DIE GRÖSSTE STÄRKE IST DIE MANNSCHAFT Auch am Tag nach dem emotionalen 2:1-Erfolg bei der SV Elversberg konnten sich die Profis des FC Schalke 04 kaum entscheiden, welche Szene der großen Party sie in den Sozialen Netzwerken zuerst teilen wollten. Und so posteten sie in wechselnder Reihenfolge Bilder von der emotionalen Feier in der Kabine, Bilder voller strahlender Gesichter vor der Fankurve. Der Zweitliga-Spitzenreiter war dem Aufstieg ganz nah, stand fünf Spiele vor Schluss fünf Punkte vor dem Dritten. „Wenn du gegen die direkten Konkurrenten gewinnst, dann machst du einen Schritt, das ist klar. Wir sind ja nicht blind“, sagte Sportdirektor Youri Mulder. Möglich geworden war dieser Sieg, weil es der Schalker Mannschaft abermals gelang, mit großem Zusammenhalt Widerstände zu überwinden. Das ist der größte Unterschied zu den verkorksten Vorjahren, als meist eine Ansammlung an Ich-AGs auf dem Platz stand. Viele Schalke-Spieler in den Abstiegskampf-Jahren dachten nur an die eigene Zukunft, an das nächste Angebot, und so sah auch der Fußball aus. Und jetzt? Abwehrspieler Timo Becker formulierte das so: „Das größte Gut, was wir haben, ist unser Herz. Das haben wir aber nicht nur in Elversberg gezeigt, sondern auch in den zehn Monaten zuvor. Jeder hat sich reingeschmissen.“ Youri Mulder sagte: „Die herausragende individuelle Qualität passt total in dieses Mannschaftsgefüge.“ In Elversberg überstand Schalke eine unberechtigte Unterzahl über fast eine Halbzeit lang. Moussa Ndiaye, der Gelb-Rot gesehen hatte, wurde deshalb freigesprochen, konnte gegen Münster spielen. Vorher waren es viele unglückliche Verletzungen, die Schalke immer wieder zurückwarfen. Gegentore bedeuten für Schalke eher Motivation als Niederschlag. Dreimal gelang S04 nach 0:1-Rückstand noch ein 2:1-Sieg, dreimal in wichtigen Spielen: im Derby gegen Bochum sowie gegen die Mitkonkurrenten Paderborn und Elversberg. „Wie so oft haben wir die schwierigen Bedingungen angenommen und uns mit einer unglaublichen Willenskraft belohnt“, sagte Trainer Miron Muslic. Und bei der Kabinenparty waren auch manche dabei, die fehlten: Die Abwehrspieler Nikola Katic und Mertcan Ayhan wurden per Facetime zugeschaltet zur Party. Zusammenhalt eben. Und für diese Schalke-Harmonie war Kenan Karaman der perfekte Kapitän. Auch wenn der 32-Jährige wegen einer Gelbsperre nicht mitspielen konnte, fuhr er mit ins Saarland, saß im Bus, auf der Bank, feierte in der Kabine mit. „Diese Geste ist wichtig“, sagte Karamans Vertreter Becker. „Dass Kenan die viereinhalb Stunden im Bus mitfährt und sagt: ,Ich will bei der Mannschaft sein‘, gibt den Spielern Sicherheit. Denn man weiß: Der Käpt’n ist mit an Bord.“ Dass Ersatz-Kapitän Timo Becker schreit seine Freude heraus. Moussa Sylla (liegend) muss sich dem großen Jubel seiner Kollegen geschlagen geben. FOTOS: FIRO (2) Karaman am 17. Mai die ZweitligaMeisterschale in die Gelsenkirchener Luft recken darf, war seit dem Spiel in Elversberg wahrscheinlicher geworden. SV ELVERSBERG: Kristof - Keidel (29. Gyamerah), Pinckert, Rohr, La. Günther - Conde (69. Schmahl), Poreba (79. Luca Pfeiffer) - Petkow, Pherai, Zimmerschied (69. Adam) - Schnellbacher (46. Mokwa) FC SCHALKE 04: Karius - T. Becker, Kurucay, Sánchez, N‘Diaye - El-Faouzi, Schallenberg - Ljubicic (69. Gantenbein), Gomis (54. V. Becker), Aouchiche (82. Bachmann) - Sylla TORE: 1:0 Schnellbacher (4.), 1:1 El-Faouzi (28.), 1:2 Sylla (56.) ZUSCHAUER: 9000 GELB-ROT: N‘Diaye (51.) SCHIEDSR.: Michael Bacher AUFSTELLUNG 29. SPIELTAG: SV ELVERSBERG - S04 1:2 TABELLE – 29. SPIELTAG 1. FC Schalke 04 58 41-25 2. SC Paderborn 07 57 51-34 3. Hannover 96 53 49-35 4. SV 07 Elversberg 52 49-32 5. SV Darmstadt 98 50 50-34 6. Hertha BSC Berlin 47 43-34 7. 1. FC Kaiserslautern 46 49-41 8. Karlsruher SC 40 47-53 9. 1. FC Nürnberg 37 38-40 10. VfL Bochum 36 43-41 11. Dynamo Dresden 32 47-47 12. Holstein Kiel 32 36-43 13. Arminia Bielefeld 31 42-44 14. Fortuna Düsseldorf 31 27-45 15. 1. FC Magdeburg 30 46-55 16. Eintracht Braunschweig 30 31-49 17. SpVgg Greuther Fürth 30 40-61 18. Preußen Münster 28 31-47
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