Weihnachten 2025

Bald ist es wieder soweit – am 6. Dezember ist Nikolaustag. Es werden wieder Schuhe geputzt und mit der Hoffnung auf kleine Geschenke vor die Tür gestellt. So kennt man es – ob Groß oder Klein. Aber wer steckt hinter der Gestalt des Nikolaus? Tradition mit Geschichte Zahlreiche Legenden ranken sich um den Nikolaus. Das Schuheputzen und Rausstellen am Nikolaustag geht auf eine alte Legende über den heiligen Nikolaus von Myra zurück – einem Bischof, der im dritten und vierten Jahrhundert in der heutigen Türkei lebte und für seine Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit bekannt war. Man erzählte sich, mit dem großen Vermögen, das ihm seine Eltern hinterlassen hätten, habe er Bedürftige unterstützt und Notleidende aus prekären Situationen geholfen. Nikolaus soll zudem unschuldig Verurteilte gerettet und eine Hungersnot abgewendet haben. Bischof Nikolaus war sehr großherzig und liebte seine Mitmenschen. Er war in einer Zeit Bischof, in der sich das Christentum gerade erst festigte. Da er schon zu Lebzeiten für sein außergewöhnlich selbstloses und gütiges Verhalten bekannt war – besonders gegenüber Armen, Kindern und Bedürftigen, wurde er Im Jahr 1222 heiliggesprochen und zum Schutzpatron der Kinder und Armen ernannt. Heute ist er vor allem als Gabenbringer bekannt. Man nimmt an, dass er am 6. Dezember, wahrscheinlich im Jahr 343, verstorben ist. Schon zwei Jahrhunderte später finden sich erste Hinweise auf seine Verehrung. Bis heute wird der Nikolaustag an diesem Tag begangen. Siefel raus – aber warum eigentlich? Der Legende nach half Bischof Nikolaus einer armen Familie, indem er heimlich Goldmünzen durch ein Fenster warf. In Anlehnung an die Wohltaten des Bischofs, warf man Kindern im Mittealter kleine Geschenke zu. Diese Art des Geschenkeverteilens war aber von einer gewissen Ungerechtigkeit geprägt, da ältere Geschwister bedeutend besser fangen konnten als die jüngsten Familienmitglieder. Damit alle die gleichen Chancen haben und sich die großen Kinder nicht alles wegschnappten, wurde nach Gefäßen und Behältern gesucht, in denen die Geschenke übergeben werden konnten. Diese waren im Mittelalter aber rar – besonders bei ärmeren Familien. Daher ging man dazu über, für die kleinen Gaben Schuhe oder Socken zu nutzen – ein Brauch der sich bis heute nicht geändert hat. Lebendige Vergangenheit Der jahrhundertealte Tradition des Nikolaustages – vom Stiefel vor der Tür bis zu kleinen Geschenken – lassen die Legende des heiligen Nikolaus von Myra lebendig werden. Dieser Tag steht nicht nur für die Freude am Schenken, sondern auch für die Erinnerung daran, wie viel Wert Großzügigkeit, Mildtätigkeit, Mitgefühl und kleine Gesten des Guten im Alltag haben. Der Nikolausbrauch verbindet außerdem Nächstenliebe mit Erziehungscharakter: Denn, wie jeder weiß, wird nur derjenige mit einem gefüllten Schuh oder Stiefel überrascht, der immer brav war und fleißig Schuhe putzt. Da sehr sauber geputzte Schuhe – früher wie heute – besonders reich gefüllt werden, ist das Reinigen der Schuhe am Vorabend ein fester Bestandteil der Nikolaus-Tradition. P. Alansi/epd Foto: AdobeStock 4

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