EINE PARTY IN ORANGE Für einen letzten Sprint hatten die Profis des FC Schalke 04 auch in der Spätsommerhitze noch genug Kraft. Kurz nach dem Abpfiff des Spiels beim 1. FC Magdeburg, das sie durch zwei Tore von Kenan Karaman mit einem hochverdienten 2:0 (1:0)-Sieg beendeten, liefen sie so schnell sie konnten in die Kurve mit dem mitgereisten Fans, ließen sich hochleben. Sie hatten etwas geschafft, was einer Schalker Mannschaft lange nicht mehr gelungen war - einen von der ersten bis zur letzten Minute souverän herausgespielten Auswärtssieg. Keiner hatte etwas zu meckern. Beispielsweise Trainer Miron Muslic: „Das war ein richtig gutes Auswärtsspiel, ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Wir haben verdient gewonnen.“ Beispielsweise der starke Mittelfeldspieler Ron Schallenberg: „So muss man auswärts auftreten. Wir haben wenig zugelassen gegen eine Mannschaft, die brutale Qualität in der Offensive hat. Wir haben sehr, sehr reif gespielt.“ Beispielsweise Kapitän Kenan Karaman: „Wir standen über weite Strecken sehr kompakt, hatten offensiv gute Abläufe.“ Muslic hatte vor dem Spiel betont, das intensive Schalker Pressingsystem würde sehr gut zum Magdeburger Ballbesitz-Fußball passen. Und er behielt Recht. 13 Gegentore hatte Schalke in den vergangenen vier Spielen gegen Magdeburg kassiert, diesmal stand vor 27.247 Zuschauern in der ausverkauften Avnet-Arena sogar die Null, wie Jahrhunderttrainer Huub Stevens das formuliert hätte. Die Schalker kontrollierten direkt das Geschehen, zwangen Magdeburg zu vielen langen Bällen - und sie nutzten ihre erste Chance. Über Moussa Sylla und Soufiane El-Faouzi kam der Ball in der zehnten Minute zu Kenan Karaman, der mit einem zentimetergenauen Schlenzer ins rechte Eck das 1:0 für S04 erzielte. Ein Tor, das die nach einem miserablen Start auf den vorletzten Platz abgestürzten Magdeburger zusätzlich schwächte. „Ich glaube nicht, dass das Spiel durch Taktik, sondern durch den Kopf entschieden wurde. Mit dem Rückstand war die Unsicherheit für alle im Stadion spürbar und hat uns zugesetzt“, klagte Trainer Markus Fiedler. In der Tat: Schon nach rund 20 Minuten gab es nach Rückpässen erste Pfiffe. Ausgeglichen war das Spiel nur zwischen der 25. und 40. Minute, als beide Mannschaften zu einigen Möglichkeiten kamen. Der Magdeburger Alexander Nollenberger zwang S04-Torwart Loris Karius zu einer Glanzparade (35.), Alexander Ahl Holmström verpasste nach einem Querpass durch den königsblauen Fünfmeterraum per Grätsche den Ball um wenige Zentimeter, Karius war bereits geschlagen (38.). Da hätte zweimal das 1:1 fallen können. Doch die Schalker hätten auch auf 2:0 erhöhen können. El-Faouzi (33., Schuss knapp am linken Pfosten vorbei) und Moussa Sylla (36., Schuss über das Tor) vergaben. „Es war ein Spiel der einzelnen Momente. Uns hat in der einen oder anderen Situation das Glück gefehlt“, sagte Fiedler. In der Anfangsphase der zweiten Hälfte griff der Video-Assistent zweimal ein - und entschied zweimal für Schalke. Zunächst blieb es nach einem Magdeburger Tor von Nollenberger bei einer hauchdünnen Abseitsentscheidung (47.). In der 56. Minute sank Ron Schallenberg im Anschluss an eine Ecke auf den Boden. Schiedsrichter Bickel ließ zunächst weiterlaufen, die Videobilder offenbarten aber, dass Schallenberg von Rayan Ghrieb am Kopf getroffen worden war. Ganz klar: Elfmeter. „Ich war mir zu 100 Prozent sicher, dass es ein Elfmeter ist. Ich habe dem Schiedsrichter direkt gesagt: Den wirst du geben“, sagte Schallenberg. Karaman ließ sich die Chance nicht nehmen und erhöhte auf 2:0. Für die Magdeburger war das der K.-o.-Schlag. Denn danach passierte nichts mehr. Die Magdeburger bekamen mit viel Ballbesitz keine vernünftige Schlussoffensive auf die Reihe. Schalkes starke Deckung kontrollierte das Geschehen bis zum Ende der zehnminütigen Nachspielzeit. Die prächtig gelaunten Fans, die schon die ganze Halbzeitpause durchgesungen hatten, feierten mit der Mannschaft eine irre Party. 6. SPIELTAG: 1. FC MAGDEBURG - S04 0:2 Ein letzter Sprint: Die Schalker Spieler feiern den Sieg mit ihren Fans. FOTO: FIRO FC MAGDEBURG: Reimann - Geschwill (46. Müller), Hugonet, Mathisen (89. Onaiwu) - Nollenberger, Hyryläinen (46. Stalmach), Ulrich, Musonda - Atik, Ahl-Holmström (70. Breunig), Ghrieb (88. Hercher) FC SCHALKE 04: Karius - Kurucay, Katic, T. Becker (89. Ayhan) - V. Becker, Schallenberg (80. Antwi-Adjei), El-Faouzi, Gantenbein (79. Porath), Karaman, Gomis (72. Bachmann) - Sylla (79. Lasme) TORE: 0:1 Karaman (10.), 0:2 Karaman (56., Elfm.) ZUSCHAUER: 27.424 SCHIEDSRICHTER: Felix Bickel AUFSTELLUNG TABELLE – 6. SPIELTAG 1. SV Darmstadt 98 13 11-5 2. SV 07 Elversberg 13 11-6 3. Hannover 96 13 10-7 4. 1. FC Kaiserslautern 12 12-5 5. FC Schalke 04 12 7-4 6. SC Paderborn 07 11 7-4 7. Karlsruher SC 11 7-6 8. Arminia Bielefeld 10 12-7 9. Holstein Kiel 9 8-6 10. SpVgg Greuther Fürth 9 13-15 11. Preußen Münster 7 9-12 12. Eintracht Braunschweig 7 7-11 13. Fortuna Düsseldorf 7 5-12 14. Dynamo Dresden 5 9-11 15. Hertha BSC Berlin 5 4-6 16. 1. FC Nürnberg 4 4-7 17. VfL Bochum 3 6-11 18. 1. FC Magdeburg 3 7-14
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