Digitales Themenheft | Klinische Studien

IST NUR EIN PLATZHALTER BLINDTEXT Werden auch Sie Teil des medizinischen Fortschritts WIE FORSCHUNG LEBEN RETTET KLINISCHE STUDIEN

Liebe Leserinnen, liebe Leser, jeden Tag kämpfen Millionen Menschen in Deutschland gegen chronische, schwere oder seltene Krankheiten, für die es keine Heilung oder Therapie gibt. Nur durch medizinische Forschung und Fortschritt kann Betroffenen geholfen werden. Der Schlüssel dazu sind klinische Studien: Sie helfen, neue Medikamente und Therapien zu entwickeln, die die Lebensqualität und Heilungschancen von Patient:innen verbessern. Hier setzt die Initiative STUDIENWIRKEN an: Gemeinsam mit Patient:innen und Vertreter:innen aus Forschung, Versorgung, Politik und forschender Industrie stärkt sie Wissen und Vertrauen auf breiter gesellschaftlicher Basis und arbeitet in Arbeitskreisen und mit einem Patientenrat an besseren Bedingungen für klinische Studien in Deutschland. In diesem Heft erfahren Sie, welche verschiedenen Arten von klinischen Studien es gibt, wie sie ablaufen, warum sie sicher sind, wie sie innovative Medikamente und Therapien ermöglichen – und das Leben von Teilnehmenden verändern können. Ihre Redaktion IMPRESSUM FUNKE National Brands Digital GmbH Vertretungsberechtigte Geschäftsführer: Jochen Beckmann, Jesper Doub, Simone Kasik, Malte Peters, Christoph Rüth Verantwortlich i. S. v. § 18 Abs. 2 MStV für dieses Dossier: Malte Peters Redaktion: STUDIENWIRKEN Amtsgericht München, Registernummer HRB 280647, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gemäß §27a Umsatzsteuergesetz: DE360287539 Gestaltung und Umsetzung: FUNKE Redaktions Services Stand: Mai 2026

AUS DEM INHALT MARLENE BERICHTET TIPPS FÜR TEILNEHMENDE STUDIEN EINFACH ERKLÄRT BERUF STUDIENKOORDINATOR:IN EXPERTEN-INTERVIEW INITIATIVE STUDIENWIRKEN 4 10 6 11 8 12

4 STUDIENWIRKEN „EINE STUDIE HAT MIR DAS LEBEN GERETTET“ Baby im Bauch, Krebs im Kopf. Marlene Assmann-Khoueiry ist im sechsten Monat schwanger, als bei ihr ein bösartiger Hirntumor entdeckt wird. Die Onkologin, die ihr die Schock-Diagnose mitteilt, rät ihr dazu, das Kind abzutreiben. Die unfassbare, schockierende Begründung: Kein Vater ziehe gern ein mutterloses Kind auf. Foto: Privat Heute lebt Marlene mit ihrer Familie in Berlin

