15 PANKOWS RUINE Pankow will den Wasserturm Heinersdorf zurückkaufen und Campus-Pläne im Hinblick auf ein riesiges neues Wohnquartier verwirklichen. Foto: Berliner Morgenpost | Thomas Schubert Adresse: Tino-Schwierzina-Straße, 13089 Berlin-Heinersdorf Geschichte: Errichtung 1910–1911 nach einem Entwurf des Charlottenburger Ingenieurs Emil Prinz; Leerstand seit Abzug der Alliierten 1994 Führungen: Keine. Das Betreten des Gebäudes ist nicht erlaubt Status: Aktueller Lost Place Planung: Der Bezirk plant, einen Bildungscampus im Turm einzurichten DAS SIND DIE WICHTIGSTEN FAKTEN ZUM WASSERTURM HEINERSDORF IM ÜBERBLICK: Richard Ermisch am Wasserturm wenigstens eine Gemeindeschule samt Turnhalle errichtet. Der Turm sollte im Schulentwurf als „Aussichtsturm der Heimat- und Sternenkunde dienen“. Erst zogen Grundschüler ein, dann die Hitler-Jugend und zuletzt der Volkssturm, als der Turm im vorletzten Kriegsjahr des Zweiten Weltkriegs mit einer Flakstellung auf dem Dach versehen wurde. Der Rest des Turms war als Behelfslazarett und Kornspeicher genutzt worden. Wasserturm Heinersdorf: Horchposten während der DDR In der Nachkriegszeit nutzten die sowjetischen Streitkräfte das hohe Gebäude als militärischen Stützpunkt hauptsächlich zur Überwachung des Flugverkehrs mit dem Flughafen Tegel. Gleichzeitig dienten die beiden unteren Geschosse vorübergehend als Schule. Eine Sanierung des Rathausturms ohne Rathaus blieb in der DDRZeit aus. Das Baumaterial verfiel. Bis heute sind die Kriegsschäden und Einschusslöcher an der Fassade des rechteckigen Turms deutlich sichtbar. Wasserturm Heinersdorf: Nach der Wende verkam der Turm zum Lost Place Nach dem Mauerfall und dem Abzug der Alliierten stand der Turm leer und wurde vom zuständigen Bezirksamt zum Verkauf ausgeschrieben. Ab 2008 wechselten mehrfach die Eigentümer der Liegenschaft. Pläne für einen Loft-Umbau des Turms zu einem Wohngebäude durch Investoren scheiterten. Das Bezirksamt genehmigte nicht den geplanten Umbau des denkmalgeschützten Objekts zu Wohnzwecken. Im Jahr 2014 brannte das Innere des Turms aus und das hölzernen Treppenhaus wurde völlig zerstört. Die Brandursache ist bis heute unklar. Wasserturm Heinersdorf: Gibt es Zukunftspläne? Pläne zur Neunutzung des Wasserturms hat Pankow bereits in der Schublade liegen: Der Bezirk möchte das einstige Wahrzeichen kaufen, um darin einen Bildungscampus mit Kita zu eröffnen. In den unteren Etagen soll ein Bildungsort entstehen, der sich in den heutigen Campus der benachbarten Grundschule am Wasserturm anschließt. Eine Kita mit Jugendfreizeiteinrichtung könnte im Sockel des Problemgebäudes Platz finden. Der Bezirk möchte das Gesamtvorhaben umsetzen und will dazu auf den derzeitigen Grundstückseigentümer zugehen.
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