1250 Jahre Rudolstadt

4 Kirchen sind längst nicht mehr nur Orte des Gottesdienstes. Heute dienen sie als kulturelle Zentren und soziale Treffpunkte und prägen als historische Wahrzeichen die Identität von Städten und Dörfern. Als Baudenkmäler bewahren sie das historische Gedächtnis eines Ortes. Mit ihrer charakteristischen Architektur und den weithin sichtbaren Kirchtürmen sind sie zudem markante Orientierungspunkte und prägen vielerorts das Ortsbild. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist die Stadtkirche St. Andreas in Rudolstadt. Sie erhebt sich auf einer leichten Anhöhe und prägt als ehemalige Residenzkirche das historische Stadtbild am Rand der Altstadt. Bei dem Gotteshaus handelt es sich um eine dreischiffige spätgotische Hallenkirche. Sie entstand in den Jahren 1463 bis 1475 durch den Umbau einer bereits aus dem 12. Jahrhundert stammenden Kirche. Bis heute ist die Stadtkirche ein lebendiger Ort der evangelischen Gemeinde. Gottesdienste, Kirchenmusik und kulturelle Veranstaltungen prägen das Gemeindeleben. Gleichzeitig ist die Kirche ein interessanter musealer Ort. Ihre prächtige Ausstattung umfasst unter anderem den Altar, den Fürstenstand, die Kanzel, die Emporenanlage mit der berühmten Ladegastorgel sowie die Fürstengruft, in der ein Teil der Familie der Grafen von Schwarzburg-Rudolstadt seine letzte Ruhe fand. Seit 1574 war Rudolstadt Residenzstadt und gleichzeitig Verwaltungssitz eines Kleinstaates. Die 1605 errichtete Fürstengruft befindet sich in einem der ältesten Teile der Stadtkirche. Die 1499 gegossene Osanna-Glocke hängt im oberen Glockenturm. Ihre Inschrift soll Friedrich Schiller nach einer Turmbesteigung im Jahr 1788 zu einem seiner bekanntesten Gedichte, dem „Lied von der Glocke“, inspiriert haben. Beim Betreten der Kirche fällt dem Besucher sofort der prunkvolle, dreigeschossige und verglaste Fürstenstand ins Auge. Die herrschaftliche Loge diente der fürstlichen Familie als eigener Sitzplatz. Ihre Frontseite ist vom Boden Stadtkirche St. Andreas – Herzstück und Wahrzeichen Rudolstadts Foto: Andreas Abendroth Veranstaltungen „Jubiläum 1250 Jahre Rudolstadt – 700 Jahre Stadtrecht“ Samstag, 12.09.2026, 19 Uhr Konzert TreCantus Franns von Promnitz und Jana Karin Adam, Orgeln Sonntag, 13.09.2026, 17 Uhr Ökumenischer Fest-Gottesdienst zur Festwoche Evangelischer und katholischer Posaunenchor KMD Frank Bettenhausen, Leitung und Orgel 13. Dezember 2026, 18 Uhr Oratorienchor Rudolstadt und Solisten, begleitet von den Thüringer Symphonikern Saalfeld-Rudolstadt Werke: des Rudolstädter Hofkapellmeisters Philipp Heinrich Erlebach „Siehe, ich verkündige euch große Freude“ und Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium I-III, KMD Katja Bettenhausen

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