5 THEMA BESCHREIBUNG „Bei diesem Gespräch waren meine Geschwister, mein Mann und meine Mutter dabei, wir konnten es alle nicht fassen“, erinnert Marlene sich. Am Ende, betont die gebürtige Heidelbergerin aber, habe diese Ärztin ihr einen Gefallen getan: „Sie hat meine Überlebenschance so klein geredet und mir bei jedem Treffen solche Angst gemacht, dass ich mich auf die Suche nach einer Alternative gemacht habe.“ In Marlenes Fall war die Alternative eine klinische Studie. Die Studie untersucht eine Impfung beim Vorliegen einer spezifischen und seltenen Mutation, die ihr Hirntumor zufällig aufwies. „Meine Berliner Ärztin meinte, dass sie nicht an Studien glaube, es hätte schon so viele gegeben, ohne Erfolg. Aber ich wusste: Ich will das machen! Ich war ja verantwortlich für zwei, für mich und mein Baby!“ Marlene entschied sich ganz bewusst für die Teilnahme an der Studie. Für ihre Art von Hirntumor gab es sehr viele Informationen, erzählt sie, und alle waren schlecht. „Zu dieser Studie gab es keine Informationen, niemand konnte mir sagen, dass ich bald sterbe, weil es niemand wusste“, erklärt sie. „Deshalb habe ich die Möglichkeit, dieses neue Medikament zu nehmen, als sehr positiv wahrgenommen.“ Bis Marlene mit der Studie begann, vergingen einige Monate. In dieser Zeit wurde sie nach der Standardtherapie behandelt – und ihr Sohn Luka kam zur Welt. Die Monate waren schwer und schön zugleich, erinnert sie sich. „Das Gute war, ich habe mir mein altes Leben nicht zurückgewünscht.“ Denn da war ja nun Luka, ein sehr vergnügtes Kind, das so viel Freude ausstrahlte. Der ihr eine neue Perspektive auf das Leben und unbeschreiblich viel Kraft schenkte. Seit Januar 2019 wird Marlene gegen ihren Tumor geimpft und bekommt Spritzen mit einem Peptid, inzwischen alle drei Monate. Sie hat Nebenwirkungen: „Bei mir reagiert der Körper lokal sehr stark auf die Spritzen, ich bekomme davon Wunden.“ Mittlerweile ist ihr Bauch sehr vernarbt, sie darf zum Marlene konnte ihr Baby gesund zur Welt bringen Beispiel nicht in Chlorwasser schwimmen, weil die Narben sonst wieder aufgehen könnten. Warum sie trotzdem weiter an der Studie teilnimmt? „Ich weiß von den Ärzt*innen: je stärker die lokale Reaktion, desto besser die Wirkung im Gehirn. Deshalb nehme ich sie in Kauf – leben ist wichtiger als schwimmen. Ich konzentriere mich auf eine gute Wundheilung.“ Da sie noch in Therapie ist und auch unter körperlichen Langzeitfolgen leidet, hervorgerufen durch den Tumor, betrachtet Marlene sich selbst nicht als geheilt. „Aber ich habe keinen nachweisbaren Tumor mehr.“ Wie genau und ob dies wirklich durch die Impfung erreicht wurde, müssen die Ärzt*innen und Wissenschaftler*innen noch weiter erforschen, erzählt sie. „Es funktioniert auch nicht bei allen gleich gut. Aber bei mir klappt es.“ Marlene lebt heute mit ihrer Familie in Berlin. Sie hat ihre Tätigkeit als Cutterin wieder aufgenommen und studiert berufsbegleitend Kunsttherapie. „Ich investiere in meine Zukunft.“ Etwa alle fünf Monate wird ein MRT gemacht um sicherzugehen, dass der Krebs nicht zurück ist. Angst davor hat sie heute nicht mehr. Ihr Sohn ist inzwischen acht Jahre alt, er geht in die zweite Klasse. Und Marlene? Sie ist immer noch da und sagt überzeugt: „Die Studie hat mir das Leben gerettet!“ Marlene hatte einen Hirntumor, heute ist sie tumorfrei

