800 unterschiedliche Bausteinformen.“ Rudolstadt habe mit Schiller viel Kulturelles zu bieten – und man ergänze das bei der Ankerstein GmbH gern, eben mit spannender Industriekultur, sagt die Betriebsleiterin selbstbewusst. Und natürlich gibt es auch einen Bausatz Ankersteine mit dem man ein wichtiges Gebäude Rudolstadts nachbauen kann: die Richtersche Villa des Firmengründers Friedrich Adolf Richter. 208 Einzelsteine aus der charakteristischen Mischung aus Quarzsand, pulverisiertem Kalk und Leinölfirnis braucht man dafür. Anker-Baustein-Sets gebe es außerdem von der Klosterruine Paulinzella, der Johanneskirche in Saalfeld und – ganz neu – dem Planetarium in Jena. Letzteres besteht aus 137 Steinen. Viel spannender als das Bauen nach Plan findet Ines Schroth aber das kreative freie Bauen, das sie bei Kindern zu fördern versucht, „weil wir junge Menschen brauchen, die kreative Lösungen suchen und finden können“. Dann spielt sie also auch selbst mit Ankersteinen? „Na logisch, allein schon zur Entschleunigung kenne ich nichts Besseres“, sagt die Betriebsleiterin. Wer das selbst ausprobieren will, kann dies beim Tag der offenen Tür am 3. Oktober, beim Großeltern-Enkel-Tag an jedem ersten Samstag im Monat – also wieder am 5. September – und bei den regelmäßigen Manufakturführungen im Spielzimmer der Ankerstein GmbH. Daniel Dreckmann Foto: Andreas Abendroth Große Welten aus kleinen Steinen KOMPETENT. ZUVERLASSIG. AUS EINER HAND. 24h-HOTLINE: 0171 - 288 2749 Ob neues Bad, moderne Heizung oder zuverlässiger Service. Dörr begleitet Sie von der Idee bis zur Wartung. Am Läusebach 4 07318 Saalfeld 03671 - 5519 -0 info@doerr-saalfeld.de Heizung Lüftung Sanitär Klima Elektro Kundendienst SEIT 1993 IN SAALFELD
16 Der 29. Mai 1767 war ein warmer, sonniger Tag in Thüringen, auch wenn am frühen Nachmittag bereits dunkle Wolken am Horizont aufzogen. An diesem Freitagnachmittag sollte die letzte öffentliche Hinrichtung in der Residenzstadt Rudolstadt stattfinden. Der schwarzburg-rudolstädtische Fürst Johann Friedrich (*8. Januar 1721, †10. Juli 1767) hatte die Begnadigung des Delinquenten abgelehnt und damit die schauerliche Exekution des Doppelmörders ermöglicht. Der Zimmergeselle Johann Georg Ziermann aus dem sachsen-meiningischen Ort Großgeschwenda, der 1764 nach Rudolstadt gekommen war, wurde unter den Augen von weit über tausend Frauen, Männern und Kindern auf dem Rudolstädter Marktplatz 1767 qualvoll hingerichtet. Zuerst wurde er mit einer glühenden Zange am Oberarm gerissen, anschließend beförderte der Scharfrichter Johann Michael Gottlieb Brand den zum Tode verurteilten Mörder, vom Leben in den Tod, indem er mit dem Rad zuerst die Beine und danach das Genick des Verurteilten zerschmetterte. Dies alles geschah unter dem Jubel der Rudolstädter und vieler auswärtiger Zuschauer, darunter etwa 100 Jenaer Studenten. Der Gemarterte ertrug die entsetzliche Qual sehr standhaft. Nach seinem Ableben legten ihn des Henkers Gesellen auf das Rad und übergaben somit den Leichnam den Raben zum Fraß. Doch, was führte zu dieser grausamen öffentlichen Hinrichtung? In der Nacht vom 23. zum 24. Oktober 1766 schlich sich der Zimmergeselle Johann Georg Ziermann mit einer Axt in die Wohnung der 69jährigen Schwarzfärberin Elisabeth Magdalene Böttner, die dort mit ihrer 15jährigen Enkeltochter nächtigte. Ziermann war in dem Haus in der Rudolstädter Mangelgasse bekannt, hatte er von ihr doch hin und wieder etwas Geld und Nahrungsmittel geschenkt bekommen, weshalb er sie auch „meine Mutter“ zu nennen pflegte. So bekam er offensichtlich auch die vielen Messingzeichen zu sehen, die die Witwe für das Färben brauchte. In seiner Unwissenheit mochten ihm die Zeichen als vermeintliche Goldstücke ins Auge gestochen sein. In besagter Nacht handelte der mit einer kräftigen Statur gesegnete Ziermann schnell und