9 TEUFELSBERG Substanz der verwaisten Ex-Abhörstation stark in Mitleidenschaft zog. Der Auszug der Deutschen Flugsicherung in den 2000er-Jahren verschärfte das Problem von Zerstörung und Materialdiebstahl noch. Die Field Station entwickelte sich zu einem von Berlins bekanntesten Lost Places, deren verwüstete Anlagen an postapokalyptische Szenarien erinnerten. Die perfekte Kulisse für Freunde des Urban Exploring, des Auskundschaftens verborgener und verlassener Stadtarchitektur. US-Abhörstation Teufelsberg: Bebauung der Ex-Spionagestation scheiterte 2004 erlosch die Baugenehmigung. Weitere Umbaumaßnahmen sind ausgeschlossen, seit das Gelände 2006 im Berliner Bebauungsplan als „Waldfläche“ deklariert wurde und der Teufelsberg für die meisten Investoren unattraktiv wurde. Dennoch pilgern mittlerweile Tausende Besucher jährlich zu Berlins bekanntester Abhörruine. Seit 2010 war die Anlage wieder durch eine Sicherheitsfirma bewacht worden und dem damaligen Pächter gelang es eine neue Struktur aufzubauen, die es ermöglichten, die Abhörstation wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Seit 2011 bot die Arbeitsgemeinschaft „Berlin Sight Out“ Führungen über das Gelände und ins Innere des Radarturms an. 2013 gründete sich der Verein Berliner Teufelsberg e. V. mit dem Ziel, die Abhörstation zu einem Austauschort für Kultur, Kunst und Geschichte auszubauen. US-Abhörstation Teufelsberg: Lost-Place-Attraktion zieht Tausende Besucher an Heute befindet sich auf den Flächen des seit 2018 unter Denkmalschutz Blick vom Funkturm auf die verfallenden Anlagen der US-Abhörstation auf dem Teufelsberg im Berliner Grunewald 2008. Foto: picture-alliance/ ZB | Karlheinz Schindler stehenden Komplexes die größte Street-Art-Gallery Europas. In der höchsten Kuppel der drei Radome finden Konzerte, Präsentationen und Filmvorführungen statt. Das Areal ist im Sommer Veranstaltungsort für Sport- und Fitnessevents – und nicht zuletzt Touristen fühlen sich von dem gespenstischen Charme der exklusiven Berliner Ruinen und ihrer Geschichte angezogen. Regelmäßig werden Führungen zur Historie des Ortes, der Arbeit in der Abhörstation und zu anderen Themen wie Kunst und Botanik angeboten. Das Areal ist im Sommerhalbjahr täglich zugänglich. Weitere Informationen rund um den Besuch der ehemaligen Abhörstation und zur aktuellen „Declassified“-Ausstellung gibt es auf der Internetseite der Veranstalter: teufelsberg-berlin.de.
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