Klinische Studien sind die Grundlage für neue Diagnose-, Therapie- und Präventionsmethoden, um langfristig die medizinische Versorgung zu verbessern. Oft wirken sie aber komplex und unverständlich. Nur wer klinische Forschung versteht, kann selbstbestimmt über eine Studienteilnahme entscheiden. Interventionelle Studien Bei interventionellen Studien stehen neue Behandlungsansätze im Fokus. Einige Teilnehmende erhalten zum Beispiel ein neues Medikament oder eine bestimmte Behandlung, während eine andere Gruppe eine Standardtherapie bekommt. Dabei greifen Fachleute aktiv in Therapieprozesse ein und passen etwa die Dosis verabreichter Medikamente an. Ziel der Studie ist es, die Wirksamkeit und Sicherheit der neuen Behandlungsform zu überprüfen. Was ist eine klinische Studie? Klinische Studien sind wissenschaftliche Untersuchungen, mit denen die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit neuer Behandlungsmethoden und Medikamente geprüft werden. Sie sind ein wesentlicher Schritt im Entwicklungsprozess und Voraussetzung für die Zulassung neuer Medikamente. Welche Ziele haben klinische Studien? • Neue Medikamente und Behandlungen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Sicherheit zu prüfen • Nebenwirkungen und Risiken früh zu erkennen • Neue Therapien mit bereits bestehenden Behandlungen zu vergleichen • Langzeiteffekte und –daten zu sammeln In welchen Bereichen finden klinische Studien besonders häufig statt? • Krebsmedizin (Onkologie), etwa um neue Wirkstoffe, Immuntherapien oder kombinierte Behandlungen zu testen • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Kardiologie), zum Beispiel zur Entwicklung von Medikamenten gegen Bluthochdruck • Neurologische und psychische Erkrankungen, zur Forschung und Therapie bei Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson oder Depression • Infektionskrankheiten, z. B. Impfstoffstudien wie bei COVID-19 oder HIVBehandlungen • Seltene Erkrankungen, u.a. zur Forschung bei seltenen Krebs- und Autoimmunerkrankungen Welche Studienarten gibt es? In der medizinischen Forschung gibt es zwei Formen von Studien: interventionelle Studien und Beobachtungsstudien. Beide Formen liefern wertvolle Erkenntnisse – allerdings mit unterschiedlichen Ansätzen. STUDIEN EINFACH ERKLÄRT STUDIENWIRKEN 6

7 Beobachtungsstudien Bei Beobachtungsstudien greifen Fachleute hingegen nicht aktiv ein – die Untersuchung basiert lediglich auf Beobachtungen zu bestehenden Behandlungen, Krankheitsverläufen oder Lebensgewohnheiten wie Rauchen oder Ernährung. Alle Daten dienen dazu, Muster, Risiken oder Zusammenhänge von Krankheiten besser zu verstehen. Beobachtungsstudien lassen sich zudem in prospektiv (in die Zukunft gerichtet) und retrospektiv (in die Vergangenheit gerichtet) unterscheiden. Wie läuft eine Studie ab, welche Phasen gibt es? Klinische Studien gliedern sich vor der offiziellen Zulassung in vier Phasen: Phase-1-Studie • Ziel: Finden der optimalen Dosierung und Untersuchung der Sicherheit • Teilnahme: Patient:innen mit weit fortgeschrittener Erkrankung oder Gesunde • Größe: ca. 20-80 Teilnehmende • Dauer: Wochen bis Monate Phase-2-Studie • Ziel: Feststellung der Effektivität und Untersuchung der Sicherheit • Teilnehmende: Patient:innen mit der entsprechenden Erkrankung • Größe: ca. 100-800 Teilnehmende • Dauer: Wochen bis Monate Phase-3-Studie • Ziel: Vergleich von Wirksamkeit und Sicherheit mit der Standardtherapie • Teilnehmende: Patient:innen mit der entsprechenden Erkrankung • Größe: ca. 100-3.000 Teilnehmende • Dauer: Monate bis Jahre Phase-4-Studie • Ziel: Anwendung unter alltäglichen Bedingungen • Teilnehmende: Patient:innen mit der entsprechenden Erkrankung • Größe: ca. 500-15.000 Teilnehmende • Dauer: Monate bis Jahre Wie wird die Sicherheit der Studie gewährleistet? Klinische Studien unterliegen strengen gesetzlich vorgeschriebenen Standards zur Sicherheit und Ethik. Diese Regeln müssen in jeder Phase der Studie eingehalten werden. Auch bevor eine Person teilnimmt, sind strenge Abläufe und Regeln zu berücksichtigen. Denn oberste Priorität haben die Rechte und das Wohl der Teilnehmenden. STUDIENWIRKEN WWW.STUDIEN-WIRKEN.DE MARIE HAT JONAS DAS LEBEN GERETTET. OHNE ES ZU WISSEN. EINE INITIATIVE FÜR EIN GESUNDES DEUTSCHLAND