brutal. Ohne zu zögern, ließ er sein Mordwerkzeug auf die Köpfe der beiden Frauen, die in einem Bett schliefen, sausen und wurde somit in nur wenigen Augenblicken zu einem Doppelmörder. Nach vollendeter Tat ergriff der Verbrecher mit seiner wenig wertvollen Beute schnell die Flucht und wurde alsbald gefasst. Nach Beendigung des gegen Ziermann in Rudolstadt geführten Inquisitionsprozesses wurden die Akten an die Juristenfakultät nach Erlangen gesandt, um deren Gutachter- und Urteilstätigkeit im Fall des Doppelmörders zu nutzen. Die dortigen Gutachter urteilten, dass der Delinquent Ziermann mit einer glühenden Zange einmal gerissen und mit dem Rade vom Leben zum Tode zu bringen, sowie der Körper anschließend aufs Rad zu legen sei. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von Frank Esche: Thüringer Mord-Pitaval (1766-1938), Band 1 und Verlag Kirchschlager Arnstadt Hinrichtung Johann Georg Ziermann auf dem Rudolstädter Marktplatz 1767. Foto: Landesarchiv Thüringen – Staatsarchiv Rudolstadt, Nachlass Lina und Louis Marlier Nr.5 Rudolstadts dunkle Seite Tod auf dem Rad: Die letzte öffentliche Hinrichtung 1767
Fest verwurzelt ist das Theater in der Geschichte Rudolstadts. Über die Jahrhunderte wechselten die Namen des Hauses, ebenso wie seine Gestalt und Nutzung. Geblieben ist die große Vielfalt künstlerischer Formen, die hier bis heute ihren Platz findet. Auch die Spielstätten wurden immer wieder umgebaut und an die jeweiligen Anforderungen angepasst. Für das Publikum eröffnet sich so ein facettenreiches Programm: von Schauspiel und Musiktheater über Angebote für junges Publikum bis hin zu Konzerten – im Großen Haus, im „Schminkkasten“ und weiteren Spielorten. Die Anfänge reichen bis in die Jahre 1792/93 zurück. Auf Veranlassung des fürstlichen Hofes entstand zunächst ein Sommertheater auf dem Anger. Schon früh wurde Rudolstadt zu einem Ort, an dem sich bedeutende Namen der Kunst- und Kulturgeschichte begegneten. Goethe und Schiller waren hier zu Gast, Carl Maria von Weber trat als Knabensänger auf. Der „Teufelsgeiger“ Niccolò Paganini gab 1829 ein Konzert, Franz Liszt folgte 1844. Richard Wagner gastierte als Musikdirektor der Bethmannschen Operntruppe sechs Wochen lang in Rudolstadt. Auch Robert und Clara Schumann besuchten 1845 das Theater. Eine besondere Zäsur in der jüngeren Geschichte markierte die lange Schließzeit des Großen Hauses. Aufgrund umfangreicher Renovierungsarbeiten blieb es von Januar 2017 bis September 2025 geschlossen. Im September 2025 wurde es schließlich als „Schiller-Theater Rudolstadt“ mit einem vollständig neu gestalteten Zuschauerhaus wiedereröffnet. Heute vereint das Schiller-Theater Rudolstadt Schauspielensemble und Orchester unter einem Dach. Auf dem Spielplan stehen Schauspiel, Musiktheater und Junges Theater. Hinzu kommt ein breit gefächertes Konzertangebot der angegliederten Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt. Im neuen Haus und an den verschiedenen Spielstätten erwartet das Publikum ein abwechslungsreiches Repertoire – ein lebendiger Reigen aus Schauspiel, Musik, Konzert und Begegnung. Andreas Abendroth Foto: Andreas Abendroth Ein Reigen der Künste 17 Werner-Seelenbinder-Straße 5 Tel.: 03672 / 30 35 030 07407 Rudolstadt Fax: 03672 / 82 99 653 christian.reiber@gmx.net Mobil: 0172 / 93 60 328 Maler- und Tapezierarbeiten Fußbodenverlegung Trockenbau Fassaden- gestaltung Wärmedämmung
