RevierSport | Sonderausgabe Aufstieg FC Schalke 04

EIN WELTSTAR FÜR DEN AUFSTIEG Bis zu diesem Moment am Mittwoch, 21. Januar, hatten es trotz aller Gerüchte und Wahrscheinlichkeiten die wenigsten Fans des FC Schalke 04 geglaubt: Edin Dzeko? In die Zweite Liga? Doch dann stieg der Stürmer-Star in Düsseldorf aus dem Eurowings-Flieger EW 9835, wurde von einer Delegation der Königsblauen abgeholt. Rund zwei Dutzend Fans empfingen ihn, veröffentlichten erste Fotos und Videos in den Sozialen Netzwerken. Nur einen Tag später unterschrieb Dzeko einen Vertrag bis Saisonende. „Viele haben gesagt: Du bist krank. Aber das bin ich bin nicht. Schalke war für mich immer ein großartiger Verein. Das Stadion, die Fans - es war immer geil, hier zu spielen“, sagte Dzeko über seinen Wechsel. Er selbst war es, der ihn forcierte. Nach verkorkster Hinrunde in der Serie A in Florenz überlegte er sich Ende 2025, wie er für die Play-offs der WM-Qualifikation mit Bosnien-Herzegowina in Form kommen kann, wie er seine Karriere ausklingen lassen möchte. Dann rief er selbst Mitspieler Nikola Katic und Schalkes Trainer Miron Muslic an. „Als Edin mich ein paar Tage vor Silvester angerufen hat, war es für mich einerseits zwar emotional, andererseits war mir aber klar, dass ich als Cheftrainer von Schalke 04 sachlich bleiben und die Gefühle zur Seite schieben muss. Es ging nur darum, wie und wo Edin uns helfen kann – es geht nur um Schalke, nicht um mich“, schilderte Muslic die Phase. Dzeko sagte ein finanziell deutlich lukrativeres Angebot von Paris FC aus Frankreich ab, wechselte ablösefrei zu den Königsblauen. Schon bei den ersten öffentlichen Trainingseinheiten kamen Hunderte Fans, nur um Dzeko zu sehen. „Edin Dzeko ist nicht weniger als ein bosnischer Nationalheld – vergleichbar mit Lothar Matthäus, Rudi Völler oder Bastian Schweinsteiger“, sagte Muslic. Doch Allüren zeigte er keine. Im Gegenteil: Er überzeugte in der Kabine als erfahrener Tippgeber mit natürlicher Autorität, und auf dem Platz als eiskalter Torjäger. In seinen ersten acht Spielen erzielte er sechs Tore, feierte nach dem 5:3 über den 1. FC Magdeburg mit den Fans in der NordkurEin Renner auf Schalke: das Trikot mit Dzeko-Flock. So wollen die Fans Edin Dzeko noch länger sehen: beim Torjubel in Königsblau. FOTO: DPA FOTO: FIRO ve. Der Schalker Vorstand freute sich über finanziell lukrative Monate, allein mit den Einnahmen aus Trikot-Verkäufen glichen die Königsblauen die Gehaltsausgaben wieder aus. Keine Frage: Kein Transfer war seit dem Wechsel von Raúl nach Gelsenkirchen im Jahr 2010 größer. Ende März zitterten die Schalker mit, als Dzeko und Katic mit Bosnien-Herzegowina zuerst auf Wales und dann auf Italien trafen und sich jeweils im Elfmeterschießen durchsetzten. Der Lohn: die Qualifikation für die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. Pech für die Schalker: Beide verletzten sich, Katic am Knie, Dzeko an der Schulter. Doch schon beim ersten Heimspiel nach dieser Verletzung war der Stürmer schon wieder in der Arena zu Gast, drückte beim 1:0 gegen den Karlsruher SC auf der Tribüne die Daumen. Ganz Schalke würde sich freuen, wenn Dzeko noch ein Jahr in der Bundesliga dranhängen würde – als Aushängeschild für Königsblau, als Bereicherung für die Bundesliga. Eine Antwort auf diese Frage wird es aber wohl erst nach der WM geben. SCHALKE WAR FÜR MICH IMMER EIN GROSSARTIGER VEREIN. DAS STADION, DIE FANS – ES WAR IMMER GEIL, HIER ZU SPIELEN. EDIN DZEKO

RkJQdWJsaXNoZXIy MjExNDA4