„DIE TEILNAHME AN EINER STUDIE IST EIN GESCHENK DER HOFFNUNG“ 8 STUDIENWIRKEN

9 THEMA BESCHREIBUNG Frau Kappels, jedes Jahr erkranken allein in Deutschland rund 500.000 Menschen neu an Krebs. Welche Chance auf ein möglichst langes, möglichst beschwerdefreies Leben bietet die moderne Medizin diesen Menschen heutzutage? Wir sind in den letzten Jahrzehnten in zwei Dingen deutlich besser geworden: Wir erkennen Erkrankungen viel früher und wir können sie viel präziser therapieren. Früher wurden Krebspatient:innen bestrahlt, es gab starke Chemotherapien, die jede einzelne Zelle im Körper unter Stress gesetzt haben. Heute können wir durch moderne Typisierungen erstens besser eingrenzen, um welche Form von Krebs es sich handelt. Und zweitens haben wir sehr gute und sehr gezielt wirkende immunbasierte Therapien entwickelt. Dadurch leben Patient*innen oft deutlich länger und mit weniger Neben- und Langzeitwirkungen. Neue Wirkstoffe können nur mithilfe klinischer Studien entwickelt werden. Das stimmt, und deshalb sind klinische Studien auch als wesentlicher Bestandteil der Gesundheitsversorgung zu betrachten. Wir haben bereits viele Therapien in Deutschland zur Verfügung, trotzdem suchen wir immer weiter nach innovativen Therapieoptionen, mit denen wir Patient:innen noch bessere und mehr Möglichkeiten bieten können. Welche Herausforderungen sehen Sie bei der klinischen Forschung? Die Rahmenbedingungen, unter denen wir als forschendes Pharmaunternehmen agieren, sind die größte Herausforderung. Trotz einiger Vereinfachungen, z.B. durch die neuen Standardvertragsklauseln, ist der bürokratische Aufwand immer noch extrem hoch. Das betrifft besonders die Dr. Simone Kappels verantwortet bei AstraZeneca Deutschland die klinische Forschung für den Onkologiebereich Zulassungsverfahren, also die Genehmigungsprozesse bei den Behörden bzw. Ethikkommissionen. Klinische Studien sind in der EU durch die Clinical Trials Regulation seit 2022 harmonisiert, das ist positiv. Aber leider hat das nicht die Beschleunigung gebracht, die wir uns erhofft hatten, speziell in der Krebsmedizin. Warum sollte beim Design einer Studie die Stimme der Patient:innen unbedingt mit gehört werden? Als Forschende haben wir eine große medizinische und operative Expertise. Was uns in der Regel fehlt, ist der Blickwinkel der Patient*innen. Wir wissen nicht, wie es einem geht in einer absoluten Ausnahmesituation, und was man überhaupt in der Lage ist zu leisten! Wenn ich mir Studienprotokolle ansehe, frage ich häufig: So oft müssen die Teilnehmenden kommen? So viele Stunden müssen sie aufwenden? An einer Studie teilzunehmen, ist eine Chance, aber auch eine Anstrengung, körperlich und mental, das müssen wir mitbedenken! Und wer könnte das besser beurteilen als ein Patient oder eine Patientin? Das ist unfassbar wichtig! Welche Vorteile kann die Teilnahme an einer klinischen Studie gerade Krebspatient*innen bringen? Menschen mit einer so schweren Erkrankung und auch ihre Angehörigen sind in einer absoluten Ausnahmesituation. Die Teilnahme an einer klinischen Studie ist keine Heilungsgarantie! Aber: Eine Studie bietet die Option einer innovativeren Behandlungsmöglichkeit als der Standardtherapie. Die Standardtherapie ist sehr gut – aber unter Umständen ist das neue Medikament noch besser. Man kann sagen: Die Teilnahme an einer Studie ist ein Geschenk der Hoffnung! Hinzu kommt, dass Studienteilnehmende sehr engmaschig betreut werden und mit den Studienkoordinator:innen zu jedem Zeitpunkt einen Ansprechpartner an ihrer Seite haben. Das ist für Patient*innen, die schwer krank sind, extrem positiv. Was sagen Sie Patient:innen oder Angehörigen, die Angst vor der Teilnahme an einer Studie haben? Unsere Studien laufen unter hohen und klar geregelten Sicherheitsvorkehrungen ab. Sie werden nicht nur von den Behörden auf Herz und Nieren geprüft, auch die Ethikkommissionen schauen ganz genau drauf. Wenn wir mit einer Studie beginnen, hat sie allen Prüfungen auf allen Ebenen standgehalten! Hinzu kommt, dass wir jeden einzelnen Teilnehmenden engmaschig betreuen – viel umfassender als im normalen Therapieablauf, das gibt den Patient*innen oft ein gutes Gefühl. Sollte es bei der engmaschigen Begleitung zu auffälligen Werten oder anderen Alarmsignalen kommen, wird eine Studie pausiert oder gestoppt. Ganz wichtig ist immer wieder zu sagen: Die Teilnahme an einer Studie ist komplett freiwillig. Wer im Verlauf der Studie das Gefühl hat, dass es doch nicht das Richtige ist, kann jederzeit aufhören. Diese Freiheit dürfen die Patient*innen sich nehmen. Viele Patient:innen haben Angst, bei einer klinischen Studie ein Placebo verabreicht zu bekommen. Kann das passieren? In der Regel wird die Wirkung eines innovativen Medikamentes mit der Standardtherapie verglichen. Nur in seltenen Fällen und auch nur dann, wenn die Ethikkommission dem zugestimmt hat oder es keine alternative Behandlungsoption gibt, kann ein Placebo zum Einsatz kommen. Das bedeutet: Wer in einer randomisierten Studie im Kontrollarm landet, bekommt die beste zugelassene Behandlung. Foto: AstraZeneca