18 Die thüringische Residenzstadt Rudolstadt blickt auf eine bewegte und facettenreiche Geschichte zurück. Über Jahrhunderte hinweg entwickelte sie sich zu einem kulturellen Zentrum, das Künstler, Dichter, Denker und zahlreiche weitere Persönlichkeiten anzog. Ihre historische Bedeutung und die Begegnungen bedeutender Geistesgrößen prägen das besondere kulturelle Erbe der Stadt bis heute. Der ehemalige französische Staatspräsident François Mitterrand geriet 1940 – während des Zweiten Weltkriegs – in deutsche Kriegsgefangenschaft und wurde mehrere Monate in einem Lager in Schaala, heute ein Ortsteil von Rudolstadt, festgehalten. Von dort gelang ihm schließlich die Flucht. Mitterrands Erinnerungen an Rudolstadt prägten sein Bild von Deutschland maßgeblich und trugen entscheidend zur späteren deutsch-französischen Versöhnung bei. Die deutsche Schauspielerin Annett Renneberg wurde am 16. März 1978 in Rudolstadt geboren, wo noch immer ein Teil ihrer Familie lebt. Sie wuchs in Berlin auf, feierte bereits als Teenager ihr Filmdebüt und wurde vor allem durch große TV-Rollen wie die der Signorina Elettra in Commissario Brunetti oder als Prof. Dr. Maria Weber in „In aller Freundschaft“ bekannt. Zur 100. Auflage von „MMM – Was bin ich?“ – das heitere Beruferaten des Theater Rudolstadt – war sie der umjubelte Stargast. Henriette Ernestine von Holleben, war in Rudolstadt als „Jettina“ bekannt. Ein wichtiger Ort in ihrem Leben wurde das Fürstliche Bernhardinen-Stift – dort, wo sich heute der Handwerkerhof befindet. Für unverheiratete adlige Frauen des 19. Jahrhunderts bot das Damenstift einen geschützten Rahmen, in dem sie selbstständig leben und Aufgaben übernehmen konnten. Für Jettina war es auch zum Ausgangspunkt ihres sozialen Engagements. Sie widmete sich der Armen- und Wohlfahrtspflege in Rudolstadt. In Rudolstadt fand dieser Einsatz besondere Anerkennung. Am 28. September 1891 verlieh die Stadt Henriette von Holleben das Ehrenbürgerrecht. Für eine Frau im Deutschen Kaiserreich war diese Auszeichnung ausgesprochen bemerkenswert. Arthur Schopenhauer hatte im Sommer und Herbst 1813 seine prägende Phase in Rudolstadt. Aus Weimar kommend zog er sich nach Spannungen im Haushalt seiner Mutter und auf der Flucht vor den Kriegswirren hierher zurück, wohnte und arbeitete in einem Zimmer im damaligen Gasthaus „Zum Ritter“. Rudolstadt wurde für ihn zum Rückzugsort. In dieser Abgeschiedenheit schrieb er seine Dissertation ‚Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde‘, mit der ihn die Universität Jena 1813 promovierte. Hätten Sie es gewusst…? Foto: Stadtverwaltung Rudolstadt Foto: La Documentation française / Gisèle Freund Foto: Andreas Abendroth: Foto: Portrait_by_Ludwig_Sigismund_Ruhl
Georg Heinrich Macheleid studierte an der Universität Jena Theologie und wirkte im Fürstentum SchwarzburgRudolstadt mehrere Jahre als Prediger. Schon während seines Studiums hatte er ein ausgeprägtes Interesse an den Naturwissenschaften entwickelt – besonderes die Herstellung von Porzellan. Durch das Experimentieren mit einheimischen Rohmaterialien gelang es ihm nach zahlreichen Versuchen Porzellan herzustellen. Am 8. September 1760 bat er den Fürsten Johann Friedrich von Schwarzburg-Rudolstadt um das Privileg der Errichtung einer Porzellanfabrik in Sitzendorf. Er gründete damit die älteste, noch heute produzierende Porzellanmanufaktur, die 1762 nach Rudolstadt-Volkstedt verlegt wurde. Ludwig Friedrich II. wurde am 9. August 1767 in Rudolstadt geboren. Er ging als bemerkenswerter Regent mit hohen Idealen in die Geschichte ein. Gemeinsam mit seiner Gemahlin Karoline von Hessen-Homburg machte er den Rudolstädter Hof zu einem Treffpunkt von Künstlern, Schriftstellern und Gelehrten. Zu den Verdiensten gehören die Förderung des Theaters, der Glockengießerei und der Bau eines Geschäftshauses für die Hofbuchdruckerei in der Alten Straße. Mit den Bürgern der Stadt fühlte er sich eng verbunden. Er besuchte gern das jährliche Schützenfest, das traditionelle Vogelschießen, das heute noch ein Höhepunkt im Stadtleben ist. 19 Foto: Stadt Rudolstadt Foto: Gemälde-Kopie / bereitgest. von Thür. Porzellanstraße An den Oberen Bergen 1 ∙ 07407 Rudolstadt Tel.: (0 36 72) 41 37 44 Mobil: 0151 - 28060246 E-Mail: paddy.roeller@yahoo.de Fußboden Raumdecor Trockenbau RÖLLER INNENAUSBAU & MODERNISIERUNG An den Oberen Bergen 1 07407 Rudolstadt Tel.: (0 36 72) 41 37 44 Mobil: 0151 - 2 80 60 246 E-Mail: paddy.roeller@yahoo.de Fußboden Raumdecor Trockenbau
