Heimat | Winter | 2025

Typisch Niederrhein Fotos: Karl Banski / FUNKE Foto Services Kira Lichte zeigt, wie man mit Yoga und Bier entspannt. Yoga mit Kira Lichte Kira Lichte arbeitet nebenberuflich als Yoga-Lehrerin und Personaltrainerin. Auf Firmenfeiern, Familienfesten und anderen Zusammenkünften kann man sie für eine Bier-Yoga-Einheit buchen. Wer mit ihr in Kontakt treten möchte, kann das über Instagram machen: @golightyoga „Und jetzt die Flasche ganz nach oben, über den Kopf“, fordert Kira auf. Es wird noch ein bisschen schwieriger. „Der eine oder andere ist dann schon mal etwas frustriert und nimmt einen extra Schluck aus der Flasche“, erklärt Kira. Eigentlich moderiert die Yoga-Lehrerin an, wann genippt werden darf. Drei bis fünf Flaschen Bier werden pro Teilnehmer im Schnitt gestemmt. „Das kommt natürlich auf den Zug an. Es ist grundsätzlich sehr verschieden, wie viel beim Bier-Yoga getrunken wird. Letztens haben 14 Jungs bei mir gebucht, die zwei Kästen Bier mitgebracht haben und ich hatte auch schon mal eine Gruppe, die kam gerade vom Sektfrühstück und wollte dann nicht Bier, sondern Mojito-Yoga machen“, erzählt Kira. Alkohol ist kein Muss Es ist völlig egal, für welches Getränk man sich entscheidet. „Es muss einem schmecken. Ich biete auch Wein-Yoga an“, sagt die 40-Jährige, die zwischen Düsseldorf und Koblenz pendelt. Besonders in Koblenz, wo viele Reben wachsen, ist das Wein-Yoga beliebt. „Beim Weintrinken geht es auch nochmal um andere Sinnesaspekte als beim Biertrinken. Das Riechen und Schmecken steht mehr im Fokus“, sagt Kira. Auch Alkohol ist kein Muss beim BierYoga. Wer möchte, kann bei Kiras BierYoga-Stunden auch ein alkoholfreies Getränk trinken. „Ich selbst trinke auch nie Alkohol, wenn ich eine Stunde gebe. Meistens habe ich so etwas wie Apfelschorle in meiner Flasche, das sieht zumindest ein bisschen wie Bier aus“, sagt sie und lacht. Nach viel Wanken wird die Pose wieder stabiler. „Wir fließen in den Krieger“, sagt Kira. Beide Füße stehen fest auf dem Boden. Durchatmen. Und vielleicht aus Erleichterung nochmal an der Flasche nippen? Für den, der noch nie Yoga gemacht hat, sind die Bewegungen an manchen Stellen etwas herausfordernd. Dennoch betont Kira: „Es kann wirklich jeder mitmachen.“ Das hat ihre Erfahrung gezeigt. Kira hat schon einige Bier-Yoga-Kurse gegeben. Das erste Mal 2019 in ihrer Heimatstadt Paderborn. „Die Leute haben das total gefeiert. Bier-Yoga ist ursprünglich mal in einer Berliner Kneipe aus Jux entstanden“, erzählt sie. „Dann ist das in die USA übergeschwappt und nun wieder vereinzelt zurück nach Deutschland gekommen.“ Oft kommen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ihre Bier-Yoga-Kurse, die mit Yoga rein gar nichts zu tun haben. „Es gibt Mädels, die können ihre Freunde oder Männer davon überzeugen, mitzukommen, weil es eben auch Bier gibt“, sagt Kira. „Bier-Yoga ist einfach eher eine Party.“ Nach drei bis fünf Flaschen Bier hat wahrscheinlich der meiste Sport irgendwie Party-Potenzial. Yoga mit Tiefgang ist Bier-Yoga nicht. Entspannend ist es aber trotzdem. Vor allem, wenn es geschafft ist und am Ende noch einmal die Bierflaschen klirren – Prost statt Om!

RkJQdWJsaXNoZXIy MjExNDA4