10 Nur wer umfassend über Art, Dauer und Ablauf, Nutzen und Risiken einer klinischen Studie und die Auswirkungen auf den Lebensalltag informiert ist, kann bewusst und selbstbestimmt über eine Teilnahme entscheiden. TIPPS FÜR STUDIENTEILNEHMENDE Deshalb ist es wichtig, vorab im Gespräch mit Ärzt:innen und Studienkoordinator:innen die wichtigsten Punkte zu besprechen. Für das Aufklärungsgespräch empfiehlt es sich, die Fragen vorab aufzuschreiben. Scheuen Sie sich nicht, auch vermeintlich unangenehme Fragen zu stellen. Bringen Sie am besten eine vertraute Person mit, damit Sie in der Aufregung nicht aus Versehen etwas überhören. Dieser Fragenkatalog kann als Leitfaden dienen: 1. Ziel, Ablauf und Dauer der Studie • Was ist das Ziel der Studie? • Welche Behandlungen oder Untersuchungen finden statt? • Wie lange dauert meine Teilnahme? • Wie oft muss ich ins Studienzentrum kommen? • Werde ich stationär aufgenommen oder ist es ambulant? • Wie wird mein Gesundheitszustand überwacht? 2. Nutzen und Risiken • Welchen persönlichen Nutzen könnte ich durch die Teilnahme haben? • Welche bekannten Nebenwirkungen oder Risiken gibt es? • Wie verhält sich der Nutzen zu den Risiken? 3. Auswirkungen auf Alltag und Gesundheit • Kann ich meine bisherigen Medikamente weiternehmen? • Muss ich meinen Lebensstil oder meine Ernährung ändern? • Darf ich weiterhin zu meinem Hausarzt/Facharzt gehen? • Wird mein behandelnder Arzt über die Studienteilnahme informiert? 4. Kosten und Aufwandsentschädigung • Entstehen mir Kosten durch die Teilnahme? (z.B. für Fahrten) • Bekomme ich eine Aufwandsentschädigung? • Wer übernimmt die Kosten für die Behandlung? 5. Privatsphäre und Abbruch • Wie werden meine persönlichen Daten geschützt? • Kann ich die Studie jederzeit abbrechen? • Was passiert, wenn ich die Studie abbreche? 6. Nach der Studie • Bekomme ich das Medikament nach der Studie weiter? • Erfahre ich die Ergebnisse der Studie? STUDIENWIRKEN