20 Alljährlich befindet sich Rudolstadt Anfang Juli im Ausnahmezustand: Musik aus aller Welt erklingt in Straßen, Gassen, Höfen und auf Plätzen – auf mehr als 30 Bühnen. Künstlerinnen und Künstler aus über 40 Ländern tre en aufeinander, rund 300 Konzer e finden an vier Festivaltagen sta . Rund 90.000 Festivalgäste erleben dabei ein einzigar iges Zusammenspiel aus Musik, Tanz und Begegnung. Ergänzt wird das Programm jedes Jahr durch einen besonderen Länderschwerpunkt, Tanz- und Gesangsworkshops, Symposien sowie die Verleihung des Weltmusikpreises „Ruth“. Das Rudolstadt-Festival – Deutschlands größtes Folk-, Roots- und Weltmusikfestival – blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Seine Ursprünge reichen bis ins Jahr 1955 zurück, als in Rudolstadt erstmals das „Fest des deutschen Volkstanzes“ sta and. Es war ein gesamtdeutsches Fest, zu dem 50 Gruppen aus dem westlichen und 110 Gruppen aus dem östlichen Teil Deutschlands anreisten. Mit dem Mauerbau 1961 endete die Zeit des gesamtdeutschen Festivals. Die Tanzfeste in Rudolstadt aber lebten weiter. Zwischen 1955 und 1989 fanden insgesamt 25 Tanzfeste sta . 1963 folgte das „1. Fest des Liedes und des Tanzes auf Kreisebene“, 1965 das „1. Tanz- und Musikfest des Bezirkes Gera“. 1969 wurde die Veranstaltung schließlich in „Tanzfest der DDR“ umbenannt – ein Name, der bis zur politischen Wende 1989 Bestand ha e. Schon damals war das Fest weit mehr als eine reine Tanzveranstaltung. Neben Tanzgruppen standen Blasorchester, Fanfarenzüge, Musik-Combos und Volkschöre auf den Bühnen. So en wickelte sich das Tanzfest zu einer face enreichen Veranstaltung und zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens in Rudolstadt. Nach der Wende stand der Stadtrat vor der Frage, wie es mit dem traditionsreichen Tanzfest weitergehen sollte. Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe begeister er Folk-Musiker und -Liebhaber wurde innerhalb von nur sechs Monaten ein neues Konzept en wickelt. Der neue Name: „Tanz & FolkFest“. Die Idee dahinter war, „Gutes vom Alten zu bewahren, spannendes Neues hinzuzufügen“. Beschränkungen sollten keinen Platz haben. Sta dessen sollte das Festival die ganze Bandbreite dieses Musiksektors zeigen: Folk und Weltmusik, Bühnen- und Mitmachtanz, Konzer e und Workshops, Lautes und Leises – ein fröhlicher Spielplatz der Musikkulturen dieser Welt. Der Er olg des ersten Festivals war überwältigend. Bereits 1992 entschied die Stadt, das Fest kün ig jährlich zu veranstalten. Ein Jahr später erhielt es den Namen „TFF.Rudolstadt“. Mit den Jahren wuchs das Festival kontinuierlich und erarbeitete sich einen besonderen Ruf als internationales Aushängeschild für „Global Sounds, Roots und Weltmusik“. 2016 erhielt es schließlich seinen bis heute gültigen Namen: „Rudolstadt-Festival“. Heute zieht das Rudolstadt-Festival Besucherinnen und Besucher aus aller Welt an. Es steht für musikalische Vielfalt, leise Momente und o ene Begegnungen, die berühren und verbinden. Künstlerinnen und Künstler finden hier eine Bühne für ehrliche, intensive Musik ebenso wie für ungewöhnliche und überraschende Klänge. Für vier Tage wird die gesamte Stadt zur Bühne. Rudolstadt wird zu einem Or , an dem Musik auf Menschen, Kulturen und Geschichten tri – und an dem Begegnung ganz selbs verständlich wird. Gerade in einer Zeit, in der gesellscha licher Zusammenhalt und gegenseitiger Respekt wichtiger denn je sind, setzt das Festival ein starkes Zeichen für ein friedliches und welto enes Miteinander. Andreas Abendroth Fotos: Andreas Abendroth Roots, Folk und Weltmusik
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