14 PANKOWS RUINE Der Wasserturm an der heutigen Tino-Schwierzina-Straße ist ein Wahrzeichen des Pankower Ortsteils Heinersdorf. Einst sollte er der Turm des Rathauses Heinersdorf werden. Doch daraus wurde nichts. Und auch nach seiner Errichtung endeten die geschichtlichen Wirrungen und städtebaulichen Rückschläge um den inzwischen denkmalgeschützen Turm in Heinersdorf nicht. Er gehört damit zu den vielen faszinierenden Lost Places in Berlin und wird von Abenteuerlustigen, Hobby-Fotografen und Geschichtsinteressierten immer wieder besucht. Hier erfahren Sie alle wichtigen Infos zur Geschichte des Wasserturms Heindersdorf. Wo liegt das Wasserturms Heinersdorf genau? Der Wasserturm liegt nördlich der Grundschule am Wasserturm in der Tino-Schwierzina-Straße 66 im Ortsteil Heinersdorf im Bezirk Pankow. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Turm mit den Buslinien 158 oder N58 zu erreichen (Haltestelle: Am Wasserturm) beziehungsweise mit der Tramlinie M2, die ebenfalls die Haltestelle Am Wasserturm anfährt. Ausgangslage: Bedarf eines Rathauses in Heinersdorf Weil die eigenständige Gemeinde Heinersdorf Ende des 19. Jahrhunderts ein rasantes Wachstum erlebte, wurde der Beschluss gefasst, ein eigenes Rathaus zu bauen. Ursprünglich war geplant, dass der Turm ins Heinersdorfer Rathaus integriert und stolzes Wahrzeichen der Landgemeinde werden sollte. Wasserturm Heinersdorf: Errichtung in der Kaiserzeit Da zu Beginn des Ersten Weltkriegs aber die finanziellen Mittel für den Rathausbau fehlten, wurde das Bauvorhaben erst einmal auf Eis gelegt. Lediglich der Rathausturm wurde in den Jahren 1910 bis 1911 fertiggestellt. Nach Kriegsende hätte das Bauvorhaben am Wasserturm fortgesetzt werden sollen. Aber wieder schlug das Schicksal den Heinersdorfern ein Schnippchen: Mit der Eingemeindung 1920 zu Groß-Berlin wurde Heinersdorf in den Bezirk Von Kerstin Heinrich Einst sollte er Teil des Rathauses Heinersdorf werden, doch seit Jahrzehnten verfällt der Wasserturm. Alle Infos zum Lost Place. PANKOWS MYSTERIÖSE RUINE: EIN KOLOSS UND SEIN GEHEIMNIS Pankow integriert. Ein eigenes Rathaus war nun nicht mehr nötig. Als Wasserturm konnte der Rathausturm aber auch nicht mehr benutzt werden, weil die Wasserversorgung inzwischen mittels unterirdisch verlegter Druckwasserleitungen erfolgte. Guter Rat war nun teuer: Was sollte aus der Neubauruine werden? Wasserturm Heinersdorf: Flakstellung im Zweiten Weltkrieg Mit 46 Metern Höhe war der Stahlbetonbau damals nicht zu übersehen. Eine riesige Uhr zierte die Fassade, gekrönt wurde der Rathausturm durch eine prächtige kupferne Kuppel. Nur eine sinnvolle Nutzung war nicht in Sicht. In den Jahren 1934/1935 wurden nach Plänen des Architekten Pankow will den Wasserturm Heinersdorf zurückkaufen und Campus-Pläne im Hinblick auf ein riesiges neues Wohnquartier verwirklichen. Foto: Berliner Morgenpost | Thomas Schubert
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