11 STUDIENWIRKEN Studienkoordinator:innen setzen sich täglich dafür ein, dass klinische Studien reibungslos verlaufen. Was diesen Beruf ausmacht, welche Verantwortung und Freude er mit sich bringt, was sich ändern muss – darüber sprechen Daniela Karl und Jacqueline Roy vom Bundesverband des nicht-ärztlichen Studienpersonals in der klinischen Forschung e.V. (BUVEBA). selbst seit vielen Jahren Studienkoordinatorin. Daniela Karl ergänzt: „Ein Gespür für Menschen ist tatsächlich sehr wichtig, denn die zentrale Frage in der Studiendurchführung lautet: Bringt das, was ich Studienteilnehmenden verabreiche, Komplikationen oder Nebenwirkungen mit sich, die sie gefährden könnten? Genau diese Informationen muss man aus den Studienteilnehmenden herauslesen und im Gespräch erfassen.“ Leider ist das Berufsbild nicht geschützt, d.h. es gibt keine verpflichtende Ausbildung, nur ,learning by doing‘. „Gerade weil unsere Aufgaben so entscheidend für den Erfolg von klinischen Studien sind, fordern wir eine verpflichtende, bundesweit einheitliche Fachweiterbildung“, betont Daniela Karl. „Das muss politisch durchgesetzt werden!“ Trotz der großen Verantwortung und oft herausfordernden Arbeitsbedingungen ist der Beruf Studienkoordinator:in sehr erfüllend. Daniela Karl liebt die Vielfalt des Tätigkeitsbereichs und vor allem die Tatsache, dass Studien wirken: „Es gibt immer wieder Medikamente, die auch bei schweren Erkrankungen eine maximale lebensverlängernde Wirkung haben und die Lebensqualität erhöhen“, betont Daniela Karl. „Es ist eine große Freude, mit Patient:innen zu arbeiten, sie zu begleiten und zu sehen, wie ihnen neue Therapien helfen.“ Auftragsinstitut, Studienteam, Labor, Apotheke, Radiologie, Teilnehmende – an einer klinischen Studie sind zahlreiche Akteure beteiligt. Damit die Zusammenarbeit problemlos funktioniert, braucht es ein erfahrenes Management, sprich: eine Studienkoordinator:in. „Studien sind heutzutage so aufwendig, komplex und vielschichtig, dass es eine Fachperson mit Expertise braucht, bei der alle Stränge zusammenlaufen“, erklärt Daniela Karl. „Studienkoordinator:innen übernehmen den kompletten administrativen Teil inklusive der Patientenbetreuung und sind somit ein eigenständiger, hochqualifizierter Bereich innerhalb der klinischen Forschung.“ Für diesen Beruf sollte man einige Eigenschaften und Fähigkeiten mitbringen: „Man braucht Organisationstalent, die Fähigkeit zum strukturierten Arbeiten, medizinisches Interesse, starke Nerven, Empathie“, sagt Jacqueline Roy, 2. Vorsitzende von BUVEBA und DIE UNSICHTBAREN HELDEN DER KLINISCHEN FORSCHUNG AUFGABEN VON STUDIENKOORDINATOR:INNEN - Studienvorbereitung - Studiendurchführung und Patientenmanagement - Daten- und Qualitätsmanagement - Zentrale Koordination und Teamarbeit - Labor- Medikamenten- und Finanzmanagement Daniela Karl arbeitet seit 2008 in der klinischen Forschung Foto: Atelier Krammer Jacqueline Roy ist seit vielen Jahren als Studienkoordinatorin tätig Foto: privat

