Heimat | Winter | 2025

Typisch Niederrhein Erst schwitzen... und dann? Während eines Aufgusses kann, ja soll sogar jeder oder jede rausgehen, der oder die sich unwohl fühlt. Das betont der Saunameister ausdrücklich. Nach dem Saunagang für einige Minuten an der frischen Luft spazieren, bevor es zum kalten Abduschen geht. „Aber das muss jeder selbst entscheiden“, sagt er, „nicht jeder verträgt das.“ Sinnvoll ist es, zunächst Beine, Arme und zuletzt den Körper abzuduschen. Erst danach ins Tauchbecken gehen! „Gerade Leute mit Bluthochdruck sollten dabei aufpassen.“ akrobatisch.“ Doch die harte Arbeit lohnt sich! Direkt beim ersten Versuch wurde er Deutscher Meister im erlebten Showaufguss, wie es offiziell heißt. Seine Show „Letzter Samurai“, genau, „wie der Film“, sagt er, überzeugte besonders durch die emotionale und doch actionreiche Musik, aber natürlich auch durch sein kunstvolles Wedeln. Zwei Jahre später wurde er erneut Deutscher Meister, dann mit seiner Show „Der Kreislauf des Lebens“. Zwar sind seitdem die großen Erfolge ausgeblieben, in diesem Jahr belegte der Saunameister vom Niederrhein „nur“ den siebten Platz, dafür aber fördert er auch junge Talente. Sein Unternehmen „Experience Store“ hat er als Nebengewerbe angemeldet, um Mitarbeitende im Showaufguss zu schulen. „Und ich werde für Showaufgüsse in ganz Deutschland gebucht“, fügt er hinzu. Dabei kann es auch schon mal vorkommen, dass er vor 200 Menschen steht und wedelt. Dagegen ist die Aufgusssauna im Embricana mit 50 Plätzen fast schnuckelig. „Aber die Leute stehen hier auch Schlange“, erzählt er. „Wir sind ja deutschlandweit bekannt.“ Jeden Tag präsentiert er oder ein anderer Saunameister um 17 Uhr den Showaufguss. Pizza in der Luft An diesem Tag ist ein Kollege dafür zuständig, aber Oliver Kleinmanns holt trotzdem einfach mal sein Handtuch, einen Holzeimer und zwei Eiskugeln. Mit einer Kelle tröpfelt er etwas Wasser über die heißen Steine, bevor er die Kugel drauflegt und erneut Wasser drübergießt. „Wir verwenden nur ätherische Öle“, erklärt er währenddessen, „die sind sehr hochwertig und beinhalten keinen Alkohol, wodurch sie sich allerdings auch nicht mit Wasser verbinden.“ Damit es zu keiner Verpuffung kommt, braucht es das Eis. „Das trägt den Duft in die Luft.“ Klatsch! Mit einem Schlag zersplittert er die Kugel, „so kommt der Duft intensiv.“ Zitrone mit Menthol mag er persönlich besonders, aber je nach Show variieren die Düfte natürlich. Bei „Falco“ beispielsweise verwendet der Saunameister gern Zirbelkiefer, „die kommt wie der Musiker aus Österreich“, außerdem Lavendel und Patschuli, „für den männlichen Duft“. Die Show ist übrigens besonders beliebt, ebenso wie „Elvis“, „weil mit ihm und seiner Musik jeder etwas anfangen kann“, sagt er. Außerdem, davon ist er überzeugt, braucht es „Wow-Effekte, die einen mitnehmen und Spaß machen.“ Dafür schnappt er sich nun sein weißes Handtuch, das er innerhalb von wenigen Sekunden durch die Luft schleudert. „Das ist der Propeller“, ruft er, bevor er den Baumwollstoff in die Waagerechte bringt, „das ist die Pizza.“ Und als wäre das noch nicht genug, nimmt er nun ein zweites Handtuch dazu. Für die Aufgüsse verwendet der Saunameister nur hochwertige ätherische Öle. Seite 6 Die holzbefeuerte Maa-Sauna ist eine von Oliver Kleinmanns Lieblingssaunen. „Bei den Wettkämpfen geht es um einen klassischen Aufguss, der aufgemotzt wird.“ Oliver Kleinmanns

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