Osterzauber

Foto: ©heofano Vetoul Ostern ist Familienzeit, mit vielen traditionellen Bräuchen. Dazu gehören für viele auch große Festmahle zum Ende der 40-tägigen Fastenzeit, die gemeinsam zelebriert werden. Klassische Ostergebäcke und natürlich das Ei dürfen dabei nicht fehlen. Doch was hat es mit diesen Leckereien auf sich, die zur Osterzeit bei fast jedem Bäcker zu finden sind? Gebildbrote Sogenannte Gebildbrote stellen meist Menschen, Hasen oder Vögel dar oder sind zu kunstvollen Flechtgebäcken geformt. Der Kulturwissenschaftler Prof. Gunther Hirschfelder von der Universität Regensburg hat sich intensiv mit den Osterbräuchen und deren Bedeutung beschäftigt. „Sie werden seit jeher mit der Hand geformt und werden hauptsächlich an den hohen Festen des Kirchenjahres gebacken und verschenkt. Denn Brot steht bereits in der Bibel als Sinnbild des Lebens, für die Beziehung zwischen Mensch und Gott. Das gemeinsame Brotessen lässt bis heute Tischgemeinschaften entstehen – wer sich dem verschließt, verschließt sich auch stets symbolisch der Gemeinschaft.“ Hefezopf Der Hefezopf gehört zu Ostern, weil er eng mit der christlichen Tradition und dem Ende der Fastenzeit verbunden ist. Während der 40 Tage vor Ostern verzichteten die Menschen früher auf reichhaltige Lebensmittel wie Eier, Butter und Milch. Mit dem Osterfest, an dem die Auferstehung Jesu Christi gefeiert wird, endete diese Zeit des Verzichts. Endlich durfte wieder mit „festlichen“ Zutaten gebacken werden – und genau daraus besteht ein Hefezopf. Er war deshalb ein besonderes Gebäck, das Freude, Dankbarkeit und Festlichkeit ausdrückte. Der geflochtene Teigstrang steht sinnbildlich für Verbundenheit und Gemeinschaft. In vielen Familien wird das Backen eines Hefezopfs von Generation zu Generation weitergegeben. Lamm und Hase Als Gebäck beliebt ist das Lamm, das als Opfersymbol für das Leiden Jesu Christi steht und zugleich auch Frühlingsbote ist. Auch der Hase darf nicht fehlen. Meister Lampe gilt dabei als Fruchtbarkeitssymbol aus alter Zeit. Bereits im 12. Jahrhundert wurden sie in katholischen Regionen verzehrt. Hefegebäck wird aus Mehl, weicher Butter, lauwarmer Milch, Hefe und wahlweise Zucker hergestellt. Auch das Osterlamm, ein Rührteig aus Mehl, weicher Butter, Zucker, Eiern und Backpulver, ist auf das Pessachfest zurückzuführen. Nach jüdischem Brauchtum wird ein Lamm geschlachtet und verspeist. Im Christentum ist das Lamm das Symbol für den Sieg über den Tod durch Auferstehung. Jesus wird im Neuen Testament auch als Lamm Gottes bezeichnet. Köstliche Alternativen Möhren- oder Eierlikörtorte haben keinen christlichen Hintergrund und sind lediglich aufgrund ihrer Hauptzutaten und deren Verbindung zum Osterfest recht beliebt. Die Figuren aus Quark-Öl-Teig wie Hasen oder Küken sind vor allem bei Kindern sehr beliebt und stellen eine einfachere Alternative zum Hefegebäck dar. pa/ots 10

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