STUDIENWIRKEN Jeden Tag kämpfen Millionen Menschen gegen chronische, schwere oder seltene Erkrankungen. Nur durch medizinische Forschung können für sie neue Medikamente und innovative Therapien entwickelt werden. Der Schlüssel dazu sind klinische Studien. Bei vielen Menschen löst der Gedanke, ein neues Medikament oder eine neue Therapieform zu testen, Unsicherheit, Vorbehalte, Ängste aus. Hier setzt die Initiative STUDIENWIRKEN der FUNKE Mediengruppe an, die im November 2025 mit dem Ziel „Bessere Medizin durch klinische Studien. Für ein gesundes Deutschland.“ startete. Gemeinsam mit Patient:innen und Vertreter:innen aus Forschung, Versorgung, Politik und forschender Pharmaindustrie stärkt STUDIENWIRKEN Wissen und Vertrauen zu klinischen Studien und arbeitet parallel in Arbeitskreisen und mit einem Patientenrat an besseren Bedingungen für klinische Studien in Deutschland. Denn nur durch medizinische Forschung und Fortschritt kann Betroffenen geholfen werden. Wissen und Vertrauen stärken Nur wer klinische Forschung versteht, kann selbstbestimmt über eine Studienteilnahme entscheiden. STUDIENWIRKEN erklärt transparent und empathisch Chancen und Risiken, Rechte und Pflichten sowie Abläufe und Sicherheitsmechanismen. Rahmenbedingungen ändern, Forschung stärken STUDIENWIRKEN setzt sich ein für bessere Förderung, schnellere Genehmigungsverfahren, mehr Harmonisierung, weniger Bürokratie, Digitalisierung und eine digitale Infrastruktur. Advisory Board, Patientenrat, Arbeitskreise Die Partner von STUDIENWIRKEN entsenden Vertreter:innen ins Advisory Board, dem strategischen Leitgremium der Initiative. Seine Expert:innen aus Medizin, Wissenschaft, Patientenvertretung, Kommunikation und forschender Pharmaindustrie setzen wichtige Impulse für die Maßnahmen und beraten hinsichtlich der inhaltlichen Arbeit. Der Patientenrat fungiert als Satellit. Er stellt sicher, dass alle Ergebnisse auf die Ziele der Initiative einzahlen: mehr Patient:innen zu besseren Chancen zu verhelfen. In Arbeitskreisen werden aktuelle Hürden für klinische Studien in Deutschland analysiert und innovative Alternativen vorgeschlagen. DIE INITIATIVE STUDIENWIRKEN IN KOOPERATION MIT: BUVEBA E.V. Bundesverband des nicht-ärztlichen Studienpersonals in der klinischen Forschung e.V. EINE INITIATIVE FÜR EIN GESUNDES DEUTSCHLAND WWW.STUDIEN-WIRKEN.DE DANKE AN ALLE PARTNER UND UNTERSTÜTZER VON MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG VON: STUDIEN VERSTEHEN. FORTSCHRITT MITDENKEN. Der Newsletter von STUDIENWIRKEN zeigt, was klinische Studien für Patient:innen, Forschung und Gesellschaft bedeuten. Im Fokus stehen Berichte von Studienteilnehmenden, Perspektiven aus Wissenschaft und Praxis sowie relevante Veranstaltungen. Anmeldung unter https://www.studien-wirken.de/newsletter/

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