23 GEISTERSTADT Adresse: Areal südöstlich des S-Bahnhofs Lichterfelde Süd zwischen den Bahngleisen, dem Japaneck im Süden und der Osdorfer Straße im Osten, 12207 Berlin-Lichterfelde Geschichte: 1953 von der US-Armee beschlagnahmt, um dort einen Truppenübungsplatz für die Berlin Brigade einzurichten; 1975 wurde das Gelände auf rund 70 Hektar Fläche erweitert und die Häuserkampf-Anlage „Doughboy City“ gebaut, inklusive vierstöckigen Häusern, einem Rathaus, einer Kirche und einer GeisterU-Bahnstation mit Gleisen; 1993 wurde der Truppenübungsplatz aufgegeben und 1994 mit dem Abzug der US-Armee die verbliebenen Strukturen abgerissen Führungen: Keine Denkmalschutz: Nein Status: Ehemaliger Lost Place. DAS SIND DIE FAKTEN IM ÜBERBLICK: Foto: picture alliance / dpa | dpa | picture alliance / dpa | dpa Parks Range: Lost Place und Abriss der Geisterstadt in den 1990er-Jahren Fast vier Jahrzehnte lang wurden in Lichterfelde Soldaten auf den Spannungs- und Ernstfall im Kalten Krieg vorbereitet. Dann ging auf einmal alles ganz schnell: Der Fall der Berliner Mauer, die Wiedervereinigung und die Auflösung der Sowjetunion 1991 beendete die Blockkonfrontation – „Parks Range“ wurde nicht länger benötigt. Im Dezember 1993 fanden die letzten Übungen auf dem Trainingsgelände statt. Kurz vor dem Abzug der USAmerikaner aus Berlin 1994 wurden die Gebäude der Geisterstadt „Doughboy City“ bis auf die Grundmauern abgetragen. Es verblieb ein freies Feld und einige ober- und unterirdische Relikte aus der Zeit als amerikanisches Trainingsgelände: Aufschüttungen und Wege, der Bahndamm mit den Gleisen, ein Hubschrauberlandeplatz und Reste unterirdischer Anlagen. Betonfundamente und Überreste des Straßensystems sind teils mit Wildwuchs überdeckt, teils ragen sie aus der Naturlandschaft. In der Umzäunung haben sich die zwei verrosteten Hauptzugänge an der Osdorfer Straße erhalten und das Nebentor im Westen des Areals, wo sich noch zwei versprengte Fahnenmäste befinden, die von der Geschichte als USTruppenübungsplatz zeugen. Parks Range: Und wie sieht die Zukunft aus? Nachdem die Amerikaner das Gelände verlassen hatten, wurde es von BahnImmobiliengesellschaft Vivico übernommen. Seit 1994 wurde das Areal weitgehend der Natur überlassen und die Tier- und Pflanzenwelt hat sich auf dem Gebiet, das künftig unter Naturschutz gestellt werden soll, prächtig entwickelt. Ein Teil des Areals wird seit den 1990er-Jahren von der Reitergemeinschaft Holderhof genutzt, deren Tiere zur Entwicklung des Geländes als offene Weidenlandschaft beigetragen haben. 2012 wurde das 96 Hektar große Gebiet, das das ehemalige Trainingsgelände der US-Armee umfasste sowie weitere angrenzende Grundstücke, an die Groth Gruppe verkauft, die ein neues Wohnviertel im Berliner Süden entwickelt: In „Neulichterfelde“ sollen rund 2500 Wohnungen mit Raum für rund 6000 Menschen entstehen. Der Plan der Wohnungsgesellschaft sieht eine Bebauung von 39 Hektar am Rand des ehemaligen Truppenübungsplatzes um eine freibleibende Weidefläche als grünes Zentrum des neuen Stadtquartiers vor.
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