Entschieden war das Spiel schon früh, doch kein Fan des FC Schalke 04 verließ die Arena vor dem Abpfiff. Alle wollten die erneute Magie, die von einem Flutlicht-Spiel ausgegangen war, bis zum letzten Augenblick auskosten, laut „Spitzenreiter, Spitzenreiter“ rufen. Seit langer Zeit hatte die Arena nicht mehr ein solches Offensiv-Spektakel erlebt. Schalke 04 besiegte den 1. FC Magdeburg mit 5:3 (2:1), behauptete damit die Tabellenführung. Seit Jahren ist in der Zweiten Liga bekannt: Spiele gegen Magdeburg können sehr schnell einen anarchischen Charakter bekommen, in ein wildes Auf und Ab abdriften mit Chancen auf beiden Seiten. Und genau so sah das über weite Strecken auch aus. Schalkes Torwart Kevin Müller, der den angeschlagenen Loris Karius vertrat, konnte sich keine Sekunde ausruhen. Nachdem die Abschlüsse beider Teams in den ersten 14 Minuten noch zu ungenau waren, hatte Schalke in der 15. Minute Glück. Nach einem Pass von Edin Dzeko erhielt Adil Aouchiche auf der linken Seite den Ball. Aouchiche wollte ihn in die Strafraummitte flanken, doch der Magdeburger Jean Hugonet fälschte den Ball so unglücklich ab, dass er sich ins eigene Tor senkte. Schalke führte, doch nicht lange. Nur wenige Augenblicke später leistete sich Dejan Ljubicic einen folgenschweren Fehlpass. Die Magdeburger konterten, Alexander Nollenberger setzte sich im entscheidenden Zweikampf gegen Ron Schallenberg durch und schlenzte den Ball ins Eck – keine Chance für Müller (17.), 1:1. Die Schalker Offensive kam nun ins Rollen, und immer beteiligt: Edin Dzeko. Der 39-Jährige war von den Magdeburgern nicht zu stoppen, er scheint viel zu gut für die Zweite Liga zu sein. In der 25. Minute setzte Dzeko Dejan Ljubicic in Szene. Der lief allein auf FCM-Torwart Dominik Reimann zu, der den Ball aber festhielt. Danach versuchte es Dzeko zweimal selbst und scheiterte zunächst, doch jeder im Stadion spürte: An diesem Tag wird Dzeko nicht torlos bleiben. In der 40. Minute krönten die Schalker tolle 20 Minuten. Aouchiche flankte den Dejan Ljubicic jubelt über seinen Treffer mit seinen Mitspielern und heizt die Fans an. FOTO: FIRO Ball in die Mitte, Dzeko köpfte den Ball ins Eck: 2:1. Entlastung war den Magdeburgern gar nicht gelungen, in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit wäre ihnen aber zweimal fast der Ausgleich gelungen - und so mancher Fan war froh, dass er 15 Minuten lang durchatmen konnte. Denn direkt nach dem Wiederanpfiff ging es weiter mit der Schalke-Magdeburg-Achterbahn. In der 49. Minute brachte Aouchiche eine Ecke in die Mitte, Timo Becker verlängerte den Ball gegen den ausgestreckten Arm des Magdeburgers Philipp Hercher – Elfmeter. Kenan Karaman erzielte sein neuntes Saisontor zum 3:1 für S04. „Macht sie alle, schießt sie aus der Halle“, sangen die königsblauen Fans. Aber nur kurz. Denn Magdeburg schlug erneut zurück. Vier Minuten später bügelte Hercher seinen Fehler wieder aus, spielte den Ball auf Zukowski, der sich den Ball selbst vorlegte und in den Torwinkel donnerte. Ein herrlicher Treffer. Die Königsblauen mussten wieder zittern. Doch wie das so ist bei diesen magischen Abenden in der Arena – da lässt sich Schalke nur kurz aus dem Konzept bringen. Vor allem dann, wenn Edin Dzeko spielt. 65 Minuten waren gespielt, als Dzeko per Querpass Dejan Ljubicic in Szene setzte: 4:2. Das war die Vorentscheidung. Die konsternierten Magdeburger leisteten sich drei Minuten danach einen Ballverlust im Spielaufbau. Karaman sprintete in einen zu kurz geratenen Rückpass von Lubambo Musonda und erhöhte auf 5:2. Schalkes Trainer Miron Muslic wechselte daraufhin im Gefühl des sicheren Sieges einige Leistungsträger aus. Doch Magdeburg kam noch einmal heran. Zukowski verwandelte einen von Mertcan Ayhan verursachten Foulelfmeter zum 3:5 (84.). Magdeburg feuerte weitere Schüsse auf Kevin Müllers Tor ab. Doch es blieb beim Schalker Sieg. Und alle Fans sangen nach einem furiosen Abend: „Spitzenreiter, Spitzenreiter!“ FC SCHALKE 04: Müller - Becker (72. Ayhan), Katic, Kurucay (72. Sanchez), Ndiaye - El-Faouzi, Schallenberg - Ljubicic (72. Sylla), Karaman, Aouchiche (81. Wallentowitz) - Dzeko (76. Gomis) 1. FC MAGDEBURG: Reimann - Hugonet, Mathisen (46. Gnaka), Tobias Müller - Hercher (76. Ghrieb), Ulrich, Michel, Nollenberger (84. Bockhorn) - Pesch (46. Musonda), Zukowski, Atik (76. Tachie) TORE: 1:0 Hugonet (15., Eigent.), 1:1 Nollenberger (17.), 2:1 Dzeko (39.), 3:1 Karaman (49., Elfm.), 3:2 Zukowski (53.), 4:2 Ljubicic (65.), 5:2 Karaman (68.), 5:3 Zukowski (84., Elfm.) ZUSCHAUER: 61.378 SCHIEDSRICHTER: Timo Gerach AUFSTELLUNG TABELLE – 23. SPIELTAG 1. FC Schalke 04 46 33-20 2. SV Darmstadt 98 45 44-25 3. SV 07 Elversberg 44 42-25 4. SC Paderborn 07 43 38-26 5. Hannover 96 42 41-30 6. 1. FC Kaiserslautern 37 39-33 7. Hertha BSC Berlin 34 32-28 8. 1. FC Nürnberg 30 30-32 9. Karlsruher SC 30 34-43 10. VfL Bochum 29 31-28 11. Arminia Bielefeld 27 36-32 12. Fortuna Düsseldorf 25 21-33 13. Eintracht Braunschweig 25 26-40 14. Holstein Kiel 24 28-34 15. Preußen Münster 23 27-35 16. 1. FC Magdeburg 23 34-44 17. Dynamo Dresden 22 32-40 18. SpVgg Greuther Fürth 22 34-54 23. SPIELTAG: S04 - 1. FC MAGDEBURG 5:3 ENDLICH MAL WIEDER SPEKTAKEL
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